Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Aktuelle Fahrerassistenzsysteme

Erstellt am: 31.05.2017 | Stand des Wissens: 31.05.2017
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Fahrerassistenzsysteme (FAS) dienen dazu, die Fahraufgabe des Menschen zu vereinfachen und regulierend bei fehlerhaftem Fahrverhalten einzugreifen. Damit tragen FAS zu einem steigenden Automatisierungsgrad bei.
FAS können nach ihrer Wirkweise vereinfacht in drei Kategorien unterteilt werden [GSW2015].
Kategorie A-Systeme wirken ausschließlich informierend und warnend und somit mittelbar über den Fahrzeugführer auf die Fahrzeugführung. Hierzu zählen die in Abbildung 1 erläuterten Systeme.
471030_Kategorie_A.png

Abbildung 1: Kategorie A-Systeme und deren Wirkweise

Kategorie B-Systeme automatisieren einzelne Fahraufgaben. Dabei können die Systeme unmittelbar Einfluss auf die Fahrzeugsteuerung nehmen, können aber vom Fahrer übersteuert werden. Kategorie B-Systeme sind in der Regel Komfortfunktionen. Einige Beispiele sind in Abbildung 2 aufgelistet.

471030_Kategorie_B.png

Abbildung 2: Kategorie B-Systeme und deren Wirkweise

Unter Kategorie C-Systeme werden eingreifende Notfallfunktionen verstanden, welche unmittelbar in unfallträchtigen Situationen Einfluss nehmen, um Unfälle zu vermeiden oder Unfallfolgen zu minimieren (Beispiele siehe Abbildung 3).
471030_Kategorie_C.png

Abbildung 3: Kategorie C-Systeme und deren Wirkweise

Neben der Einteilung der FAS nach Sicherheitsaspekten, werden häufig auch Kategorien im Zusammenhang mit Energie- und Treibstoffeinsparungen genannt (zum Beispiel in [KKPS15]). Hierzu zählen Systeme, wie Gangwahlassistenten oder Ausrollassistenten.

Im folgenden Absatz sollen die Anforderungen an FAS aus rechtlicher Sicht beurteilt werden.
Teilweise wird die Zuverlässigkeit von den oben genannten FAS in den Genehmigungen von Fahrzeugbauteilen vorgeschrieben. Dabei hängen die Anforderungen an eine Einführung von neuen FAS im Wesentlichen davon ab, ob die Funktionen eines FAS in Bereiche fallen, in denen Regelungen zur Typgenehmigung existieren. So bestehen beispielsweise eine Vielzahl an Anforderungen für FAS, welche das Lichtsystem betreffen. Hingegen fallen warnende und informierende Systeme (zum Beispiel Totwinkel-Assistent oder Anzeige der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) kaum oder nur selten in Bereiche mit bestehenden Typgenehmigungsbestimmungen und können deshalb schneller eingeführt werden. Typgenehmigungsbestimmungen finden heutzutage fast ausschließlich auf internationaler Ebene statt, weshalb aufgrund des Abstimmungsbedarfs die Vorschriften von Typgenehmigungsverfahren langwieriger sind als die Entwicklung neuer FAS [GSW2015i].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Zuverlässigkeit und Sicherheit des automatisierten Straßenverkehrs (Stand des Wissens: 20.06.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?471810
Literatur
[GSW2015] Tom Michael Gasser, Andre Seeck, Bryant Walker Smith Rahmenbedingungen für die Fahrerassistenzentwicklung, veröffentlicht in Handbuch Fahrerassistenzsysteme - Grundlagen, Komponenten und Systeme für aktive Sicherheit und Komfort, Ausgabe/Auflage 3, 2015, ISBN/ISSN 978-3-658-05733-6
[KKPS15] Thomas Kleine-Besten, Ulrich Kersken, Werner Pöchmüller, Heiner Schepers, Torsten Mlasko, Ralph Behrens, Andreas Engelsberg Navigation und Verkehrstelematik, veröffentlicht in Handbuch Fahrerassistenzsysteme - Grundlagen, Komponenten und Systeme für aktive Sicherheit und Komfort, Ausgabe/Auflage 3, 2015
Glossar
FAS Fahrerassistenzsysteme (FAS; engl.: Advanced driver assistence system (ADAS)) sind technische Ausstattungen im Fahrzeug, welche das Ziel haben, die Sicherheit, die Leistungsfähigkeit des Straßenverkehrs oder den Komfort des Fahrzeugführers zu verbessern. Dazu wird durch Informationen oder Warnungen auf den Fahrer Einfluss genommen oder den Willen des Fahrers unterstellend durch Interventionen in das Fahrzeugverhalten eingegriffen. Dabei kann auch Telematik zum Einsatz kommen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?471030

Gedruckt am Montag, 18. November 2019 16:52:36