Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Betriebliche Aspekte größerer Fahrzeuge im ÖPNV

Erstellt am: 10.06.2008 | Stand des Wissens: 19.12.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, Prof. Dr.-Ing. R. König

Beim Einführen größerer Fahrzeugen sind einige betriebliche Aspekte zu beachten. Neben eventuellen Anpassungsmaßnahmen an der Strecke und den Haltestestellen sind Maßnahmen am Betriebshof, in dem die Fahrzeuge abgestellt werden, und in der Werkstatt unumgänglich. Die Hallen müssen eine entsprechende Länge aufweisen und - zumindest beim Einsatz von Doppelgelenkbussen - die Möglichkeit der Durchfahrt bieten. Werkstattgruben müssen der entsprechenden Fahrzeuglänge angepasst werden. [Warn07]

Beim Betrieb von Anhängergespannen sind Abstellmöglichkeiten für den Anhänger vorzuhalten. Diese sollten möglichst derart gestaltet sein, dass der Anhänger vor Vandalismusschäden geschützt ist und das An- und Abkuppeln vom Fahrer selbst durchgeführt werden kann. [Deut07]
Im innerstädtischen Verkehr spielt die Höchstgeschwindigkeit der Busse nur eine geringere Rolle, weil der Haltestellenabstand in der Regel nur wenige hundert Meter lang ist. Nichtsdestotrotz sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Kraftomnibusse mit Anhängern oder mit Fahrgästen, für die keine Sitzplätze mehr zur Verfügung stehen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h nicht überschritten werden darf. [StVO §18 (5)]
Für den Betrieb der meisten größeren Fahrzeuge sind Ausnahmegenehmigungen erforderlich, an die zumeist Auflagen geknüpft sind. Dazu gehört eine Schulung des Fahr- und Werkstattpersonals. Es ist eine ausreichende Zahl an Fahrern zu schulen, um den Dienstplan flexibel gestalten zu können. Bei der Kalkulation der Kosten sind die Schulungen zu berücksichtigen. [Deut07; Krich06; ASEAG07]
Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gibt es bezüglich der Fahrgäste stets tageszeitabhängige Nachfrageschwankungen. Die Stadt Stuttgart hat schon seit längerem erhebliche Probleme mit der Feinstaubbelastung. Deshalb appelliert die baden-württembergische Landeshauptstadt an Tagen mit besonders hohen Messwerten an die Bevölkerung, auf den ÖPNV umzusteigen. Dadurch steigt bei den Verkehrsunternehmen das Verkehrsaufkommen, wodurch ein flexibler Einsatz größerer Verkehrsmittel sinnvoll ist. Da in der Hauptverkehrszeit zwischen 7 und 8 Uhr die Fahrzeuge bereits an normalen Werktagen sehr voll sind, empfiehlt der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart auf seiner Internetplatform den Pendlern entweder vor 7 oder nach 8 Uhr den ÖPNV zu nutzen.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, Prof. Dr.-Ing. R. König
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Größere Fahrzeuge im ÖPNV (Stand des Wissens: 19.12.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?266847
Literatur
[ASEAG07] o.A. Geschäftsbericht ASEAG 2006, 2007/06/15
[Deut07] Deutsch, Volker, Obering. Dr.-Ing., Hüttebräucker, Udo Mini-Buszug in Leichlingen - Erfahrungen und eine erste Bilanz, veröffentlicht in Der Nahverkehr, Ausgabe/Auflage 12/2007, 2007
[Krich06] Krichel, Peter, Dipl.-Ing. Evaluierung eines Kamera-Monitor-Systems am Beispiel eines Doppelgelenkbusses im Linienbusverkehr der ASEAG, 2006/03
[Warn07] o.A. Megaliner im Kommen: Betrieb und Instandhaltung von Doppelgelenkbussen, veröffentlicht in Das Warnkreuz, Ausgabe/Auflage 2/2007, 2007
Rechtsvorschriften
[StVO] Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
Glossar
Verkehrsaufkommen Das Verkehrsaufkommen beschreibt die Anzahl der zurückgelegten Wege, beförderten Personen oder Güter pro Zeiteinheit. Im Unterschied dazu bezieht sich das spezifische Verkehrsaufkommen auf zurückgelegte Wege und beschreibt die mittlere Anzahl der Ortsveränderungen pro Person und Zeiteinheit.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?266658

Gedruckt am Dienstag, 26. Mai 2020 16:29:16