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Aktuelle Entwicklungen von Radschnellwegen

Erstellt am: 06.06.2019 | Stand des Wissens: 24.06.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Das Thema Radschnellverbindungen steht auf Grund seiner hochgradigen Aktualität und gegenwärtigen Dynamik sehr stark im verkehrspolitischen Fokus. Auch aus Sicht der Verkehrsforschung werden künftig insbesondere Wirkung und Sicherheit von Radschnellverbindungen zunehmend Gegenstand von Forschungen sein. Bislang gibt es vergleichsweise wenige wissenschaftliche Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum. Dies ist vor allem dadurch geschuldet, dass es bislang noch relativ wenige fertige Radschnellverbindungen gibt. Die in Deutschland fertiggestellten Teilstücke in Deutschland lassen in der Regel auch noch keine Beurteilung der Netzwirkung der neu gebauten Verkehrsinfrastrukturen zu. Auch zu Nutzungsfrequenz und zur Unfallsituation gibt es bislang kaum Erfahrungen.

Radschnellverbindungen sind aufgrund ihrer hochwertigen Ausbaustandards Investitionen, die mit hohen Kosten verbunden sind. Aktuelle Entwicklungen betreffen daher vor allem die Thematik der Kosten. Hier werden zurzeit vielerorts Erfahrungen gesammelt.

Auch die Finanzierung ist dabei ein weiteres wichtiges Thema. Entsprechende Fördermöglichkeiten existieren in Deutschland bereits teilweise. In anderen europäischen Ländern, beispielsweise in den Niederlanden, werden schon seit längerem Fördermittel für den Bau von Radschnellverbindungen eingesetzt. Auch ist vergleichsweise viel Bewegung in die rechtlichen Möglichkeiten und Fördermodalitäten in Deutschland gekommen.

Eine ganz zentrale Entwicklung stellt das Thema elektrounterstützter Radverkehr (zum Beispiel Pedelecs) und das Thema E-Mobilität auf Radwegen (Scooter und Co) dar. E-Bikes (genauer gesagt vor allem 'Pedelecs 25' (mit Motorunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde) erleben derzeit einen regelrechten Boom. Die Verkaufszahlen steigen von Jahr zu Jahr und der Flottendurchsatz ist mittlerweile auch im Alltagsverkehr sichtbar. Das Miteinander konventioneller und elektrounterstützter Fahrräder stellt aufgrund der anzunehmenden Geschwindigkeitsdifferenzen eine besondere Herausforderung dar. Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung [eKFV19] wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, weiteren Ministerien und mit Zustimmung des Bundesrates am 6.6.2019 beschlossen. Ab Mitte 2019 konnten zunächst private Elektrokleinstfahrzeuge und nach einer dreimonatigen Sperrfrist auch Fahrzeuge gewerblicher Anbieter (Verleihsysteme) am deutschen Straßenverkehr teilnehmen. Die rechtliche Situation zur Benutzung aller Radwege stellt auch hier künftig eine Herausforderung dar und gilt kritisch, aber vor allem sachgerecht, das heißt insbesondere unter Berücksichtigung der Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer von Radwegen, beobachtet zu werden. Inwieweit diese Entwicklungen betreffend Elektrokleinstfahrzeuge auch die Nutzungsmuster der Radschnellverbindungen beeinflussen bleibt abzuwarten. Es ist jedoch zu vermuten, dass die neue Fahrzeugkategorie nicht nur für die letzte Meile interessant ist, sondern einen breiteren Einsatzbereich, auch auf potenziell für Radschnellverbindungen in Frage kommenden Quelle-Ziel-Relationen des berufs- und ausbildungsbedingten Alltagsverkehrs, finden wird.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Einsatz von Radschnellwegen (Stand des Wissens: 24.06.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?499833
Rechtsvorschriften
[eKFV19] Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung - eKFV
Glossar
CO
= Kohlenstoffmonoxid. CO ist ene chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff und gehört damit neben Kohlenstoffdioxid zur Gruppe der Kohlenstoffoxide. Es ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Kohlenstoffmonoxid beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme von Menschen und Tieren. Schon kleine Mengen dieses Atemgiftes haben Auswirkungen auf das Zentralnervensystem.
Es entsteht bei der unvollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen Substanzen. Dies erfolgt zum Beispiel beim Verbrennen dieser Stoffe, wenn nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht oder die Verbrennung bei hohen Temperaturen stattfindet. Kohlenstoffmonoxid selbst ist brennbar und verbrennt mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid. Hauptquelle für die CO-Belastung der Luft ist der Kfz-Verkehr.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?499509

Gedruckt am Mittwoch, 12. August 2020 03:16:05