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Elektromobilität im Radverkehr

Erstellt am: 06.06.2019 | Stand des Wissens: 24.06.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Ein bedeutsamer Faktor mit großem Einfluss auf die Anlage und Nutzung von Radschnellwegen stellt das Thema Elektrifizierung des Radverkehrs dar. Die jährlichen Steigerungen im Verkauf von E-Bikes und Pedelecs sind immens. Allein im Jahr 2017 wurden circa 720.000 Fahrräder mit Elektrounterstützung verkauft, was einen Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktanteil von E-Bikes und Pedelecs beläuft sich demnach im Jahr 2017 in Deutschland auf bereits 19 Prozent, was damit in Europa den Spitzenwert darstellt. Demnach müssten in Deutschland im Jahr 2017 bereits etwa 3,5 Millionen E-Bikes und Pedelecs in Deutschland unterwegs sein [RVSO18].

Die elektrounterstütze Fahrzeugflotte von Fahrrädern oder fahrradähnlichen Fahrzeugen differenziert sich dabei immer weiter aus. Neben den Pedelecs (Pedelec 25) gibt es weitere als Kleinkrafträder kategorisierte Fahrzeuge wie S-Pedelecs (Pedelec 45), E-Bikes (Leichtmofa oder E-Kleinkraftrad) bis hin zu Elektrokrafträdern, welche teilweise Radwege benutzen dürfen beziehungsweise müssen. Das Pedelec 25 ist grundsätzlich auf Radwegen zu benutzen. Außerhalb geschlossener Ortschaften ist auch die Benutzung von Leichtmofas und E-Mofas auf Radwegen möglich. Innerorts gilt dies nur mit entsprechenden (neuem) Sonderzeichen.

Die Abbildung 1 zeigt dazu eine Übersicht in der die unterschiedlichen Fahrzeugtypen nach den Gesichtspunkten Fahrzeugkategorie, Motorleistung, Geschwindigkeiten des Motorbetriebs, Geschwindigkeiten der Motorunterstützung, Betriebserlaubnispflicht, Zulassungspflicht, Versicherungspflicht; Mofaprüfbescheinigung, Fahrerlaubnispflicht, Helmpflicht und Radwegebenutzung aufgegliedert werden [Regi17]. Mit der im Juni 2019 in Kraft getretenden Elektrokleinstfahrzeugeverordnung [eKFV19] sind weitere Fahrzeugtypen auf deutschen Straßen unterwegs, für die es zum Teil ebenso eine Benutzungspflicht für Radwege geben wird.
Unbenannt.PNGAbbildung 1: Elektrounterstützte Fahrräder und fahrradähnliche Kfz [Regi17]
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Einsatz von Radschnellwegen (Stand des Wissens: 24.06.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?499833
Literatur
[Regi17] Planersocietät Stadtplanung Verkehrsplanung Kommunikation , Planungsbüro VIA e.G. Machbarkeitstudie e-Radschnellweg Braunschweig-Wolfsburg, 2017/07
[RVSO18] Regionalverband Südlicher Oberrhein (Hrsg.) Radschnellwege Südlicher Oberrhein , 2018/08
Rechtsvorschriften
[eKFV19] Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung - eKFV
Glossar
Pedelec
Pedelec (Pedal Electric Cycle) ist ein Begriff für Elektrofahrräder, bei welchen der Fahrer vom Elektroantrieb unterstützt wird, wenn dieser in die Pedale tritt. Das Fahrrad kommt hierbei auf eine Leistung von bis zu 250 Watt, wodurch eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreicht werden kann.
Laut § 1 Absatz 3 des Straßenverkehrsgesetztes (StVG) sind Pedelecs mit dieser Leistung einem Fahrrad rechtlich gleichgestellt.
Bei schnellen Pedelecs (S-Klasse) ist dies nicht der Fall. Diese zählen zu den Kleinkrafträdern und können bei einer maximal erlaubten Nenn-Dauerleistung von 500 Watt eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde erreichen. Deshalb sind für diese eine Zulassung sowie ein Versicherungskennzeichen notwendig.
Elektromobilität
Die Elektrifizierung der Antriebe durch Batterie- und Brennstoffzellentechnologien. Im Kontext des "Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität" wird der Begriff auf den Straßenverkehr begrenzt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Personenkraftwagen (Pkw) und leichte Nutzfahrzeuge, ebenso werden aber auch Zweiräder (Elektroroller, Elektrofahrräder) und Leichtfahrzeuge einbezogen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?499538

Gedruckt am Freitag, 29. Mai 2020 05:05:48