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Buslinienfernverkehr

Erstellt am: 25.04.2013 | Stand des Wissens: 04.04.2019
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Buslinienfernverkehr bezeichnet den Reisebusverkehr zwischen verschiedenen Städten, der für alle Personen zugänglich ist und nach einem öffentlichen Fahrplan regelmäßig angeboten wird. Ein Hauptkriterium für den Buslinienfernverkehr ist in vielen Ländern der Mindestabstand zwischen verschiedenen Haltestellen, der sich von Land zu Land unterscheidet. In Deutschland müssen die Haltestellen einen Mindestabstand von 50 Kilometern aufweisen beziehungsweise die Reisezeit muss zwischen diesen Haltestellen mehr als eine Stunde betragen, um den öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen zu schützen [BMVI17ac]. In Großbritannien beträgt der Haltestellenabstand nur 15 Meilen (24,14 Kilometer) und in Schweden 100 Kilometer [VdVe09, S. 6];[RoWh86, S. 362]. Außerdem gelten in einigen Ländern weitere Kriterien für den Buslinienfernverkehr. Beispielsweise müssen in Schweden, Italien und Norwegen regionale Grenzen überquert werden, damit der Busverkehr in die Kategorie Buslinienfernverkehr gezählt wird [VdVe09, S. 4];[PBefG, § 42a].

Der Markt für Buslinienfernverkehr war bis zum 1. Januar 2013 in Deutschland streng reguliert. Fernbuslinien konnten nur dann angeboten werden, wenn das "öffentliche Verkehrsinteresse" nicht verletzt wurde. Mit der Deregulierung besteht nun ein offener Marktzugang, der die Erfüllung subjektiver Kriterien von den Busunternehmen erfordert. Seit der Deregulierung entwickelt sich der Markt rasant. Innerhalb der ersten vier Jahre nach der Deregulierung hat sich die Anzahl der genehmigten Fernbuslinien von 86 Linien auf 214 Linien erhöht [BMVI17ac]. Um diese Entwicklung besser zu verstehen, behandeln die Syntheseberichte "Nachfrager des Buslinienfernverkehrs" und "Anbieter des Buslinienfernverkehrs" unter anderem die Frage, welche Faktoren für die Verkehrsmittelwahl entscheidend sind, welche Kundensegmente den Fernbus nutzen und welche Strukturen auf der Seite der Anbieter von Buslinienfernverkehr charakteristisch sind.

Je nach Ausgestaltung einer Deregulierung kann sich der Wettbewerb unterschiedlich entwickeln. In dieser Wissenslandkarte werden daher mögliche Organisationsformen einer Deregulierung vorgestellt. Während in Deutschland ein freier Marktzugang eingeführt wurde, ist auch das Modell einer Konzession, die mittels einer Ausschreibung oder eines Antrags vergeben wird, denkbar. Anhand der Länder Großbritannien, USA, Spanien und Schweden werden verschiedene Ausführungen der Deregulierungsformen und deren Folgen für die Entwicklung des Buslinienfernverkehrs in den einzelnen Ländern dargestellt.

Im Zuge der Deregulierung wird immer deutlicher, dass die entsprechende Knoteninfrastruktur immer noch in einigen Großstädten für Fernbusse fehlt. Daher werden in dieser Wissenslandkarte die aktuelle Situation der Zentralen Busbahnhöfe (ZOB) dargestellt sowie mögliche Finanzierungs- und Betriebsmöglichkeiten von Fernbusbahnhöfen aufgezeigt.
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Buslinienfernverkehr (Stand des Wissens: 27.02.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?409383
Literatur
[BMVI17ac] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.) Liberalisierung des Fernbuslinienverkehrs, 2017/10/06
[RoWh86] Robbins, D., White, P. The experience of express coach deregulation in Great Britain, veröffentlicht in Transportation, Ausgabe/Auflage 13, 1986
[VdVe09] Van de Velde, D. Long-Distance Bus Services in Europe: Concessions or Free Market? , 2009/12
Rechtsvorschriften
[PBefG] Personenbeförderungsgesetz (PBefG)
[PBefG12] Personenbeförderungsgesetz

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?409387

Gedruckt am Sonntag, 15. September 2019 20:50:34