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Einordnung und Relevanz der Security beim autonomen Fahren

Erstellt am: 06.08.2017 | Stand des Wissens: 30.07.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. T. Blecker

Seit einigen Jahren ist ausgehend von "einfachen" Kraftfahrzeugen über die Ausstattung mit Komfortfunktionen und Fahrassistenzsystemen bis hin zu den aktuell intensiv diskutierten autonomen Fahrzeugen eine stark steigende Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik zu konstatieren. Zugleich nimmt die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit der umgebenden Infrastruktur stetig zu [KöFo16].

Derzeit wird das Ziel verfolgt, die Autonomie der Fahrzeuge weiter zu steigern so dass sich diese weitgehend ohne menschlichen Eingriff im Straßenverkehrssystem bewegen und auf diese Weise das Fahren und den Verkehrsfluss verbessern können[Poll17]. Für die erforderliche Kommunikation zwischen mehreren Fahrzeugen und dem Verkehrsleitsystem werden intelligente Komponenten und Kommunikationskanäle auf allen Ebenen des Verkehrssystems benötigt. Mit dieser Entwicklung verlagert sich der Fokus der Verkehrssicherheit und der Verfügbarkeit des Verkehrssystems. War dieser ursprünglich auf den Verkehrsteilnehmern verschiebt er sich nun zur intensiven Betrachtung der neuen technischen Komponenten.

Der Aspekt der Security ist beim autonomen Fahren ungleich bedeutender als bei nicht autonomen Fahrzeugen. So nehmen aufgrund der hohen Bedeutung der Informationstechnologie neue Akteure am Verkehrssystem teil (z. B. Telekommunikationsanbieter), treten zusätzliche Angriffsvektoren auf (Cyberattacken) [AhKo16], steigen die Komplexität und damit auch die Verletzbarkeit des Gesamtsystems, während zugleich neue Tätergruppen (Hacker, organisierte Kriminalität, Terroristen etc.) auftreten. Zugleich wird das Thema der Security bislang bei der Diskussion und Entwicklung des autonomen Fahrens vernachlässigt. So existieren beispielsweise keine Prüfverfahren oder Zertifikate, mit der die Security getestet und dokumentiert werden könnte. Erste Projekte wie das u. a. vom DLR seit 2016 durchgeführte Forschungsprojekt PEGASUS wurden noch nicht abgeschlossen [PEGA01].
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. T. Blecker
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Security Autonomes Fahren (Stand des Wissens: 09.10.2017)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?475978
Literatur
[AhKo16] Richard Viereckl, Dietmar Ahlemann, Alex Koster, et al., Connected car report 2016: Opportunities, risk, and turmoil on the road to autonomous vehicles, 2016/09/28
[KöFo16] Frank Köster, Thomas Form, Karsten Lemmer, Jens Plättner Wie gut müssen automatisierte Fahrzeuge fahren - PEGASUS, 2016
[Poll17] Malte Pollmann Autonomes Fahren vor dem Aus?
IT-Security im Connected Car, 2017/05/09
Glossar
Angriffsvektor
Ein Angriffsvektor beschreibt die Gesamtheit aus einem Angriffsweg und der Angriffstechnik gegen (IT-)Systeme und Organisationen.
Verkehrsfluss
Unter Verkehrsfluss versteht man die Anzahl der Fahrzeuge, die eine vordefinierte Verkehrs(quer)fläche pro Zeiteinheit durchfährt.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?473855

Gedruckt am Freitag, 19. Juli 2019 23:39:55