Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Der Deutsche Bahn AG Konzern als Akteur im Bereich der Schienenverkehrslärmbekämpfung

Erstellt am: 27.06.2003 | Stand des Wissens: 08.11.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Der Deutsche Bahn AG Konzern (DB AG) hat sich zum Ziel gesetzt, den Schienenverkehrslärm zwischen 2000 bis 2020 zu halbieren [DBAG13y, S. 80; DBAG07b]. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Bürgerbeschwerden über einen unzureichenden Lärmschutz an Bahnstrecken. So wurde zum Beispiel beim Landgericht Bochum eine Klage gegen die DB AG begonnen, in der die Anwohner der Strecke Hamm-Osterfeld ein Nachtfahrverbot beziehungsweise lärmreduzierende Maßnahmen entlang der Strecke erzwingen möchten [Baue11].
Zur Erreichung des gesetzten Ziels setzt die DB AG insbesondere auf folgende vier Punkte [DBAG09d, S. 14]:
  • Lärmsanierung des Bestandsnetzes  - Umsetzung des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms des Bundes
  • Umrüstung des Güterwagenbestandes auf die lärmreduzierende Verbundstoffbremssohle
  • Unterstützung von Forschungsvorhaben zur Entwicklung neuer Technologien, die den Lärm an Fahrweg und Fahrzeug verringern, wie das Forschungsprojekt "Leiser Zug auf realem Gleis" (LZarG)
  • Umsetzung der Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Erprobung innovativer lärm- und erschütterungsmindernder Techniken am Fahrweg
Hinzu kommt die gesetzlich vorgeschriebene Lärmvorsorge bei Neu- und Ausbaustrecken: Gemäß § 41 Abs. 1 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ist bei "Neubau oder der wesentlichen Änderung eines vorhandenen Verkehrsweges sicherzustellen, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar wären" [BImSchG, § 41 Abs. 1]. Bei Überschreiten gewisser Grenzwerte, die in der "Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes" [16. BImSchV] festgelegt sind, haben Anwohner daher einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmvorsorge [DBAG13y, S. 80]. Dementsprechend hat die DB AG bei derartigen Vorhaben geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wobei allerdings Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen.
Sowohl die mit den oben genannten Maßnahmen verbundenen Investitionskosten von derzeit mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr als auch die gegenwärtige Eigentümerstruktur der DB AG führen zu einer engen Abstimmung des Unternehmens mit staatlich initiierten Lärmreduzierungsbemühungen. So werden durch den Bund finanzierte, auf eine Senkung schienenverkehrsbedingter Geräuschimmissionen abzielende Programme und Aktionspakete zu weiten Teilen durch die DB AG als Betreiber des nationalen Schienennetzes sowie in ihrer Funktion als größtes deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) federführend umgesetzt. [DBAG13y, S. 80]

Lärmsanierungsprogramm

Im Gegensatz zu den Neu- und Ausbaustrecken besteht bei Bestandsstrecken kein gesetzlicher Zwang zur Lärmsanierung. Die DB AG beteiligt sich jedoch am von der Bundesregierung 1999 aufgelegten freiwilligen Lärmsanierungsprogramm. An Netzabschnitten in reinen und allgemeinen Wohngebieten, die eine Überschreitung des Nacht-Immissionsgrenzwertes aufweisen, können nach der Förderrichtlinie Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt werden. [BMVBS12, § 4 Abs. 5; DBAG11l]

Seit Mitte 2005 liegt eine neue Gesamtkonzeption vor, welche das ehemalige Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zusammen mit der DB AG entwickelt hat. Sie gibt einen Überblick über den Lärmsanierungsbedarf. Auf Basis eines von der DB AG ermittelten Lärmbelastungskatasters, in dem die Schallausbreitung an allen Eisenbahnstrecken dargestellt ist, wurde der lokale Schienenlärmbelästigungsgrad berechnet. Je nach Belastung und der Anzahl betroffener Personen wurden Streckenabschnitte in die sogenannte Prioritätenliste des Lärmsanierungsprogramms aufgenommen. Diese gibt einen Überblick über alle Schienenstrecken, die noch zu sanieren sind. Die Prioritätenliste löste die alte Dringlichkeitsliste ab, in der seit Beginn des Lärmsanierungsprogramms sanierungsbedürftige Abschnitte aufgeführt worden waren. Sie umfasst eine Streckenlänge von insgesamt 3.700 Kilometern in rund 1.375 Städten und Gemeinden [DBAG09d, S. 18, BMVI18i, S. 4].

Für die Umsetzung des Programms stellte die Bundesregierung der DB AG ursprünglich 51 Millionen Euro jährlich zur Verfügung; seit 2007 wurde diese Summe auf 100 Millionen Euro pro Jahr erhöht und liegt seit 2016 bei jährlich 150 Millionen Euro. Nach DB-Angaben konnten über das Programm bis 2017 46 Prozent der vorgesehenen Bahnstreckenkilometer saniert werden. Dies umfasst einen Neubau von über 700 Kilometern Schallschutzwänden (Abbildung 1) sowie die Installation von Schallschutzfenstern oder andere Maßnahmen an 58.400 Wohnungen. [BMVI18i, S. 4]

Regelprogamm_Laermschutzwaende.gifAbb. 1: Lärmschutzwände 2009/2010 [DBAG09g, S. 8]

Mit zusätzlichen 100 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung wurden seit 2009 insgesamt 13 neue Maßnahmen mit 82 Einzelprojekten umgesetzt. Das dazu bis Ende 2011 abgerufene Investitionsfördervolumen betrug 78 Millionen Euro. Sechs Einzelprojekte, die aus baubetrieblichen oder technischen Gründen erst 2012 fertig gestellt wurden, finanzierte die DB Netz AG. Zu den effektivsten Maßnahmen zählt das Einbringen von Reibmodifikatoren für Gleisbremsen an Ablaufbergen in Rangierbahnhöfen, wodurch eine Lärmreduzierung um bis zu 8 Dezibel(A) erzielt werden konnte. Weitere Maßnahmen wie eine präventive Behandlung der Schienenoberfläche, Brückenabsorber und Schienenstegdämpfer ergaben eine Lärmreduzierung von bis zu 6 Dezibel(A). Beim Einsatz von Gabionen konnte ein den herkömmlichen Schallschutzwänden gleichwertiger Schallschutz nachgewiesen werden. [DBAG12x, S. 4 ff.]

Leisere Güterwagen

Im Gegensatz zu den konventionellen Maßnahmen des Schallschutzes (z. B. Schallschutzwände und -fenster) wirken Maßnahmen am Fahrzeug nicht nur punktuell. Während sich bei Neufahrzeugen der Umstieg auf lärmarme Bremssohlen kostenneutral realisieren lässt, wurden für den Umbau der Bestandsfahrzeuge am 9. Dezember 2012 zwei Förderprogramme ins Leben gerufen: zum einen das Förderprogramm des BMVBS und zum anderen das lärmabhängige Trassenpreissystem (LaTPS) [DBNAG13a, S. 6 f.].

Ein großer Lärm verursachender Faktor sind die bisher üblichen, aus Grauguss bestehenden Bremssohlen an Güterwagen. Diese führen beim Bremsen zu einer starken Aufrauhung der Laufflächen der Räder und damit zu starken Rollgeräuschen. Seit 2001 beschafft die DB AG daher ausschließlich neue Güterwagen, die mit lärmarmer K-Sohle (die sog."Flüsterbremse" aus Verbundstoff) ausgestattet sind und die Rad-Laufflächen nicht aufrauen, obwohl sie dazu erst seit 2007, dem Inkrafttreten der Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) zum Teilsystem "Fahrzeuge - Lärm" des konventionellen transeuropäischen Bahnsystems, verpflichtet ist [DBAG07b]. Die Anzahl dieser "leisen" Wagen belief sich 2010 auf 6.350  [DBAG12b]. Des Weiteren sagte der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Dr. Rüdiger Grube, zu, noch einmal 1.350 Güterwagen, die überwiegend im besonders lärmbelasteten Rheintal verkehren, mit K-Sohlen auszurüsten [ETR10]. Gegenüber einem deutschen Gesamtbestand von rund 135.000 Wagons ist diese Menge jedoch noch als ausgesprochen gering zu werten. Mit der Entwicklung und Zulassung der LL-Sohle im Juni 2013 - einer Verbundstoffsohle, deren Umrüstungskosten im Vergleich zur K-Sohle nur noch ein Drittel betragen - und in Verbindung mit den oben genannten Förderprogrammen ist die DB AG ihrem Ziel, bis 2020 alle Güterwagen auf die leise Sohle umzurüsten,  ein gutes Stück nähergekommen[DBAG13c, S. 4; SchRü13, S. 12].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Lärmemissionen des Schienenverkehrs (Stand des Wissens: 27.02.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?312886
Literatur
[Baue11] Bauer, Kurt Anwohner klagen - Etappensieg über die Bahn, veröffentlicht in Waltroper Zeitung, Ausgabe/Auflage 12. August 2011, J. Bauer KG, Marl, 2011/08/12
[BMVI18i] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.) Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen
der Eisenbahnen des Bundes, 2018/07/01
[DBAG07b] o.A. Effizienter Lärmschutz - Umrüstung von Güterwagen fördern, Berlin, 2007/01
[DBAG09d] o. A. Schallschutz - eine Investition in die Zukunft der Bahn [2009], Berlin, 2009/12
[DBAG09g] o. A. Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur - Konjunkturprogramme des Bundes 2009 - 2011 Paket Lärmschutz, 2009/07/15
[DBAG11l] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes, 2011/02
[DBAG12b] o. A. Konsequent für einen leiseren Schienenverkehr, 2012/03/27
[DBAG12x] Deutsche Bahn AG Konzern, Degen, K. G., Asmussen, B. Innovative Maßnahmen zum Lärm- und Erschütterungsschutz am Fahrweg - Schlussbericht, 2012/06/15
[DBAG13c] o. A. Meilenstein zum Flüstern gelegt, veröffentlicht in NetzNachrichten, Ausgabe/Auflage 03 / 2013, DB Kommunikationstechnik GmbH / Karlsruhe, 2013/09
[DBAG13y] o. A. Nachhaltigkeitsbericht 2012, Berlin, 2013/07
[DBNAG13a] DB Netz AG Leise Güterwagen - Fördersysteme zur Lärmminderung im Schienengüterverkehr, DB Kommunikationstechnik GmbH / Karlsruhe, 2013/05
[ETR10] o. A. DB rüstet weitere Güterwagen auf K-Sohle um, veröffentlicht in Eisenbahntechnische Rundschau, Ausgabe/Auflage 04/10, DVV Media Group GmbH / Hamburg , 2010/04, ISBN/ISSN 0013-2845
[SchRü13] Schuppe, A., Rüsch, F. Innovativer Technologie-Mix macht Schienenverkehr hörbar leiser, veröffentlicht in Eisenbahntechnische Rundschau Digital Collection, Ausgabe/Auflage 10, DVV Media Group GmbH / Hamburg, 2013/10, ISBN/ISSN 0013-2845
Weiterführende Literatur
[ScBe03] Beier, Manfred, Dr. rer. nat., Grütz, Hans-Peter, Dipl.-Ing., Jäger, Klaus, Dipl.-Ing., Kock, Gerdy, Dipl.-Ing., Onnich, Johannes, Dipl.-Ing., Schulte-Werning, Burkhard, Dr.-Ing., Strube, Roger, Dipl.-Ing. Auf dem Weg zur leisen Bahn: Das DB-Innovationsprogramm zur Lärmminderung im Schienenverkehr, veröffentlicht in Eisenbahntechnische Rundschau, Ausgabe/Auflage 1/2, 2003, ISBN/ISSN 0013-2845
[Jaeg03] Jäger, Klaus, Dipl.-Ing. Das Konzept der Deutschen Bahn AG zur Lärmbekämpfung, veröffentlicht in VCD Tagungsband - Bekämpfung von Schienenverkehrslärm, 2003/09
[DBAG07e] Deutsche Bahn AG Konzern Dem Schall auf der Spur, Lärmschutz, veröffentlicht in Bahntech, Berlin, 2007/01
[Geßn07a] Geßner, Rolf, Dr., Vogt, Constantin Die Lärmminderungsstrategie der Deutschen Bahn AG, veröffentlicht in Deine Bahn, Ausgabe/Auflage 08/07, Eisenbahn-Fachverlag GmbH/Mainz , 2007/08, ISBN/ISSN 0948-7263
[Kett05] Kettner, Joachim Halbierung des Schienenverkehrslärms bis 2020, veröffentlicht in Nahverkehrspraxis, Ausgabe/Auflage 7/8, 2005, ISBN/ISSN 0342-9849
[DBAG12] o. A. Lärmsanierung bei der Deutschen Bahn, 2012/04/10
[DBAG05b] o. A. Lärmschutz an Bahnstrecken: 2005 bundesweit mehr als 600 Projekte in Bau oder Planung , 2005/03/07
[SaGl06] Glaeser, Klaus-Peter, Dr., Saemann, Ernst-Ulrich, Dr. SILENCE - Ein Projekt der Europäischen Kommission zur Minderung des Verkehrslärms in städtischen Gebieten, veröffentlicht in Straße + Autobahn, Ausgabe/Auflage Heft 8.2006, Kirschbaum Verlag GmbH, Bonn, 2006/08, ISBN/ISSN 0039-2162
[AVL05a] o.A. SILENCE - Quieter Surface Transport in Urban Areas, Project Presentation, Graz, 2005
[16. BImSchV] Sechzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
[BImSchG] Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
[BMVBS09b] Richtlinie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zur Förderung von Maßnahmen der Lärmminderung an bestehenden Güterwagen im Rahmen des Pilotprojekts Leiser Rhein
[BMVBS12] Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes
Glossar
Rangierbahnhof Der Rangierbahnhof (Rbf) ist ein wichtiges (Infrastruktur-)Element im Produktionssystem des Schienengüterverkehrs und gehört, wie auch der Knotenpunktbahnhof, als Betriebsbahnhof zur Gruppe der Zugbildungsbahnhöfe. Zentraler Bestandteil eines Rbf sind die sog. Zugbildungsanlagen (ZBA), die - vornehmlich im Einzelwagenverkehr - der Auflösung und Neuzusammenstellung von Güterzügen und Wagen(-Gruppen) dienen.
Ausbaustrecke Als Ausbaustrecken (ABS) werden im Bereich des spurgebundenen Verkehrs bestehende Netzabschnitte bezeichnet, die mittels umfangreicher Baumaßnahmen für höhere Kapazitäten und / oder Geschwindigkeiten ertüchtigt wurden. Häufig findet der Begriff im Zusammenhang mit für den Einsatz von Neigetechnikfahrzeugen angepassten Strecken Verwendung. Durch eine geeignete bauliche Auslegung des Fahrweges ermöglicht dieses System entsprechend ausgestatteten Triebwagen schnellere Gleisbogendurchfahrten, m. a. W. höhere Kurvengeschwindigkeiten.
Ablaufanlage Ablaufanlagen gehören zur Ausstattung von Rangierbahnhöfen. Sie ermöglichen es, antriebslose Güterwagen des Einzelwagenverkehrs - unter Ausnutzung der Schwerkraft - neu zu gruppieren.
Technical Specification for Interoperability Die Technical Specification for Interoperability (TSI) machen für Teilsysteme bzw. Teile von Teilsystemen der transeuropäischen (Hochgeschwindikgkeits-)Eisenbahnsysteme Vorgaben, um deren grundsätzliche (technische) Eignung sowie die Kompabilität untereinander zu gewährleisten. Dabei handelt es sich um eine unionsrechtliche, technische Vorschrift der Europäischen Kommission.
BMVI Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (bis 10/2005 auch BMVBW und bis 12/2013 BMVBS)
LL-Bremssohle
Eine LL-Bremssohle (eng. für wenig Lärm, wenig Abrieb = Low noise, Low friction) ist eine Verbundstoff-Bremssohle und stellt den zentralen Bestandteil der bei Eisenbahngüterwagen verwendeten Klotzbremse dar. Sie sind im Vergleich zur technologisch veralteten Grauguss-Bremssohle deutlich leiser und stellen eine preisgünstige Alternative zur Umrüstung mit der sog. Komposit-Bremssohle (K-Sohle) dar.
EVU Eisenbahnverkehrsunternehmen
dB(A) Messgröße des A-bewerteten Schalldruckpegels zur Bestimmung von Geräuschpegeln. Die dB-Skala ist logarithmisch aufgebaut, d. h. eine Verdoppelung der Lärmintensität führt zu einer Erhöhung um 3 dB. Das menschliche Ohr empfindet eine Erhöhung um 10 dB als Verdoppelung der Lautstärke. Hierzu ist eine Schallintensitätsverzehnfachung erforderlich. Der Zusatz "(A)" gibt an, dass dem betreffenden Messergebnis die standardisierte A-Berwertungskurve zugrunde liegt. Sie berücksichtigt einen nichtlinearen frequenz- und pegelabhängigen Zusammenhang zwischen subjektiv wahrgenommenem Läutstärkepegel und vorliegendem Schalldruckpegel. So empfindet das menschliche Gehör bspw. mittlere Frequenzen im Vergleich zu niedrigen Frequenzgängen als wesentlich lauter, weshalb die Einheit dB(A) entsprechende Tonhöhen stärker gewichtet. Ein gesundes Ohr kann bereits einen Schalldruck von 0 dB (A) wahrnehmen (Hörschwelle), bei Werten über 120 dB (A) wird die Geräuschbelastung unerträglich laut (Schmerzgrenze). Eine Langzeiteinwirkung von über 85 dB(A) zieht u. U. dauerhafte Gehörschäden nach sich.
Komposit-Bremssohle
Die Komposit-Bremssohle (K-Sohle) ist eine Verbundstoff-Bremssohle und der zentrale Bestandteil der bei Eisenbahngüterwagen verwendeten Klotzbremse. Sie ist im Vergleich zur technologisch veralteten Grauguss-Bremssohle deutlich leiser und stellt eine Alternative zur vergleichbaren LL-Bremssohle (LL-Sohle) dar.
Eisenbahnverkehrsunternehmen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sind öffentliche Einrichtungen oder privatrechtlich organisierte Unternehmen, die Eisenbahnverkehrsleistungen erbringen. "Eisenbahnverkehrsunternehmen" stellt einen europarechtlichen Begriff dar, welcher durch nationales Recht in Form von § 2 (1) des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) konkretisiert wird.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?49365

Gedruckt am Sonntag, 15. September 2019 18:26:05