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Akteure bei der Entwicklung maritimer Kompetenzen

Erstellt am: 29.01.2003 | Stand des Wissens: 25.05.2022
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Im Wettbewerb der Seeschifffahrt spielen die Akteure auf politischer Ebene wie auf wirtschaftlicher Ebene eine besondere Rolle. In der Politik werden die entscheidenden Rahmenbedingungen bestimmt, deren Ziel die Stärkung der maritimen Wirtschaft zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Seeverkehrswirtschaft ist.
Auf nationaler Ebene werden die Obliegenheiten auf dem Gebiet der Seeschifffahrt nach dem Seeaufgabengesetz geregelt. Danach ist der Bund unter anderem zuständig für die Förderung der deutschen Handelsflotte, die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Seehäfen (gemeinsam mit den Ländern), die Gefahrenabwehr und für Seeunfalluntersuchungen [SeeAufgG]. Der Bund ist auch für die Schaffung von wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen für den Seeverkehr zuständig. Die Bundesregierung ergreift Maßnahmen zum Schutz der Seeverkehrswirtschaft gegenüber internationalen Wettbewerbern, die mit unlauteren Mitteln die Marktbedingungen verzerren. Auf europäischer Ebene vertritt die Bundesregierung die Interessen der deutschen maritimen Wirtschaft in politischen Gremien. Aus dem Spektrum der Bundesministerien sind die Aktivitäten des BMVI, des BMWi und des BMBF hervorzuheben.
Auf regionaler Ebene sind weiterhin die Küstenländer aktiv, wenn es um die Stärkung der deutschen maritimen Wirtschaft geht. Bei ihnen liegt die Zuständigkeit für die Hafenentwicklung. Weitere Aufgabenbereiche der Küstenländer sind Ausbildung und Ausbildungsförderung, Förderung von Kooperationen von Seehafenbetrieben und der maritime Umweltschutz.
Für die Interessen der Wirtschaft treten die nationalen Verbände, wie der Verband Deutscher Reeder (VDR), der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. (ZDS), der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) oder der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler (ZVDS), ein [ZDS18]. Wirtschaftliche Unternehmen sind in erster Linie an der Gewinnerzielung interessiert, wobei Personalkosten und Ausflaggung der Schiffe oft zur Debatte stehen. 

Publikationen

Rechtsvorschriften

Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Maritime Kompetenzen in Deutschland (Stand des Wissens: 25.05.2022)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?409965
Literatur
[ZDS18] Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. (Hrsg.) Der Verband, 2018
Rechtsvorschriften
[SeeAufgG] Seeaufgabengesetz
Glossar
Ausflaggungsproblematik Schiffe werden in das Schiffsregister von Billigflaggenländern (z.B. Panama, Bahamas, Zypern, Singapur) eingetragen. Sie unterliegen dann den gesetzlichen Bestimmungen der Länder (z.B. geringere Besatzungszahl, niedrigere Löhne, Registrierkosten, geringere Sicherheitsstandards usw.) Billigflaggenländer führen meist 'offene Schiffregister', d.h. jeder Reeder kann seine Schiffe dort registrieren lassen. Deutsche Reeder nutzen nur Flaggen der so genannten 'Weißen Liste', die den höchsten Sicherheitsstandards genügen.
BMDV
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (bis 10/2005 BMVBW, bis 12/2013 BMVBS und bis 11/2021 BMVI)
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMWK
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erarbeitet Rahmenbedingungen zur Stärkung der Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland (bis 12/2013 BMWI, bis 12/2021 BMWi).

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?31301

Gedruckt am Dienstag, 9. August 2022 14:56:49