Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Verbreitung und Nutzung des Carsharings

Erstellt am: 28.04.2004 | Stand des Wissens: 24.09.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

In Deutschland nutzen heute rund 2.110.000 Mitglieder in über 677 Städten mehr als 17.950 Fahrzeuge [bcs18]. Damit teilen sich durchschnittlich je 118 Mitglieder ein Auto. Laut einer Prognose wird ausgegangen, dass Carsharing im Jahr 2025 etwa über 36 Millionen Teilnehmer verfügen wird [Stat18d].

CarSharing bietet sich vor allem für "Wenigfahrer" als Alternative zum Privat-Pkw an und wird zu 85 Prozent von Privatkunden und 15 Prozent von Firmenkunden genutzt. Carsharing hat einen eindeutigen Schwerpunkt im Fahrtzweck Einkauf und Freizeit, wohingegen mit dem Privat-Pkw die höchsten Anteile im Berufsverkehr gefahren werden [ifmo16b, Pete95].

Seit Bestehen des Carsharing ist eine Änderung der Nutzergruppe von ehemals stark ökologisch orientierten Nutzern bis hin zur "breiten" Bevölkerung festzustellen [Stutz01].

Die CarSharing-Anbieter stecken in einem betriebswirtschaftlichen Konflikt. Einerseits soll die Flottenauslastung möglichst hoch sein, andererseits aber auch die Verfügbarkeit für die Nutzer (Zuteilungswahrscheinlichkeit) möglichst hoch liegen. Verantwortlich für das Schwanken beider Zielgrößen sind vor allem die CarSharing-typischen Tages-, Wochenend- und Jahresspitzen [Pete95]. Die Zuteilungswahrscheinlichkeit liegt bei rund 90 Prozent.


Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Carsharing (Stand des Wissens: 12.11.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?56435
Literatur
[BAST04b] Loose, Willi , Mohr, Mario , Nobis, Claudia , et al. Bestandsaufnahme und Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Car-Sharing, veröffentlicht in Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Ausgabe/Auflage Verkehrstechnik Heft V 114, Wirtschaftsverlag NW, Bergisch Gladbach, 2004/07, ISBN/ISSN 3-86509-144-X
[bcs02a] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. CarSharing in der StVO - Stellungnahme des bcs zur Novellierung der STVO, Hannover, 2002/04/30
[bcs04] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. CarSharing im Jahr 2003 wieder stärker gewachsen, Hannover, 2004/02/26
[bcs05] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. Wachstum im CarSharing setzt sich auch 2004 fort, Hannover, 2005/02/01
[bcs07a] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. CarSharing sieht selbstbewusst seiner Zukunft entgegen - Jahresbericht 2006, Hannover, 2007/04
[bcs08a] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. CarSharing in Deutschland verzeichnet wiederum ein erfreuliches Wachstum der Nutzungszahlen, Hannover, 2008/03/05
[bcs10] o.A. Der bcs stellt sich vor
[bcs18] bcs - Bundesverband CarSharing e.V. Zahl der CarSharing-Kunden überspringt die 2 Millionen Marke, 2018/02/18
[ifmo16b] Institut für Mobilitätsforschung (Hrsg.) Carsharing 2025 Nische oder Mainstream?, 2016
[Pesc96] Pesch, Stephan Car-Sharing als Element einer Lean Mobility im Pkw-Verkehr - Entlastungspotentiale, gesamtwirtschaftliche Bewertung und Durchsetzungsstrategien, veröffentlicht in Buchreihe des Instituts für Verkehrswissenschaft an der Universität Köln, Verkehrs-Verlag J.Fischer, Düsseldorf, 1996, ISBN/ISSN 3-87841-086-7
[Pete95] Markus Petersen Ökonomische Analyse des Car-Sharing, Wiesbaden, 1995
[Stat18d] Statista (Hrsg.) Anzahl der weltweiten Carsharing-Nutzer von 2006 bis 2025 (in Millionen), 2018
[Stutz01] Stutzbach , Raabe , Pfriem , Becker Machbarkeitsstudie zum Forschungsvorhaben "Carsharing in der Fläche", Oldenburg/Dresden, 2001
Weiterführende Literatur
[KrSa01] Krämer, Christine , Saretzki, Ute Das "öffentliche" Auto Kooperationen zwischen ÖPNV und CarSharing, 2001
Glossar
Carsharing
Der Begriff CarSharing stammt aus dem Englischen (car= Auto, to share= teilen) und kann sinngemäß mit der Bedeutung "Auto teilen" übersetzt werden. Er beschreibt die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen, die meist von Unternehmen gegen Gebühr bereitgestellt werden.
Durch einen Rahmenvertrag oder eine Vereinsmitgliedschaft erhalten Kunden flexiblen Zugriff auf alle Kfz eines Anbieters. Die Fahrzeuge können über eine Webseite oder über eine Smartphone-App gebucht werden. Geöffnet werden sie in der Regel mit Hilfe von Chipkarten oder durch ein Zugangscode vermittelt über die Smartphone-App.
Bei dem System des stationsbasierten CarSharing stehen die Fahrzeuge auf reservierten Stellplätzen und werden nach der Nutzung auch wieder dorthin zurückgebracht. Ein anderes Modell ist das free-floating CarSharing. Hier stehen die Fahrzeuge in einem definierten Operationsgebiert verteilt. Sie können per Smartphone geortet werden und nach der Nutzung auf einem beliebigen Stellplatz innerhalb des Operationsgebiets zurückgegeben werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?83734

Gedruckt am Freitag, 14. August 2020 16:27:27