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Flächenbedarfe in Häfen für den Betrieb von Offshore-Windkraftanlagen

Erstellt am: 27.02.2013 | Stand des Wissens: 04.05.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Häfen übernehmen bei Bau und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen verschiedene Funktionen. Anhand dieser Funktionen können sowohl verschiedene Hafenarten unterschieden werden als auch der Flächenbedarf bestimmt werden. Es kann unterschieden werden zwischen Installations-, Reaktions- und Versorgungshäfen [ZDS16].
Ein Installationshafen (Basishafen) sollte eine schwerlastbeständige Kaifläche von 400 Metern Länge und 70 Metern Breite zur Verfügung stellen sowie Lager- und Montageflächen von ungefähr 13 bis 15 Hektar (circa 75 zu installierende Windenergieanlagen) in der Nähe der Kaifläche [HaSH11, S. 8]. Zusätzlich müssen Flächen zur Errichtung von Verwaltungs- und Mannschaftsgebäuden vorgehalten werden.
Für Reaktionshäfen liegt der Fokus darauf, dass der Offshore-Windpark schnell erreichbar ist. Es wird eine Liegeplatzlänge von 80 Metern benötigt und eine Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern für die Lagerung und Logistik. Weiter werden Unterkünfte für 15 bis 20 Personen benötigt und Hallen- bzw. Büroflächen von 500 Quadratmetern [HaSH11, S. 10].
In einem Versorgungshafen werden Ersatzteile und Betriebsmittel zwischengelagert. Es werden Liegeplatzlängen von 80 bis 100 Metern benötigt und Lagerflächen von circa 2.000 Quadratmetern sowie Lagerhallen von etwa 500 Quadratmetern. Weiter werden Flächen für Büro- und Sozialräume benötigt, welche aber nicht in unmittelbarer Nähe zur Kaikante liegen müssen [HaSH11 S. 11].
Da sich der Flächenbedarf für ein Offshore-Terminal in Abhängigkeit vom geplanten Durchsatz und der Art der Komponenten bestimmt, ist er nicht an die Hafenfunktion geknüpft. Die beiden Faktoren Durchsatz und Komponentenart entscheiden in der Planung über den Bedarf an Fläche. Für den Durchsatz einer solchen Fläche ist das Wetter von wichtiger Bedeutung, da bei gutem Wetter ein hoher Durchsatz möglich ist und bei schlechter Wetterlage mehr Lagerfläche benötigt wird. Für einige Komponenten, wie Fundamente, ist es erforderlich, dass  die Terminalfläche Schwerlastbereiche aufweist. Vorstauflächen sind erforderlich für die Gründungskörper, Turmsegmente, Naben, Maschinenhäuser und Rotorblätter sowie für die Montageflächen von Rotorsternen, die  Errichtung von Jackets und Turmsegmenten und das Umspannwerk. Für die Transporte werden Verkehrswege von circa 90 Metern Länge und etwa 30 Metern Breite benötigt [HaSH11]. Für die Planung von Hafenflächen müssen der Rotordurchmesser, die Turmhöhen, die Abmessungen der Fundamente, die Gewichte der einzelnen Komponenten sowie der Gesamtanlage berücksichtigt werden.
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Ausbau von Infra- und Suprastruktur (Stand des Wissens: 11.05.2021)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?496369
Literatur
[HaSH11] Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee SH (Hrsg.) Hafenkooperation "Offshore-Häfen Nordsee Schleswig-Holstein", Husum, 2011
[ZDS16] Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) Offshore-Hafenatlas, 2016

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?405967

Gedruckt am Freitag, 27. Mai 2022 23:03:10