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Kooperation und Beteiligung der Öffentlichkeit

Erstellt am: 04.03.2011 | Stand des Wissens: 01.03.2019
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Nicht zu unterschätzende Komponenten, die bei der Umsetzung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen bedeutende Rollen einnehmen, sind die möglichst offenen und partizipatorisch zu gestaltenden Planungsprozesse sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Bürger sind dabei meist gleichermaßen negativ Betroffene (eingeschränkte Parkmöglichkeiten, Langsamfahrbereiche, Umwege und so weiter) und Nutznießer (höhere Sicherheit für Kinder, weniger Verkehrslärm, größere Freiräume und so weiter). Aber auch die Interessen unter anderem des Einzelhandels (zum Beispiel Parkmöglichkeiten vor den Geschäften), des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) (zum Beispiel Einhaltung des Fahrplans) oder der Kommunalen Betriebe (zum Beispiel Müllentsorgung) sind zu berücksichtigen [Kord05].
Um bei den Betroffenen eine hohe Akzeptanz der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu erreichen, sollten sie von Beginn an in die Überlegungen und Planungen einbezogen werden. Geduld, die Fähigkeit zuzuhören sowie Kompromissbereitschaft sind bei der Vermittlung unterschiedlicher Interessenlagen oft mehr gefragt als städtebauliches und verkehrsplanerisches Faktenwissen. So kann nachträglicher Unmut über eine vermeintlich fachlich gute Planung die von den Betroffen aber nicht akzeptiert wird, vermieden werden [Kord05].
Zu den Methoden und Verfahren der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Bürgerinformation gehören unter anderem [Kord05]:
  • Zeitungsartikel, -anzeigen, Sonderbeilagen, Wiedergabe von Interviews;
  • Postwurfsendungen, Broschüren, Plakate, (Wohngebiets-) Ausstellungen, Aushänge;
  • Bürgerversammlungen, Informationsgespräche, Fachveranstaltungen;
  • Straßenfeste, Foto- und Malwettbewerbe, Kampagnen;
  • Radio-/Fernsehsendungen, Hörergespräche und Werbespots und
  • gegebenenfalls Ortsbegehungen.
Entsprechend sind neben den bereits genannten Maßnahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch neuartige und kreative Wege grundsätzlich zu beschreiten und intensiver zu nutzen, um eine aktive Teilnahme aller Betroffenen zu fördern.
Partizipatorische Planungsansätze sind unter anderem:
  • der "Runde Tisch",
  • Projektbegleitende Beiräte,
  • Stadtspaziergang,
  • Arbeitskreise, Workshops,
  • Stadt(teil)konferenz,
  • Bürgerversammlung,
  • Anhörung und
  • Internetforen.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Verkehrsberuhigung im Stadtverkehr (Stand des Wissens: 01.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?358449
Literatur
[Kord05] Korda, Martin Städtebau: Technische Grundlagen, Teubner Verlag / Wiesbaden, 2005/05, ISBN/ISSN 3-519-45001-1
Weiterführende Literatur
[FGSV12a] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. Hinweise zur Beteiligung und Kooperation in der Verkehrsplanung, Ausgabe/Auflage Ausgabe 2012, FGSV Verlag, Köln, 2012, ISBN/ISSN 978-3-86446-018-0
[SEL96] Selle, K. Planung und Kommunikation - Gestaltung von Planungsprozessen in Quartier, Stadt und Landschaft, Grundlagen, Methoden, Praxiserfahrungen, Wiesbaden, Berlin, 1996

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?343739

Gedruckt am Donnerstag, 27. Januar 2022 16:10:06