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Grundlagen der Innovation und der technologischen Entwicklung

Erstellt am: 24.11.2010 | Stand des Wissens: 08.07.2020
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Innovation und technologische Entwicklungen sind gerade für hochentwickelte und rohstoffarme Länder wie Deutschland unersetzlich. So sind es insbesondere die innovativen Güter und Dienstleistungen, die die Wirtschaft in Gang halten und dabei Arbeitsplätze schaffen und für hohe Einkommen sorgen (vgl. EVI08, S.10). Die Bedeutung der Innovation für die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Entwicklung kann insgesamt nicht geleugnet werden. Dieser Teil der Wissenslandkarte ist ein theoretischer Querschnitt durch das Thema der Innovation und der damit einhergehenden technologischen Entwicklung und zielt grundsätzlich darauf ab, ein breites Verständnis der teilweise recht unübersichtlichen Thematik zu vermitteln.
Da die verschiedenen Begriffe rund um das Thema Innovation häufig synonym verwendet werden, gilt es, diese Begriffe exakt voneinander abzugrenzen, um so ein besseres Verständnis des Themas zu erreichen. Zu diesen Begriffen zählen die Innovation selbst, die Invention und die Imitation sowie die Differenzierung der F&E-Aktivitäten in Grundlagenforschung, die angewandte Forschung und die experimentelle Entwicklung, aber auch die Abgrenzung von Wissenschaft, Technologie und Technik.
Ein Blick über die theoretischen Ansätze der Innovationsforschung zeigt, dass es in der Literatur eine ganze Reihe verschiedener Modelle und Ansätze gibt, die die Thematik der Innovation aufgreifen und versuchen die Entstehung nachzuzeichnen. Dazu gehören die klassischen Ansätze der Innovation, die neoklassischen Innovationsmodelle, sowie die Institutionen- und evolutionsökonomische Ansätze, die allesamt nicht in einem Rivalitätsverhältnis stehen, sondern eher als komplementär zu sehen sind.
Um dem teilweise sehr abstrakt bleibenden Begriff der Innovation näherzukommen, bedient man sich verschiedener Indikatoren, die Grundlage sind oder aus dem Innovationsprozesse selbst resultieren. Diese Innovationsindikatoren lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen, zu denen die Input- oder Ressourcenindikatoren, die Output- oder F&E-Ertragsindikatoren sowie die Fortschrittsindikatoren zählen.
Ziel der Modelle von Innovationsprozessen ist es, den Ablauf eines Innovationsprozesses darzustellen. Der dazugehörige Synthesebericht liefert einen Überblick über die in der Literatur vertretenen Ansätze. Dazu zählen die "linearen" Modelle, die Innovationsprozesse in aufeinander folgenden sequentiellen Phasen beschreiben. Diese strikte Linearität wird durch sogenannte "Feedback Modelle" aufgeweicht, in denen es zwischen den Phasen zu Rückkopplungen kommen kann. Besondere Beachtung finden auch Modelle, die den Innovationsprozess und die Entwicklung von wissensbasierten Technologien beschreiben.
Der Heuristik des Innovationssystems liegt der Systemgedanke zugrunde, der es ermöglicht vom linearen Verständnis abzurücken und die Organisation in Kontext zu ihrem Umfeld zu stellen. So ermöglicht die Heuristik des Innovationssystems, die auf den jeweiligen Untersuchungsgegenstand eingeschränkt werden muss ein komplexes Bild der Innovation.
Die zunehmende Internationalisierung macht auch vor dem Thema Innovation nicht halt. So sind gerade Unternehmen gezwungen international aktiv zu werden. Als Ursachen kann zum einen das Marktmotiv genannt werden, da bereits existierende Produkte an den Markt angepasst werden müssen, aber auch das Wissensmotiv, um zu verhindern von internationalen Wissensflüssen ausgeschlossen zu werden.
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Innovation und Verkehr (Stand des Wissens: 08.07.2020)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?334383
Literatur
[EVI08] Expertenkommission Forschung und Innovation Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2009, 2008

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?334194

Gedruckt am Donnerstag, 7. Juli 2022 10:12:36