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Technische Grundlagen der Verkehrstelematik

Erstellt am: 19.01.2011 | Stand des Wissens: 16.10.2018
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Bei Aufbau und Betrieb von Systemen der Verkehrstelematik sind drei übergeordnete Ebenen zu betrachten. Neben der organisatorisch-institutionellen Ebene und der konzeptionell-funktionalen Ebene ist dies die technisch-physische Ebene. Diese beschreibt die physikalische Architektur sowie die Daten-/Kommunikationsarchitektur, die sich aus den vorgesehenen Maßnahmen und Randbedingungen der beiden anderen Ebenen ergeben [BOetal05].

Mittels der technischen Komponenten sind vor allem die folgenden Querschnittsaufgaben zu lösen [BUetal04]:
  • Erfassung
  • Übertragung
  • Verarbeitung
  • Präsentation
Die Erfassung dient der Messung von Kenngrößen, die zum einen den Verkehrsablauf direkt und zum anderen Einflussfaktoren mit Wirkungen auf den Verkehrsablauf beschreiben. Die Daten können sowohl von ortsfesten als auch von mobilen Sensoren erfasst werden. Jede Datenquelle ist zu jeder Zeit eindeutig zu verorten, was speziell bei mobilen Sensoren eine komplexe Aufgabe darstellt, die nur mittels moderner Ortungssysteme (zum Beispiel Satellitenortung) gelöst werden kann.

Die Rohdaten müssen dann in der Regel zu einer Zentrale übertragen werden, die die weitere Verarbeitung und Interpretation der Daten übernimmt. Die Datenübertragung ist ein weiterer technisch aufwendiger aber notwendiger Schritt. Sie kann kabelgebunden oder drahtlos erfolgen, wobei jeweils eine ausreichende Übertragungsbandbreite und -sicherheit zu gewährleisten ist.

Aufgrund der großen Datenmengen, die bei Telematikanwendungen anfallen, sind geeignete Datenplattformen zu entwickeln, die eine stabile und effiziente Speicherung und Analyse ermöglichen.

Die Schaltentscheidungen der Verarbeitungsprozeduren sind an Endgeräte zu übertragen. Die Präsentation der Ergebnisse kann je nach Anwendung kollektiv oder individuell erfolgen. Dazu stehen diverse Visualisierungs- und Interaktionstechniken zur Verfügung, die auch einer laufenden Weiterentwicklung unterliegen.

Um eine herstellerunabhängige Interoperabilität der Systeme zu ermöglichen, aber auch um möglichst kostengünstig zu arbeiten, sind Datenquellen und Schnittstellen möglichst einheitlich zu gestalten. Dazu gibt es diverse Gremien, die die Standardisierung sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene vorantreiben.
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Verkehrstelematik (Stand des Wissens: 24.09.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?340318
Literatur
[BOetal05] Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze, Dipl.-Ing. Axel Wolfermann, Dr.-Ing. Petra K. Schäfer Leitfaden Verkehrstelematik - Hinweise zur Planung und Nutzung in Kommunen und Kreisen, Erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, 2005
[BUetal04] Busch, Fritz, Hoyer, Robert, Keller, Hartmut, Reupke, Hartmut, Riegelhuth, Gerd, Zackor, Heinz Telematikanwendungen im Straßenverkehr - Stand und Perspektiven;Teil 1 und 2, veröffentlicht in Straßenverkehrstechnik, Kirschbaum Verlag, Bonn, 2004/6 und 7

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?340232

Gedruckt am Sonntag, 19. Mai 2019 15:13:12