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Maßnahmen im Radverkehr bei Events

Erstellt am: 04.03.2004 | Stand des Wissens: 26.11.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Der Radverkehr als Eventverkehrsmittel wird oft eher nachrangig behandelt. Vordringlicher Handlungsbedarf besteht - je nach Einzugsbereich - in der Schaffung ausreichender und sicherer Abstellmöglichkeiten. Diese sollten bei festen Veranstaltungsbauten im Rahmen der Bauleitplanung gefordert werden. Zudem sollte eine Anbindung an das überörtliche Radwegenetz hergestellt und ausgeschildert werden.
Bei Kurzevents an sonstigen Orten können unter Umständen ausgewiesene und bewachte Fahrradabstellzonen helfen, ein "Fahrradchaos" zu vermeiden, das zum Sicherheitsrisiko bei Massenflucht werden kann.
Für die Förderung von umweltfreundlichem Eventtourismus kann auch eine Integration von Fahrradvermietungen oder öffentlichen Fahrradverleihsystemen (unter anderem "Call-a-bike"-Angebot der Bahn AG) in das Angebot des Eventveranstalters in Erwägung gezogen werden. Ein umfassender Ansatz zur Radverkehrsförderung wurde bei der Expo 2002 in der Schweiz umgesetzt [Velo03].
Eine Fahrradmitnahme in Zügen und Bussen kann in Einzelfällen sinnvoll sein [DiSc04]. Innerhalb von Stoßzeiten der An- und Abreise ist dies jedoch nicht empfehlenswert.
Eigens kreierte Fahrradbuslinien stellen eine Möglichkeit dar, Freizeitverkehrsangebote des öffentlichen Personennahverkehrs mit nachhaltiger Mobilität zu verknüpfen [Frei05].
Auch die Radnutzung kann selber zum Event werden, zum Beispiel im Rahmen von autofreien Aktionstagen, bei denen bestimmte Streckenabschnitte für Radler (und Inliner) gesperrt werden.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Eventverkehr (Stand des Wissens: 26.11.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?287768
Literatur
[DiSc04] et al., Dienel, Hans-Liudger, Flaig, Jörn, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), Schiefelbusch, Martin, MA/MSc, Schäfer, Tanja, Geogr. M.A. Handbuch Eventverkehr, Erich Schmitt-Verlag, Berlin, 2004, ISBN/ISSN 3 503 07830 4
[Frei05] Freitag, Elke Bedeutung und Chancen von Freizeitverkehrsangeboten des ÖPNV, veröffentlicht in Studien zur Mobilitäts- und Verkehrsforschung, Band 13, MetaGIS, Mannheim, 2005, ISBN/ISSN 3-936438-13-7
[Velo03] Stiftung Veloland Schweiz Human Powered Mobility, 2003
Weiterführende Literatur
[Baum03b] Baum, Thomas FreiMove - Dienste und Erschließungskonzepte - Bd. 7: Movie World Bottrop, 2003/05
Glossar
Bauleitplanung
Die Bauleitplanung ist im Baugesetzbuch (BauGB) und in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) geregelt und dient der Lenkung beziehungsweise Ordnung der städtebaulichen Entwicklung. Die Bauleitplanung ist Teil der kommunalen Selbstverwaltung und ist daher Aufgabe der Gemeinden (Art. 28 Abs. 2 GG).

Die Instrumente der Bauleitplanung sind der Flächennutzungsplan (§ 5 BauGB), als vorbereitender Bauleitplan, der die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung sowie die Art der Bodenutzung im Gemeindegebiet darstellen soll und der Bebauungsplan als verbindlicher Bauleitplan. Dieser konkretisiert die im Flächennutzungsplan dargestellten Bauflächen und enthält rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung (§§ 8 ff. BauGB).

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?76783

Gedruckt am Freitag, 3. April 2020 06:41:36