Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Pkw-Besetzungsgrad bei der privaten Autonutzung

Erstellt am: 29.03.2004 | Stand des Wissens: 15.11.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Der durchschnittliche Besetzungsgrad von Pkw ist, den Mobilität in Deutschland (MiD) - Studien folgend, in Deutschlandvon 2003 bis 2019 weitgehend konstant bei 1,5 geblieben [infas18 | Tab. A15; DIW03d; infas10].

Grundsätzlich wirkt eine zunehmende Motorisierung besetzungsgradsenkend, die zunehmende Bedeutung privater Reisezwecke und die Bildung von Fahrgemeinschaften erhöht dagegen den Besetzungsgrad [BMVBS06i, S. 54]. Während der Besetzungsgrad mit der Haushaltsgröße zunimmt, sinkt er mit zunehmendem Pkw-Besitz im Haushalt ab [DHHK98, S. 22].

Im Berufs- und Dienstverkehr ist der mittlere Besetzungsgrad mit 1,2 und 1,1 Personen besonders gering [infas10, S. 91]. Fahrgemeinschaften sind sehr selten, könnten aber vor allem im Berufsverkehr zu einer Reduktion der Fahrleistungen beitragen und so Spitzenbelastungen im Verkehrsnetz reduzieren und Kosten einsparen.

Weitere ungewichtete Besetzungsgrade lassen sich nach [infas10, S. 91] ermitteln für:
  • Wege zur Arbeit mit 1,2, [nach DHHK98: 1,24]
  • dienstliche Wege mit 1,1
  • Ausbildungswege mit 1,7
  • Einkaufswege mit 1,5
  • Wege für Erledigungen mit 1,5
  • Freizeitwege mit 1,9 [nach DHHK98: 1,86],
  • und Begleitwege mit 1,9.
Die Jahresfahrleistung und damit in gewissem Maße auch die Fahrtlänge haben einen nur geringen Einfluss auf den Besetzungsgrad, ebenso wie die Antriebsart oder das Baujahr. Bei allen Einflussgrößen schwankt der mittlere Besetzungsgrad zwischen 1,4 und 1,5 [infas18 | Tab. A15]. Die Tabelle liefert auch mittlere Besetzungsgrade je Bundesland, Kreistyp, Raumtyp, Haushaltstyp sowie für Wochentage.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Daten zur privaten Autonutzung (Stand des Wissens: 26.11.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?312552
Literatur
[BMVBS06i] BVU Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH , Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. , Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr Mittelfristprognose Winter 2006/2007, 2007/01
[DHHK98] H. Dürholt , R. Hamacher , H. Hautzinger , B. Krämer , L. Neumann , Th. Pischner , B. Schaaf Strategien zur Erhöhung des Besetzungsgrades im Pkw-Verkehr, Heilbronn, 1998/06
[DIW03d] DIW - Forschungsabteilung Energie, Verkehr, Umwelt , infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Mobilität in Deutschland 2003, 2003
[infas10] DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung, infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Mobilität in Deutschland 2008 (MiD 2008) , 2010/02
[infas18] DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung, infas 360 GmbH, infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft , IVT Research GmbH Mobilität in Deutschland 2017 - Tabellenband, 2018/12
Glossar
Besetzungsgrad Unter Besetzungsgrad wird die Auslastung von Verkehrsmitteln verstanden. Im Öffentlichen Personennahverkehr entspricht das Platzangebot dabei i. d. R. der Summe aus den Sitzplätzen und 4 Plätzen je m² Stehfläche. Der Besetzungsgrad wird hierbei in % angegeben. Er liegt im Durchschnitt bei rd. 20 % und erreicht in der Spitze Werte zwischen 80 und 100 %. Vor allem bei besonderen Veranstaltungen kann der Besetzungsgrad im ÖPNV auch über 100 % betragen. In Analogie hierzu wird auch im Individualverkehr oft dieser Begriff verwendet; damit sind jedoch häufig die Anzahl der (durchschnittlich) im Auto befindlichen Personen gemeint (z. B. 1,2 Personen) und nicht die Platzauslastung. Zum Teil wird daher auch der Begriff "Besetzungszahl" verwendet. Der Quotient aus der Summe der Personenfahrten im Pkw und der Anzahl der Pkw-Fahrten wird auch als "ungewichteter Besetzungsgrad" bezeichnet. Daneben gibt es den seltener verwendeten "gewichteten Besetzungsgrad", der die Fahrtlängen berücksichtigt. Da mit zunehmender Fahrtlänge die Besetzung höher ist, liegt der gewichtete Besetzungsgrad um ca. 0,1 höher als der ungewichtete.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?79638

Gedruckt am Mittwoch, 11. Dezember 2019 01:01:13