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Hybridantriebssysteme im Schienenverkehr

Erstellt am: 22.02.2011 | Stand des Wissens: 28.02.2017
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Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Prof. Dr. M. Wietschel

Um die Antriebssysteme von Schienenfahrzeugen flexibler und umweltfreundlicher zu gestalten, wurde in der jüngeren Vergangenheit verstärkt an Hybridantrieben gearbeitet. Der Hybridantrieb wird laut European Rail Research Institute (ERRI) als ein Antriebssystem mit mindestens zwei verschiedenen Energieumwandlern und Energiespeichersystemen definiert [E/ECE/324-E/ECE/TRANS/505]. Abweichend hiervon werden in der Schienenfahrzeugtechnik auch solche Systeme zu Hybridantrieben gezählt, die lediglich über eine Energiespeicherform verfügen. Hybrid-Schienenfahrzeuge sollen jedoch über zwei unterschiedliche Energiequellen angetrieben werden können. Der Antrieb durch eine sekundäre Energiequelle kann dabei unabhängig von der primären stattfinden.

Im Schienenverkehr werden sowohl die konventionellen Antriebssysteme Dieseltraktion und Elektrotraktion miteinander kombiniert als auch die Kopplung mit neuartigen Speicher- und Antriebssystemen getestet. Im Gegensatz zu Fahrzeugen mit reiner Elektrotraktion und Oberleitungsstromversorgung ermöglicht die Kombination mit Dieselmotoren bzw. Akkumulator die Betriebsausweitung auf fahrdrahtlose Strecken. Im ersten Fall können mit den entsprechenden Fahrzeugen in der Dieseltraktion auch lange Distanzen im Flächenverkehr bedient werden, auf denen die Elektrifizierung wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Auf elektrifizierten Abschnitten kann dabei lokal ein emissionsfreier und energieeffizienterer Verkehr unter Fahrdraht realisiert werden. Bei Verwendung von Akkumulatoren ermöglicht der Energiespeicher den Verzicht auf die Fahrdraht-Infrastruktur auf kurzen Abschnitten.

In Europa können Hybridfahrzeug-Konzepte verstärkt im Tram-Train-Segment beobachtet werden, da sich hier mit dem Wechsel zwischen der Stadtbahn- und Vollbahn-Infrastruktur nicht selten auch die Bedingungen für die günstigste Antriebsart ändern. Ein Beispiel aus der Bundesrepublik Deutschland stellt das Tram-Train-Konzept “Karlsruher Modell“ dar. Die 30 im September 2009 von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH bei der Bombardier Transportation bestellten Zweisystemzüge (Flexity Swift type dual-system tram-trains) verkehren sowohl im Innenstadtbereich unter Gleichstrom als auch im Umland unter Wechselstrom [Russ10]. Vermehrt werden aber auch Hybridsysteme für Vollbahn-Fahrzeuge entwickelt. So kommen bspw. in Nordamerika und Europa Hybridlösungen in Rangierlokomotiven zum Einsatz. Als bedeutsamer Vorteil erweist sich hierbei die Kraftstoffeffizienz einer mit Hybridtechnik ausgestatteten Rangierlokomotive im Vergleich zu einer Dieselvariante. Entsprechende Verbrauchsreduzierungen im Umfang von 35 bis 60 % sind unter Alltagsbetriebsbedingungen möglich. [OoDu09] Seit Oktober 2016 ist auch die Deutsche Bahn im Besitz von fünf Elektro-Diesel-Hybridrangierlokomotiven, die im Regionalverkehr in Franken eingesetzt werden [NEPR16].


Elektro-Diesel-Hybridantrieb

Im Oktober 2007 wurde der erste Hybrid-Triebzug “Autorail Grande Capacité“ (AGC) von Bombardier aus einer Reihe von über 140 Zügen in Betrieb genommen. Vom Hersteller wurde dieses Ereignis als Weltpremiere eingestuft, da bei dem Hybrid AGC bestimmte Betriebsfunktionen erstmalig in einem Zug miteinander kombiniert wurden. Aufgrund der bimodalen Hybrid-Technologie (Strom- und Dieselmotor) und der Zweispannungstechnologie (1.500 V und 25.000 V) können Hybrid AGC das gesamte Schienennetz der Société Nationale des Chemins de fer Francais (SNCF) übergangslos nutzen. [Uhle09]

Ebenfalls mit einer Kombination aus Elektro- und Dieselaggregat ist der RegioCitadis ausgestattet, der im nordhessischen Verkehrsverbund Kassel mit dem Umland verbindet. Diese sog. RegioTram-Fahrzeuge sind die weltweit ersten serienmäßigen Hybrid-Stadtbahnen. In der Stadt verkehren sie unter Nutzung der Straßenbahnfahrleitungen. Auf nicht elektrifizierten Strecken des Umlandes kommt der Dieselmotor zum Einsatz. [Stre10]

Im Februar 2010 präsentierte der Hersteller Alstom Transport die ersten 15 Fahrzeuge der Baureihe (BR) Citadis-Dualis. Als Weiterentwicklung des RegioCitadis verfügt der Citadis-Dualis über besonders umweltfreundliche Eigenschaften. So zeichnet er sich bspw. durch eine 99%-ige Rekuperation und recyclebare Materialien aus. [Hond10; Smit10]


AUch im Hochgeschwindigkeitsverkehr zeigen sich erste Bestrebungen, Hybridfahrzeuge einzusetzen. So legte der spanische Hersteller Patentes Talgo S.L. 2010 ein Konzept für einen Hybrid-Triebzug vor. Bei diesem Konzept sollen ein elektrischer Triebkopf und ein Dieselmotor an den jeweiligen Enden des Zuges für Traktion sorgen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 250 km/h auf elektrifizierten Strecken und 180 km/h auf nicht elektrifizierten Strecken angegeben. Eine Umstellung von einer auf die andere Antriebsart ist während der Fahrt möglich. Dies sorgt für nennenswerte Fahrzeitverkürzungen, wie bspw. auf der von dem spanischen EVU "Renfe Operadora" betriebenen Verbindung Madrid – Galizien. [TALGO10; Amal12]


Diesel-Akkumulator-Hybridantrieb

In Japan entwickelte East Japan Railways (JR East) mit dem sog. New Energy Train (JR East E991) den weltweit ersten Zug, der über einen Hybridantrieb mit einer Kombination aus Dieselaggregat und Akkumulator verfügt [Osaw04]. Fahrzeuge, die mit Diesel-Akkumulator-Hybriden ausgestattet sind, können bis zu einer gewissen Geschwindigkeit allein unter Ausnutzung des elektrischen Energiespeichers beschleunigen; danach schaltet sich der Dieselantrieb zu. In Bahnhöfen kann auf diese Weise der Dieselmotor abgeschaltet werden. Ein Regelungssystem stellt zudem sicher, dass der Dieselantrieb im energetisch günstigsten Bereich betrieben wird, überschüssige Energie dient zur Aufladung der Akkumulatoren. Beim Bremsen wird zurückgewonnene Energie ebenfalls in den Batterien gespeichert. Bei dem getesteten Prototyp eines britisch-japanischen Projekts mit der Bezeichnung Hayabusa zeichnete sich eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 20 % gegenüber dem ursprünglichen Dieseltriebzug ab. [Gran07]


Das jüngste Projekt in der Bundesrepublik Deutschland ist die Ausstattung eines Nahverkehrstriebzugs der Baureihe 642 mit einem von der MTU Friedrichshafen entwickelten Parallelhybridantrieb (Hybrid-Powerpack, Abbildung 1), bei dem die durch Rekuperation erzeugte Energie mit einerBatterie auf Li-Ionen-Basis gespeichert und beim späteren Anfahren genutzt werden soll. [Kett11]. Bestehende Schwachstellen bei hybriden Energiespeichersystemen können am besten durch bestimmte Systemarchitekturen minimiert werden. Zu den möglichen nutzbaren Energiespeichersystemen gehören neben den Lithium-Ionen-Batterien auch hydrostatische Speichersysteme, Schwungradenergiespeicher, Doppelschichtkondensator (DLC)  sowie Hybride DLC Lithium-Ionen Energiespeicher [MEIN15].


hybridpowerpack.gifAbb. 1: Hybridpowerpack der MTU Friedrichshafen [Kett11]

Elektro-Akkumulator-Hybridantrieb

In Nizza wurde Ende 2007 die erste Straßenbahn mit Akkumulator-Antrieb in Betrieb genommen. Mit dem Fahrzeug Citadis TM von Alstom Transport wird weltweit erstmalig eine Straßenbahn über bis zu 500 m lange Teilstrecken von einem unabhängigen Bordsystem angetrieben, so dass auf diesen Abschnitten keine Stromversorgung über die Oberleitungen notwendig ist. Die örtlichen Gegebenheiten ermöglichen es, dass nach Durchfahren der batteriebetriebenen Abschnitte eine langsame Aufladung der Speicherbatterien im Fahrdrahtbereich erfolgen kann. Aufgrund der nur geringen Entladung auf den Autonomie-Strecken, der langsamen Aufladung und der relativ geringen Zyklenanzahl kann eine hohe Systemlebensdauer erreicht werden. Dank der verzichtbaren Oberleitungsinfrastruktur kann der Charakter zweier historischer Plätze erhalten bleiben. [Leno07; SöZu07] Bei den eingesetzten Akkumulatoren handelt es sich um einen Nickel-Metallhydrid-Batteriecontainer der französischen Firma Saft S.A. Dasselbe System wird in Japan auch bei Vollbahnen erprobt (Abbildung 2).


NE-Train_JREast_Elektro_Akkumulator_Hybridantrieb_gr.jpgAbb. 1: Funktionsweise des New Energy-Zuges der JR East [JRE10] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)


Ein weiteres Experiment wurde in Mladejov na Morave – Hrebec bei der Universität Pardubice in der Tschechoslowakei durchgeführt und hat ergeben, dass Einsparungen bei den Betriebskosten möglich sind, wenn mehr Elektroakkumulatoren in Dieselzügen eingesetzt würden. Auf der Teststrecke von Mladejov nach Nova Ves werden nur ungefähr 1,2 kWh verbraucht und zusammen mit dem Aufladungsprozess läge der Verbrauch bei maximal 2 kWh. Der Preis hierfür lag bei der Betrachtung bei ungefähr € 0,36. Für die gleiche Strecke benötigt man ungefähr 3 l Diesel. Dieser kostete zu dem Zeitpunkt ungefähr € 3,60. Allerdings werden Akkumulatorentlokomotiven nicht in großen Mengen hergestellt, so dass diederzeitige Investition in diese Technologie noch sehr zu hoch ist [DOLE15].

Auf das gleiche Prinzip setzt auch ein vom Deutsche Bahn AG Konzern gefördertes Forschungsprojekt Eco DeMe Train, innerhalb dessen in Zusammenarbeit mit der Südostbayernbahn, der TU Dresden, TH Deggendorf, TU Chemnitz und Bambardier Transportation ein Prototypfahrzeug entwickelt werden soll, das eine Streckenlänge von bis zu 200 km mit Hilfe eines eingebauten Energiespeichers oder Brennstoffzelle mit elektrischer Traktion ohne Oberleitung befahren kann [Kett11] und [DBFP17] .

Diesel-Luftdruck-Hybridantrieb

Die Voith Turbo GmbH & Co. KG hat ein als EcoPack bezeichnetes Hybrid-Antriebssystem entwickelt, welches Luftdruck als zweite Antriebsquelle nutzt. Die zum Aufbau des Drucks benötigte Energie wird während der auftretenden Bremsvorgänge gewonnen. Über hydrostatische Antriebselemente wird dann das Schienenfahrzeug angetrieben. Lokomotiven oder Triebwagen können auf diese Weise zusätzlich beschleunigt werden (Boost-Betrieb). Die sich daraus ergebenden ökologischen Vorteile der EcoPack-Lösung sind ähnlich wie bei der Akkumulatorentechnik (CO2-Emissions- und Kraftstoffeinsparungen); im Vergleich zu dieser bietet jedoch das EcoPack ein verringertes Zusatzgewicht sowie eine längere Lebensdauer der Energiespeicher. [SaZi10; VoTu08]. Daneben stellen Schwungradspeicher zur Speicherung von wiedergewonnener Energie aus Bremsvorgängen eine effizientere Methode dar mit weniger Langzeitspeicherverlust. Mit dem sogenannten magnetischen Schwungrad kann zuvor gewonnene Bremsrekuperationsenergie zeitverzögert und bedarfsnah eingesetzt werden [KAND15] .

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Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Prof. Dr. M. Wietschel
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Innovative Antriebstechnologien im Schienenverkehr (Stand des Wissens: 05.05.2017)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?344435
Literatur
[Amal12] Amalia, Julían Galicia, más cerca con los trenes duales, veröffentlicht in Via libre, Ausgabe/Auflage 564, 2012, ISBN/ISSN 1134-1416
[DBFP17] o.A. Mit Hybrid-Technik auf die Schiene, Oberbayerisches Volksblatt GmbH & Co. Medienhaus KG, Rosenheim, 2016/10/08
[DOLE15] Dolecek, R., Cerny, O., Mlynarik, L., Sykora, P. Passenger accumulator fed railcars in regional railway traffic, veröffentlicht in Transport Problems, Ausgabe/Auflage 10/2, 2015, ISBN/ISSN 1896-0596
[Gran07] Andrew Grantham Hybrid technology enters the real world, veröffentlicht in Railway Gazette, Ausgabe/Auflage 07, DVV Media Group, 2007/07, ISBN/ISSN 0373-5346
[Hond10] Hondius, Harry, Dr. Next-generation tram-train is ready to roll, veröffentlicht in Railway Gazette International, Ausgabe/Auflage 05/2010, Reed Business Publ. / Sutton Surrey (UK) , 2010/05, ISBN/ISSN 0373-5346
[JRE10] o. A. JR East Group - Sustainability Report 2010, 2010/09
[KAND15] Kandil, M.S., Dubois, M.R., Trovao, J.P., Bakay, L.S. A Sliding Mode Control of a Hybrid Magnetic Bearing for Wayside Flywheel Energy Storage Systems, In Vehicle Power and Propulsion Conference (VPPC), IEEE , 2015, Online-Referenz https://www.researchgate.net/profile/Maxime_Dubois2/publication/308848593_A_Sliding_Mode_Control_of_a_Hybrid_Magnetic_Bearing_for_Wayside_Flywheel_Energy_Storage_Systems/links/58950c5aa6fdcc32dbcfb3d5
[Kett11] Kettner, Joachim Den Schienenverkehr fit machen für die Zukunft , veröffentlicht in Eisenbahntechnische Rundschau, Ausgabe/Auflage 09/2011, DVV Media Group GmbH, Hamburg , 2011/09, ISBN/ISSN 0013-2845
[Leno07] Eric Lenoir Nizza weiht die erste Straßenbahn mit Batteriebetrieb ein, 2007/11/26
[MEIN15] Meinert, M., Prenleloup, P. , Schmid, S., Palacin, R. Energy storage technologies and hybrid architectures for specific diesel-driven rail duty cycles: Design and system integration aspects, veröffentlicht in Applied Energy, Ausgabe/Auflage 157, 2015, Online-Referenz doi:10.1016/j.apenergy.2015.05.015
[NEPR16] o.A. Alstom übergibt Hybrid-Loks an Deutsche Bahn, DVV Media Group GmbH, Hamburg, 2016/10/14
[OoDu09] Oostra, Jolt, Dunger, Werner Hybrid-Rangierlokomotiven: Technik und Anwendungen, veröffentlicht in ZEVrail, Ausgabe/Auflage 09/2009, Georg Siemens Verlag / Berlin , 2009/09, ISBN/ISSN 1618-8330
[Osaw04] Osawa, Mitsuyuki New Energy Train - Der weltweit erste Triebwagen mit Hybridantrieb, veröffentlicht in Rail International - Schienen der welt, Ausgabe/Auflage 04, 2004/04
[RB10a] o. A. Neue Züge - Neue Antriebe, veröffentlicht in Rail Business, Ausgabe/Auflage 45/10, DVV Media Group GmbH / Hamburg, 2010/11/08, ISBN/ISSN 1867-2728
[Russ10] o. A. The tram-train: perfect in form and function for the city and the region, veröffentlicht in Eurotransport, Ausgabe/Auflage Issue 1/2010, Russell Publishing Limited / Kent, UK, 2001/02, ISBN/ISSN 1478-8217
[SaZi10] Sandig, Rainer, Zikoridse, Gennadi Sinkende Grenzwerte treiben Entwicklung voran, veröffentlicht in Internationales Verkehrswesen - Spezial September 2010 GreenTech: Energieeffiziente Fahrzeugtechnik, Ausgabe/Auflage 09/10, DVV Media Group GmbH / Hamburg, 2010/09
[Smit10] Smith, Keith Alstom puts weight behind Citadis Dualis , veröffentlicht in International Railway Journal, Ausgabe/Auflage 02/2010, Headley Brothers Ltd / Kent , 2010/02, ISBN/ISSN 0744-5623
[SöZu07] Söffker, Carsten, Tutzauer, René Bahn-Antriebstechnik für sensible Streckenabschnitte und zur Energierückgewinnung, veröffentlicht in Elektrische Bahnen, Ausgabe/Auflage 07, Georg Siemens Verlag, 2007/07, ISBN/ISSN 0013-5437
[Stre10] Streeter, Tony A city committed to tram-trains, veröffentlicht in Tramways & Urban Transit, Ausgabe/Auflage 01/2010, Peterborough, UK, 2010/01
[TALGO10] o. A. Talgo 250, Madrid, 2010/02/10
[Uhle09] Uhlenhut, Achim, Dipl.-Ing. (FH) InnoTrans 2008: Große Bandbreite im SPNV vom sanierten Kurzstrecken-Oldie bis zur koreanischen Magnetbahn, veröffentlicht in Verkehr und Technik, Ausgabe/Auflage 01/2009, Erich-Schmidt-Verlag / Berlin , 2009/01, ISBN/ISSN 0340-4536
[VoTu08] o.A. Neue Diesel-Hybrid-Technik von Voith Turbo für Schienenfahrzeuge, 2008/03/10
Weiterführende Literatur
[Furu] Furuta, Ryosuke Development of the New Energy Train, 2006/10
[FuTe04] Fujii, Taketo, Teraya, Nobutsugu, Osawa, Mitsuyuki Special edition paper - Development of an NE train, veröffentlicht in JR EAST Technical Review, Ausgabe/Auflage 04/2004, Tokyo, Japan, 2004
[E/ECE/324-E/ECE/TRANS/505] Uniform provisions concerning the approval of passenger cars powered by an internal combustion engine only, or powered by a hybrid electric power train [...]
Addendum 100: Regulation No. 101
Glossar
Traktion Unter Traktion versteht man im Schienenverkehrsbereich die kraftgetriebene Fortbewegung von Triebfahrzeugen. Bei der Art des Antriebssystems unterscheidet man heutzutage i. d. R. Triebfahrzeuge mit dieselelektrischen oder -hydraulischen bzw. rein elektrischen Aggregaten zur Kraftübertragung (auch: Diesel- bzw. Elektrotraktion).  Die Traktionsart Dampf wird hierzulande nur noch im Bereich von Museumsbahnen eingesetzt. Mehrere gekoppelte Triebfahrzeuge bilden eine sog. Mehrfachtraktion. Üblicherweise werden diese nach der Anzahl der eingesetzten Triebfahrzeuge benannt (z. B. Doppel- oder Dreifachtraktion).
Hochgeschwindigkeitsverkehr Als Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) werden Zugfahrten von Trieb[wagen]zügen (sog. Hochgeschwindigkeitszüge) bzw. dafür geeigneten lokbespannten Zügen mit mehr als 200 km/h Spitzengeschwindigkeit auf extra dafür [um]gebauten HGV-Strecken bezeichnet.
Hybridantrieb Unter Hybridantrieben wird in der Fahrzeugtechnik die Mischnutzung mindestens zweier unterschiedlicher Energiequellen zur Bewegung eines Fahrzeugs verstanden. Der Antrieb durch die einzelnen Energiequelle kann hierbei unabhängig voneinander stattfinden.
Tram-Train Tram-Train bezeichnet eine Form des Mehrsystembetriebs im schienengebundenen Verkehr, bei der zweisystemfähige Fahrzeuge sowohl im städtischen Straßenbahnnetz als auch im konventionellen Vollbahnnetz verkehren. Der Antrieb wird hierbei entweder ausschließlich in der Elektrotraktion, jedoch mit zwei unterschiedlichen Bahnstromsystemen, oder durch eine Kombination von Elektro- und Dieseltraktion (Hybridantrieb) realisiert.
AC
Wechselstrom
Hybrid
Der Ausdruck Hybrid bedeutet "etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Gemischtes". Es stammt ab von dem lateinischen Fremdwort griechischen Ursprunges Hybrida. In der Technik wird ein hybrides System, aus zwei unterschiedlichen Technologien miteinander kombiniert.
CO2
Kohlenstoffdioxid. Ein Gas, welches zu ca 0,4% in der Erdatmosphäre vorkommt, bildet den Grundstock für pflanzliches Leben und pflanzliche Biomasse. Es entsteht z.B. bei der Verbrennung (Oxidation) von Kohlenstoff mit Sauerstoff. Durch seine Wirkung als Treibhausgas und der massiven Freisetzung bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit der wichtigste Auslöser des Klimawandels.
Doppelschichtkondensator Ein Doppelschichtkondensator ist ein Energiespeichermedium, das aus zwei Elektroden besteht, welche mit Elektrolyten benetzt sind. Elektrische Spannung wird somit elektrostatisch gespeichert, anders als bei der chemischen Energiespeicherung in Batterien.
Betriebskosten Betriebskosten sind laufende Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Erbringung von Verkehrsleistungen entstehen. Hierzu zählen bspw. Aufwendungen für Energie, Personal, Trassen- oder Mautgebühren.
kWh
= Kilowattstunde. Die Wattstunde (Einheitenzeichen: Wh) ist eine Maßeinheit der Arbeit und damit eine Energieeinheit. Eine Wattstunde entspricht der Energie, welche eine Maschine mit einer Leistung von einem Watt in einer Stunde aufnimmt oder abgibt.

Im Alltag gebräuchlich und verbreitet ist die Kilowattstunde, das Tausendfache der Wattstunde. In ihr werden vor allem Strom-, aber auch Heizwärmekosten abgerechnet.
EVU Eisenbahnverkehrsunternehmen
Triebfahrzeug
Ein Triebfahrzeug (Tfz) ist ein einzelnes Regeleisenbahnfahrzeug mit einem eigenen Fahrzeugantrieb (Lokomotiven, Triebwagen). Eine Sonderform bilden Triebköpfe, die in einem fest gekoppelten Triebzug zusammen mit antriebslosen Mittel- und Steuerwagen betrieben werden. Lokomotiven kommen normalerweise im Verbund mit gekoppelten Reisezug- oder Güterwagen zum Einsatz. Triebwagen sowie auch Triebzüge werden als gekoppelten Einheiten gleichen Typs in sogenannten Triebwagenzügen eingesetzt. Weitere Tfz sind Kleinlokomotive und selbstfahrende Nebenfahrzeuge.
Rekuperation
Rekuperation bezeichnet die Rückführung eines Anteils der von einem elektrisch angebtriebenen Fahrzeug entnommenen Traktionsenergie in die Fahrzeugbatterie oder das Bahnstromnetz. Diese Energie wird beim Bremsvorgang durch den Betrieb des Elektromotors im Generatorbetrieb bzw. durch die elektrodynamische Nutzbremse generiert.
Eisenbahnverkehrsunternehmen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sind öffentliche Einrichtungen oder privatrechtlich organisierte Unternehmen, die Eisenbahnverkehrsleistungen erbringen. "Eisenbahnverkehrsunternehmen" stellt einen europarechtlichen Begriff dar, welcher durch nationales Recht in Form von § 2 (1) des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) konkretisiert wird.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?342673

Gedruckt am Mittwoch, 22. Mai 2019 09:32:14