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Charakterisierung multi- und intermodaler Verkehrsteilnehmer

Erstellt am: 21.06.2011 | Stand des Wissens: 12.04.2016
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Bei der Kombination von Verkehrsmitteln ist zwischen inter- und multimodalem Verkehrsverhalten zu unterscheiden (s. Abbildung 1):

  1. Multimodale Verkehrsteilnehmer: Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (Woche, Monat) werden verschiedene Verkehrsmittel genutzt. Längsschnitterhebungen, wie z. B. das MOP, bieten eine Datengrundlage für die Analyse der Eigenschaften multimodaler Verkehrsteilnehmer [Interde10, BMP03].
  2. Intermodale Verkehrsteilnehmer: Innerhalb eines Weges werden von dem Verkehrsteilnehmer verschiedene Verkehrsmittel genutzt. Diese werden dabei miteinander verkettet. Dies ist eine Sonderform der Multimodalität. Datengrundlage für die Untersuchung dieses Verkehrsverhaltens bieten neben Längsschnitterhebungen auch Stichtagerhebungen (z. B. Mobilität in Städten - SrV, Mobilität in Deutschland (MiD)).


Verdeutlichung von inter- und multimodalem VerkehrsverhaltenAbb. 1: Verdeutlichung von inter- und multimodalem Verkehrsverhalten [Interde10, S. 23] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)

Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Förderung des multi- und intermodalen Personenverkehrs (Stand des Wissens: 20.04.2016)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?354205
Literatur
[BMP03] Von der Ruhren, S., Rindsfüser, G., Beckmann, K.J., Kuhimhof, T., Chlond, B., Zumkeller, D. Bestimmung multimodaler Personengruppen, Aachen/Karlsruhe, 2003
[Interde10] TU Dresden, Lehrstuhl Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Prof. Dr.-Ing. G.-A. Ahrens, Ahrens, Gerd-Axel, Aurich, Tanja, Böhmer, Thomas, Klotzsch, Jeannette, Pitrone, Anne Interdependenzen zwischen Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung. Analysen, Strategien und Maßnahmen einer integrierten Förderung in Städten, 2010
Glossar
Mobilität in Städten - SrV
Aktuelle Entwicklungen des werktäglichen Verkehrsverhaltens der städtischen Wohnbevölkerung werden regelmäßig im Projekt "Mobilität in Städten - SrV" untersucht. Folgende Zielstellungen stehen im Mittelpunkt:
  • Analyse aktueller Trends des Verkehrsverhaltens zum Beispiel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und veränderter Wertevorstellungen
  • Bereitstellung vergleichbarer Ergebnisse unter anderem für das Benchmarking der teilnehmenden Kommunen, Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen und –verbünde.
  • Ableitung stadtübergreifender Entwicklungstendenzen und modellierungsrelevanter Kennziffern auf der Basis von Stadtgruppen
Der SrV-Erhebungsstandard wird kontinuierlich an aktuelle Anforderungen unter Wahrung der Vergleichbarkeit innerhalb der SrV-Zeitreihe angepasst.
Das SrV-Konzept ist inhaltlich und methodisch mit der Erhebung "Mobilität in Deutschland (MiD)" des Bundes abgestimmt und für vergleichende Untersuchungen geeignet, sofern die Stichproben und Ergebnisse unter anderem bezüglich Wochentagen und Reiseweiten angepasst werden.
Das SrV wurde 1972 als "System repräsentativer Verkehrsbefragungen" an der Technischen Universität Dresden (TU Dresden) begründet und seitdem in der Regel alle fünf Jahre wiederholt. Im Jahr 2013 erfolgte die zehnte Fortschreibung der SrV-Zeitreihe seit 1972. Es wurden insgesamt circa 130.000 Personen in über 100 Untersuchungsräumen befragt. Gegenüber der Vorgängererhebung SrV 2008 erweiterten sich Stichprobe, Teilnehmerkreis und Zahl der örtlichen Kooperationen erneut.
MOP - Deutsches Mobilitätspanel
ist eine im Auftrag des BMVBS jährlich durchgeführte Befragung von Haushalten in Deutschalnd zum Mobilitätsverhalten im Alltag. Die Haushaltsmitglieder dokumentieren alle durchgeführten Wege im Verlauf einer Woche. Das MOP ist eine Längsschnittuntersuchung.
Mobilität in Deutschland (MiD)
Mobilität in Deutschland (MiD) ist eine bundesweite Befragung von rund 50.000 Haushalten zu ihrem täglichen Verkehrsverhalten (inklusive Samstage und Sonntage) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).
Folgende Zielstellungen stehen im Mittelpunkt:
  • Analyse aktueller Trends des Verkehrsverhaltens zum Beispiel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und veränderter Wertevorstellungen
  • Basis für die Verkehrsplanung der Bundesrepublik (Ableitung modellierungsrelevanter Kennziffern) und für die wissenschaftliche Untersuchung zur Alltagsmobilität
Ähnliche Umfragen fanden bereits in den Jahren 1976, 1982 und 1989 als KONTIV-Erhebung (Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten) statt.
Mobilität in Deutschland wurde in neuer Modifikation erstmals im Jahr 2002 durchgeführt und im Jahr 2008/2009 wiederholt. Die nächste MiD-Befragung wird im Jahr 2016 durchgeführt.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?354096

Gedruckt am Dienstag, 20. November 2018 06:49:24