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Kooperationen im Luftverkehrsmarkt

Erstellt am: 06.02.2018 | Stand des Wissens: 11.05.2019
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Luftverkehrsunternehmen treffen im technischen und operativen Bereich bilaterale und multilaterale Kooperationsabkommen zum Zweck der Rationalisierung oder der Erhöhung der Netz- und Flugplandichte (Frequenz und Ziele). Diese Kooperationsziele sind als positive Synergien allgemein anerkannt. Einige Kooperationen dienen jedoch auch der Steigerung der Marktmacht auf Beschaffungsmärkten oder der Minderung des Wettbewerbs auf den Kundenmärkten; diese Kooperationsziele sind wettbewerbspolitisch nicht unbedenklich.

Kooperationen zum Zweck der Rationalisierung (oder Effizienzsteigerung oder Kostensenkung; dies sind alles Synonyme) beziehen sich beispielsweise auf den Austausch von Luftfahrzeugen und Besatzungen oder die Übertragung von Wartungs- und Abfertigungsaufgaben (Maintenance, Repair, Overhaul (MRO)). Auch Ground-Handling-Agreements zur gemeinsamen Infrastrukturnutzung sind üblich. Hinzu kommen Kooperationen in der Luftfahrtforschung.

Ein allgemeiner Rahmen für branchenweite Kooperationen wird durch die International Air Transport Association (IATA) und die International Civil Aviation Organization (ICAO) bereitgehalten für die Bereiche Wartung, Reparatur, Instandhaltung, Ersatzteilhaltung, Ausbildung und Reservierung [Stro07].

Im kommerziellen Bereich gibt es gemeinsame Vertriebsabkommen, Joint Ventures, Royalty-Agreements (Gebührenabkommen), Pool-Abkommen, Franchises und Codesharing. Folgende Kooperationsformen werden in weiteren Berichten näher beschrieben:

  • Franchise-Abkommen,
  • Strategische Allianzen und Codesharing
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Kooperationen (Formen und wettbewerbspolitische Implikationen) (Stand des Wissens: 13.05.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?481384
Literatur
[Stro07] Strobach, Daniel Wettbewerb im Luftverkehr - Deregulierung und strategische Allianzen, veröffentlicht in Schriftenreihe des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik, Ausgabe/Auflage Nr. 1 (2007 VER), Wirtschaftsuniversität / Wien, 2007
Glossar
IATA Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung - IATA (International Air Transport Association) ist der weltweit tätige Verband der Verkehrsfluggesellschaften.
MRO MRO steht für Maintenance, Repair and Operations. MRO-Bedarfe sind die sogenannte "indirekten Bedarfe" in der Produktion eines Industriebetriebes. Diese Bedarfsgüter gehen im Gegensatz zum Fertigungsmaterial nicht substantiell in die Produkte ein: neben Instandhaltungsmaterial und Ersatzteilen sind dies insbesondere Betriebsstoffe und sonstige Prozessbedarfe wie schnellverschleißende Werkzeuge und Vorrichtungen. Typische Beispiele sind auch Büromaterial oder Hygienepapiere.
ICAO
Die International Civil Aviation Organization (ICAO) ist die Internationale Zivilluftfahrtorganisation zur Vereinheitlichung und Regelung der Zivilluftfahrt durch Veröffentlichungen von Richtlinien und Empfehlungen.
Instandhaltung Im Kontext des Erhaltungsmanagements bezeichnen die Begiffe "Instandhaltung" und "bauliche Unterhaltung" bauliche Maßnahmen kleineren Umfangs zur Substanzerhaltung von Verkehrsflächen, die mit geringem Aufwand in der Regel sofort nach Auftreten eines örtlich begrenzten Schadens ausgeführt werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?478999

Gedruckt am Mittwoch, 1. April 2020 20:11:06