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Fähr- und Ro/Ro-Verkehr: Ostsee

Erstellt am: 12.09.2002 | Stand des Wissens: 28.05.2019
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Die geographische Lage der Ostsee zwischen der skandinavischen Halbinsel und dem Kontinent bewirkt, dass sich allgemein zwei Typen von Fähr- und Ro/Ro-Diensten unterscheiden lassen - die querenden Verkehre mit Schweden sowie Deutschland-Dänemark und Estland-Finnland einerseits und die Verkehre entlang der Ostseelängsachse nach Finnland, in das Baltikum und nach Russland.
Faehrverbindungen Ostsee.PNGAbb. 1: Fährverbindungen der Ostsee (eigene Darstellung nach [CrFe19]) (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)

In der westlichen Ostsee wurde die Entwicklung im Wesentlichen durch die Fertigstellung der festen Querungen über den Großen Belt (1997/1998) und den Öresund (2000) bestimmt, die erhebliche Passagier- und Güterströme nach sich zogen. Bedeutsam war auch der Wegfall des Duty-free-Verkaufs an Bord der Schiffe im Verkehr zwischen den EU-Ländern, der die Reedereien zwang, sich stärker auf den weiter wachsenden Frachtverkehr zu konzentrieren [Conz05]. 
Der Verkehr Schweden-Finnland ist, da bei Berührung der Aland-Inseln Duty-free-Verkauf möglich ist, weiterhin von einem hohen Passagierverkehr mit Kreuzfahrtcharakter dominiert, ebenso der Verkehr Deutschland-Norwegen. Auch im sehr stark gewachsenen Verkehr Finnland-Estland dominiert die Passage. Der größte Anbieter von Fähr- und Ro/Ro-Diensten in Nordeuropa ist die Stena Group mit einer Bruttotonnenkapazität von 935.898, sowie eine Spurmeterkapazität von 70.886 Metern im Jahr 2017 [SHIP18, S. 32].

Bei den volumenmäßig wesentlich geringeren Ostseelängsverkehren dominieren Frachtverkehre, im Finnlandverkehr in hohem Maße bestimmt durch die logistischen Erfordernisse der finnischen Forstproduktindustrie. Die Verkehre mit dem Baltikum und Russland entwickelten sich nach hoher Instabilität in den 1990er-Jahren mit hoher Dynamik. Nach der EU-Erweiterung beeinflusste der starke Wettbewerb von Seiten des direkten Landwegs die Verkehre aus der südlichen Ostsee in die baltischen Länder negativ [Oppel05].
Glossar
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Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Märkte des Fähr- und Ro/Ro-Verkehrs (Stand des Wissens: 28.05.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?284783
Literatur
[Conz05] Conzen, H.-H. Markt der Veränderungen, veröffentlicht in Internationales Verkehrswesen, Deutscher Verkehrs-Verlag / Hamburg, 2005/03, ISBN/ISSN 0020-9511
[CrFe19] Cruise & Ferry Center AG (Hrsg.) Fährkarten und Fährstrecken Nordeuropa, 2019
[Oppel05] Oppel, J.-A. Die Entwicklung der Fähr- und Ro/Ro-Schifffahrt in der Ostsee, veröffentlicht in Märkte im Wandel - mehr Mut zu Wettbewerb : Festschrift zum 65. Geburtstag von Rolf W. Stuchtey, Ausgabe/Auflage 1, Peter Lang / Frankfurt a..M., 2005, ISBN/ISSN 3-631-52943-0
[SHIP18] SHIPPAX (Hrsg.) SHIPPAX-MARKET2018, 2018
Weiterführende Literatur
[SAI06] BMT Transport Solutions GmbH Hamburg, Centre for Maritime Studies, SAI - Sjöfartens Analys Insitut The Institute of Shipping Analysis BALTIC MARITIME OUTLOOK 2006 - Goods flows and maritime infrastructure in the Baltic Sea Region, o.O., 2006/03
[Tesc02] Tesch, Gernot, Die Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs auf Märkten des Fährverkehrs, Lang / Frankfurt am Main [u.a.], 2002, ISBN/ISSN 3-631-38865-9
[ISL00] o.A., Entwicklungstendenzen der deutschen Nordseehäfen bis zum Jahre 2015 , Bremen, 2000/10
[BGW04] MariTerm AB Göteborg , Lloyd's Register Fairplay Research Göteborg , Shipping Analysis Institute Göteborg The Sea Transport Infrastructure - A Baltic Gateway report - Work Package 1, Göteborg, 2004/10
Glossar
Ro/Ro Abkürzung für "Roll on/Roll off" - beschreibt im Seeverkehr den rollenden Ladungsumschlag über schiffseigene und/oder landseitige Rampen; im Kombinierten Verkehr die horizontale Verladung rollender oder rollbar gemachter Ladeeinheiten.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?8511

Gedruckt am Freitag, 3. Juli 2020 12:22:54