Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Abgrenzung der Freizeitverkehrsarten

Erstellt am: 04.09.2023 | Stand des Wissens: 04.09.2023
Synthesebericht gehört zu:

Nach dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) umfasst der Freizeitverkehr alle Fahrten oder Wege im Personenverkehr, die nicht dem Berufsverkehr, Ausbildungsverkehr, Geschäfts und Dienstreiseverkehr, Einkaufsverkehr oder Begleitverkehr zuzuordnen sind [DIW18]. Die zeitliche Dauer des Freizeitverkehrs reicht von kurzen Spaziergängen bis hin zu mehrwöchigen Urlaubsreisen [ProFo16].
Freizeitverkehr lässt sich vielfältig gliedern. Unterschieden wird zwischen alltäglichem und nicht alltäglichem Freizeitverkehr. Alltäglicher Freizeitverkehr entsteht durch regelmäßige sportliche und kulturelle Aktivitäten oder private Besuche, ist von gewohnheitsmäßigen Verhaltensroutinen geprägt und findet meist am oder in der Nähe vom Wohnort statt. Nicht alltäglicher Freizeitverkehr hingegen umfasst sporadische Besuche von Personen oder Veranstaltungen, Tagesausflüge in die nähere Umgebung sowie kurze oder längere Reisen in unbekannte Regionen [ProFo16]. Weiterhin kann nach der Dauer zwischen Aufenthalten ohne und mit Übernachtung unterschieden werden. Dabei sind Kurzurlaubsreisen Aufenthalte zu Urlaubszwecken mit mindestens einer und höchstens drei Nächten. Aufenthalte zu Urlaubszwecken mit mehr als drei Nächten sind Urlaubsreisen. Reisen mit mindestens einer Übernachtung, die zur Ausübung eines Hobbys oder privater Verpflichtungen dienen und vom Reisenden nicht als Kurzurlaubs- oder Urlaubsreise eingestuft werden, bezeichnet man als sonstige Reisen.
Diese angeführten Freizeitverkehrsarten sind nicht immer scharf zu trennen [ProFo16]. So können auch nicht alltägliche Aktivitäten am Wohnort oder Tagesausflüge zu bekannten Zielen führen und damit routiniertes Verhalten ermöglichen. Gleiches gilt für immer wiederkehrende Urlaubsziele. Sinnvoll ist daher auch, zwischen Freizeitverkehr mit und ohne Ortskenntnisse(n) zu unterscheiden. Abbildung 1 wird diese Art der Abgrenzung der Freizeitverkehrsarten zusammengefasst.
Abgrenzung Freizeitverkehrsarten.pngAbb. 1: Abgrenzung von Freizeitverkehrsarten, nach [FGSV21]
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, Prof. Dr.-Ing. R. König
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Verbesserte Integration des Freizeitverkehrs bei der Gestaltung des öffentlichen Verkehrs in Deutschland (Stand des Wissens: 07.09.2023)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?575311
Literatur
[DIW18] Nobis, Claudia, Kuhnimhof, Tobias Mobilität in Deutschland (MiD), infas, DLR, IVT und infas 360, Bonn/Berlin, 2018/12
[FGSV21] Hinweise zur Berücksichtigung des Freizeitverkehrs bei der Gestaltung des ÖPNV, FGSV, Köln, 2021/03
[ProFo16] Proff, Heike, Fojcik, Thomas Martin Nationale und internationale Trends in der Mobilität
Technische und betriebswirtschaftliche Aspekte, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2016

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?574990

Gedruckt am Freitag, 14. Juni 2024 02:38:37