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Ulm - Neue Straße

Erstellt am: 10.07.2023 | Stand des Wissens: 10.07.2023
Rahmenprogramm / Rahmenprojekt:   Ulm - Neue Mitte: https://www.ulm.de/tourismus/stadtgeschichte/schicksalstage-und-orte/neue-mitte
Auftraggeber / Förderer:   Stadt Ulm
Projektpartner:   Stadt Ulm
Laufzeit:   2002
Projektstand:   abgeschlossen
Webseite:   https://www.ulm.de/leben-in-ulm/verkehr-und-mobili ...
Raumbezug:   Bundesrepublik Deutschland
Baden-Württemberg
Veröffentlichung:   [Ulm12d] Neue Straße - Ulm
In den 1950er Jahren, fand im Ulmer Stadtzentrum eine großflächige Modernisierung der Stadt- und Verkehrsräume statt. Entsprechend den damaligen Vorstellungen einer autogerechten Stadt wurde die Neue Straße als mindestens vierspurige Durchgangsverkehrsstraße angelegt.
Innerhalb der nächsten Jahrzehnte stieg das Verkehrsaufkommen auf der Neuen Straße immer weiter an - zwischenzeitlich auf bis zu 33.000 Fahrzeugen täglich - und führte zu einer starken Lärm- und Abgasbelastung für Bürgerinnen und Bürger. Mit de Lärm- und Abgasbelastung ging auch eine Entwertung anliegender Räume und Flächen einher, welche durch Ihre Nähe zur Fußgängerzone und somit zur Einkaufsstraße eigentlich attraktiv sein sollten.
Bereits in den 1970er Jahren erkannte die Stadt Ulm diese Probleme. Daher erwägte man zuerst den Bau eines Durchgangstunnels unter der Innenstadt, welcher den Durchgangsverkehr auffangen würde. Im Jahre 1990 kam es dann zu einem Bürgerentscheid, der sich gegen die Errichtung eines solchen Tunnels aussprach. Wichtiger Kritikpunkt war dabei nicht nur der Kostenfaktor, sondern auch die Überlegung, dass die Errichtung des Tunnels nicht zu einer Verringerung des Durchgangsverkehrs führen, sondern diesen sogar noch verstärken würde. Die Auswirkungen dieses zusätzlichen Verkehrs würden sich nicht nur im Bereich des Tunnels zeigen, sondern auch ähnliche entwertende Folgen, wie sie die Neue Straße brachte, für anliegende Räume haben.
Im Jahre 1994 wurde von der Stadt Ulm ein neuer Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet, welcher vorsah kurzfristig die Neue Straße stark zurück zu bauen und langfristig die Neue Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Dieser Plan wurde im Rahmen des Projektes "Ulm - Neue Mitte" im Zeitraum von 2002 bis 2007 in kleinen Schritten umgesetzt. Zuerst wurde die Neue Straße auf zwei Spuren reduziert, später wurden gänzlich entmotorisierte Abschnitte eingeführt. Das Verkehrsaufkommen liegt mittlerweile nur noch bei 13.000 Fahrzeugen pro Tag - 2001 handelte es sich noch um 22.000 Fahrzeugen pro Tag.
Beim Projekt Neue Straße handelt es sich somit um eine erfolgreiche Umsetzung des 1994 beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans. Besonders hervorzuheben ist die gelungene stadtplanerische Aufwertung anliegender Räume und Flächen. Ganz ähnlich wie bei Shared Space Ansätzen, welche besonders in Räumen mit erhöhtem Querungs- und Aufenthaltbedarf genutzt werden, spielte die qualitative Aufwertung von Aufenthaltsräumen eine größere Rolle, als die Optimierung des Durchgangsverkehrs.
Ansprechpartner
Stadt Ulm
Literatur
[Ulm12d] Stadt Ulm Neue Straße - Ulm, 2012
Glossar
Verkehrsaufkommen Das Verkehrsaufkommen beschreibt die Anzahl der zurückgelegten Wege, beförderten Personen oder Güter pro Zeiteinheit. Im Unterschied dazu bezieht sich das spezifische Verkehrsaufkommen auf zurückgelegte Wege und beschreibt die mittlere Anzahl der Ortsveränderungen pro Person und Zeiteinheit.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?573185

Gedruckt am Freitag, 14. Juni 2024 02:30:07