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Wachstumsrestriktionen des Kombinierten Verkehrs

Erstellt am: 30.03.2010 | Stand des Wissens: 18.03.2022
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten

Nachfolgend sollen die Diagramme, basierend auf der Verkehrsverflechtungsprognose 2030 und einer Metastudie zur besonderen Betrachtung der Vernetzung des Verkehrs von dem BMVI, die Entwicklung des gesamten Güterverkehrs nach Verkehrsträgern, mit der Entwicklung der Transportleistungen im Kombinierten Verkehr vom Jahre 2010 bis 2030 in Deutschland darlegen und einen Ausblick über die Entwicklung des KV geben:
Entwicklung des Gueterverkehrs nach Verkehrstraegern und Entwicklung der Transportleistungen im KV 2010 bis 2030.pngAbb. 1: Entwicklung des Güterverkehrs nach Verkehrsträgern von 2010 bis 2030 in Anlehnung an [ITP14a, S. 8] Abb. 2 (rechts): Entwicklung der Transportleistung im KV in Deutschland 2030 in Anlehnung an [Roeh16, S. 28] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)
Bereits im Jahr 2006 wiesen die Autoren der Studie "Developing Infrastructure use and Operating Models for Intermodal Shift" (DIOMIS) darauf hin, dass es aufgrund der europäischen Verkehrsentwicklung zu Engpässen im Netz und zu einem Mangel an Umschlagskapazität in Höhe von 3,2 Millionen Ladeeinheiten kommen wird [GéTe08; Klotz07]. Da der Kombinierte Verkehr an sich ein spezielles Produktionssystem im Transportbereich ist, konkurriert diese Verkehrsart mit direkten Güterverkehren und allen Arten von Reiseverkehren um die vorhandene Infrastruktur der Straßen, Schienen und Wasserwege. Dementsprechend kann die Engpasssituation im Kombinierten Verkehr nicht ohne Berücksichtigung der Entwicklung des gesamten deutschen Verkehrsaufkommens betrachtet werden [BVU07]. Für das Wachstum des Kombinierten Verkehrs ist zudem entscheidend, welche Verlagerungspotenziale tatsächlich umgesetzt werden und ferner, wie die Attraktivität der einzelnen Verkehrsträger in Bezug auf die maßgeblichen Kosten- und Leistungsfaktoren durch wirtschafts- und verkehrspolitische Maßnahmen gestaltet wird [BMVI17e].

Laut dem Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland vom Umweltbundesamt wird der Kombinierte Verkehr ebenfalls die unflexible Vergabe von Ad-hoc-Trassen-Anmeldungen eingeschränkt, die in Deutschland 72 Stunden vor Abfahrt erfolgen müssen [UBA10, S.37]. Dort wurde geschrieben: Für viele Kundensegmente erscheint diese Restriktion zu starr und wirkt als Hypothek für die Schiene im intermodalen Wettbewerb. [UBA10, S.37] Das Ministerium forderte daher eine Verkürzung der Anmeldung auf 24 Stunden, nach dem Vorbild der Schweiz, um zusätzliches Potential des Verkehrsträgers Schiene zu erschließen. Allerdings wurde diese Forderung noch nicht erfüllt [DB19h, S.6].
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Wachstumsrestriktionen für den Kombinierten Verkehr (Stand des Wissens: 18.03.2022)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?321706
Literatur
[BMVI17e] Bundesministerium für Digitales und Verkehr Aktionsplan Güterverkehr und Logistik - nachhaltig und effizient in die Zukunft, 2017/09
[BVU07] BVU Beratergruppe Verkehr+Umwelt GmbH, Intraplan Consult GmbH, o. V. Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen 2025, München/Freiburg, 2007/11/14
[DB19h] Deutsche Bahn (Hrsg.) Richtlinie für Trassenanmeldungen der Deutschen Bahn , 2019/12/15
[GéTe08] Géhénot, Sandra, Tessèdre, Daniel Agenda 2015 for Combined Transport in Europe, 2008/01
[ITP14a] BVU Beratergruppe Verkehr+Umwelt GmbH, Intraplan Consult GmbH, IVV-Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung, PLANCO Consulting GmbH, Schubert, Markus, Kluth, Tobias, Nebauer, Gregor, Ratzenberger, Ralf, Kotzagiorgis, Stefanos, Butz, Bernd, Schneider, Walter, Leible, Markus Verkehrsverflechtungsprognose 2030 - Schlussbericht, 2014/06/11
[Klotz07] Klotz, Heinrich Kombi-Kapazität kann Wachstum kaum fassen, veröffentlicht in DVZ Deutsche Verkehrs- und Logistikzeitung, DVV Media Group, Hamburg, 2007/11/13
[Roeh16] Röhling, Wolfgang, Burg, Robert, Bernecker, Tobias, Boysen, Jens Status quo des Güterverkehrssystems in Deutschland - eine Metastudie unter besonderer Betrachtung der Vernetzung des Verkehrs, 2016/10
[UBA10] Umwelt Bundesamt (Hrsg.) Schienennetz 2025 / 2030
Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen
Schienengüterverkehr in Deutschland , 2010
Weiterführende Literatur
[HaKo12a] HaCon Ingenieurgesellschaft mbH, KombiConsult GmbH (Hrsg.) Erstellung eines Entwicklungskonzeptes KV 2025 in Deutschland als Entscheidungshilfe für die Bewilligungsbehörden, 2012/11/12
Glossar
DIOMIS Bei "Developing Infrastructure Use and Operation Models for Intermodal Shift (DIOMIS)" handelt es sich um eine Studienreihe des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC, die sich mit der Förderung der Kooperation zwischen allen Akteuren im Kombinierten Ladungsverkehr, der Optimierung des Kapazitätsmanagements der Terminals und der Verbesserung in der Verkehrsplanung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Kombinierten Verkehrs befasst.
Schienengüterverkehr
Unter Schienengüterverkehr (SGV) wird der Transport von Gütern mit der Eisenbahn verstanden. Diese werden in Güterzügen unter Verwendung (spezieller) Güterwagen befördert. Diese Verkehre können entweder auf gesonderten Güterverkehrsstrecken oder im Mischverkehr, auf gemeinsam durch den Güter- und Personenverkehr genutzten Strecken, realisiert werden. Leistungen des Schienengüterverkehrs werden häufig als Teil einer Logistikkette in logistische Gesamtkonzepte eingebunden.
BMDV
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (bis 10/2005 BMVBW, bis 12/2013 BMVBS und bis 11/2021 BMVI)
Kombinierter Verkehr
Intermodaler Verkehr, bei dem der überwiegende Teil der in Europa zurückgelegten Strecke mit der Eisenbahn, dem Binnen- oder Seeschiff bewältigt und der Vor- und Nachlauf auf der Straße so kurz wie möglich gehalten wird.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?306370

Gedruckt am Donnerstag, 6. Oktober 2022 15:07:59