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Ursachen mit Schienenverkehr verbundener Lärmimmissionen

Erstellt am: 08.04.2010 | Stand des Wissens: 30.10.2018
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die Quellen des Schienenverkehrslärms sind vielfältig. Prinzipiell kann zwischen Bahnhofs- und Streckenlärm unterschieden werden.

Im Bereich von Bahnhöfen überwiegen fahrzeugseitige Motoren- und Lüftergeräusche. Hinzu kommen die zum schienenverkehrsinduzierten Lärm zählenden Lautsprecherdurchsagen und andere betriebsbedingte Geräuschquellen. Bei Güterverkehrsanlagen, vor allem Güterbahnhöfen, zählen überwiegend Brems- und Rangierlärm zu den Ursachen von Schienenverkehrslärm. Ferner zählen dazu lärmintensive Maschinen, wie zum Beispiel Containerkräne. [MüMö04, S. 511]

Hauptproblem ist jedoch der auf freier Strecke erzeugte Streckenlärm, dessen dominierende Ursachen von der Geschwindigkeit des Zuges abhängig sind. Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich sind dies Anfahr- und Bremsgeräusche, während im mittleren Geschwindigkeitsbereich die Rollgeräusche des Rad-Schiene-Kontaktes dominieren. Beim Hochgeschwindigkeitsverkehr (ab 200 bis 300 Kilometer pro Stunde) erweisen sich aerodynamische Geräusche als maßgebend. [Möhl11, S. 24] Hinzu kommen Lärmbelastungen bei mit geringen Geschwindigkeiten durchfahrenen, verhältnismäßig engen Bögen (umgangssprachlich Kurvenquietschen). In diesem Zusammenhang teilweise auftretende sehr hohe Frequenzen können sich besonders störend auf die Betroffenen auswirken. [Hech02, S. 31 ff.]

Die von Schienenfahrzeugen ausgehende Geräuschentwicklung auf Betriebs- oder Werksgeländen zählt nicht zum Schienenverkehr. Stattdessen ist dieser Lärm dem Gewerbelärm zuzurechnen [TA Lärm].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Lärmemissionen des Schienenverkehrs (Stand des Wissens: 27.02.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?312886
Literatur
[Hech02] Hecht, Markus, Prof. Dr.-Ing. Lärm durch Schienenverkehr, veröffentlicht in VCD Tagungsband - Anforderungen an eine neue Verkehrslärmgesetzgebung, 2002
[Möhl11] Möhler, U. Grundlagen des Lärmschutzes an Schienenwegen, veröffentlicht in Der Eisenbahningenieur, Ausgabe/Auflage 2011 / 05, DVV Media Group GmbH / Hamburg, 2011/05, ISBN/ISSN 0013-2810
[MüMö04] Müller, Gerhard, Prof. Dr., Möser, Michael, Prof. Dr.-Ing. Taschenbuch der Technischen Akustik, Ausgabe/Auflage 3., Berlin, 2004, ISBN/ISSN 3-540-41242-5
Weiterführende Literatur
[UBA20m] Umweltbundesamt (Hrsg.) Gute Praxisbeispiele kompakter und zugleich lärmarmer städtischer Quartiere, veröffentlicht in Texte | 195/2020, 2020/11, ISBN/ISSN 1862-4804
[TA Lärm] Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm
Glossar
Hochgeschwindigkeitsverkehr Als Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) werden Zugfahrten von Trieb[wagen]zügen (sog. Hochgeschwindigkeitszüge) bzw. dafür geeigneten lokbespannten Zügen mit mehr als 200 km/h Spitzengeschwindigkeit auf extra dafür [um]gebauten HGV-Strecken bezeichnet.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?310426

Gedruckt am Donnerstag, 6. Oktober 2022 15:30:48