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Verkehrsleistung des Nichtmotorisierten Verkehrs

Erstellt am: 23.07.2018 | Stand des Wissens: 25.04.2022
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die Verkehrsleistung ist in Zusammenhang mit den umwelt- und klimarelevanten Wirkungen des Verkehrs von besonderer Bedeutung. Die Reduzierung der Verkehrsleistung insgesamt sowie die Verlagerung von Verkehrsleistungsanteilen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel spielen dabei eine wichtige Rolle. Immer wieder steht dabei auch der Nichtmotorisierte Individualverkehr (NMIV) im Fokus.
Der Anteil an allen in Deutschland zurückgelegten Kilometern betrug 2019 beim Fußverkehr nur 2,9 Prozent und beim Fahrradverkehr bloß 3,2 Prozent [BMVI22b, S. 229]. Fuß- und Fahrradverkehrsleistung lassen sich mit einer adäquat ausgebauten Infrastruktur (zum Beispiel durch ausreichende breite, sichere und lückenlose Rad- und Fußwege, einer ausreichenden Anzahl von Lastenradabstellmöglichkeiten) sowie einer Verwirklichung von Nahmobilitätskonzepten mit hoher Aufenthaltsqualität an Straßen steigern.
Die Aufteilung der Verkehrsleistung des Nichtmotorisierten Verkehrs (NMV) auf die verschiedenen Wegezwecke führt zu ähnlichen Relationen wie sie bereits am Verkehrsaufkommen dargestellt wurden: Das Zufußgehen und das Radfahren sind vor allem für den Freizeitverkehr von Bedeutung. Mit dem Fahrrad wird im Berufsverkehr ein größerer Anteil an der Verkehrsleistung absolviert als durch das Zufußgehen. Demgegenüber weist der Fußverkehr beim Einkaufen größere Verkehrsleistungsanteile auf als das Fahrrad.
487266_Abb.1.pngAbbildung 1: Verkehrsleistung nach Verkehrszweck [BMVI22b, S.224 f.]
Das Potenzial für eine stärkere Beteiligung des NMIV an der gesamten Verkehrsleistung dürfte sich in den kommenden Jahren vergrößern. Hierzu trägt einerseits der durch Fördermittel motivierte Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur bei. Andererseits könnte die wachsende Nutzung von Elektrofahrrädern dazu führen, dass Radfahren auch in Entfernungsbereichen zwischen fünf und zehn Kilometern weiter an Attraktivität gewinnt.
Damit könnten insbesondere dem Autoverkehr Verkehrsleistungsanteile entzogen werden und der NMIV würde in einem noch stärkeren Maß zur umweltfreundlichen Abwicklung des Verkehrs beitragen.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Nichtmotorisierter Individualverkehr (Stand des Wissens: 11.12.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?481394
Literatur
[BMVI22b] Bundesministerium für Digitales und Verkehr (Hrsg.) Verkehr in Zahlen 2021/2022, 2021/9
Glossar
NMV Nichtmotorisierter Verkehr (NMV): Nichtmotorisierte Verkehrsmittel zur individuellen Nutzung wie Fahrrad und die eigenen Füße werden als Nichtmotorisierter Verkehr bezeichnet.
Verkehrsaufkommen Das Verkehrsaufkommen beschreibt die Anzahl der zurückgelegten Wege, beförderten Personen oder Güter pro Zeiteinheit. Im Unterschied dazu bezieht sich das spezifische Verkehrsaufkommen auf zurückgelegte Wege und beschreibt die mittlere Anzahl der Ortsveränderungen pro Person und Zeiteinheit.
Verkehrsleistung
Die Verkehrsleistung gibt Auskunft über die Inanspruchnahme von Ressourcen. Als Verkehrsleistung wird die auf eine Zeiteinheit t (zum Beispiel ein Jahr) bezogene Verkehrsarbeit definiert und als Quotient dargestellt. Die Verkehrsarbeit wird dabei als Produkt von Verkehrseinheiten (zum Beispiel Güter oder Personen) und der durch diese zurückgelegten Strecke gebildet. In der Verkehrswissenschaft sind die Einheiten Personenkilometer pro Jahr [Pkm/a] oder Tonnenkilometer pro Jahr [tkm/a] gebräuchlich.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?487266

Gedruckt am Samstag, 28. Januar 2023 00:43:23