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Arten des automatisierten Fahrens

Erstellt am: 31.05.2017 | Stand des Wissens: 31.05.2017
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit des automatisierten Fahrens sind unterschiedliche Entwicklungsstände des automatisierten Verkehrs zu beachten. Als Ausgangssituation des automatisierten Fahrens gilt das heutige assistierte Fahren mit Hilfe von Fahrerassistenzsystemen. Fahrerassistenzsysteme sollen den Fahrer in seiner Fahraufgabe unterstützen, um so das Fahren komfortabler und sicherer zu machen.
Vom automatisierten Verkehr wird gesprochen, wenn das Fahrzeug einzelne, klar abgegrenzte Fahraufgaben übernehmen kann. Erst, wenn das Fahrzeug die komplette Fahraufgabe in allen (auch vor allem riskanten) Situationen übernehmen kann, wird vom autonomen Verkehr gesprochen.
Allerdings ist die Zuverlässigkeit des automatisierten Fahrens neben den Entwicklungsstufen (siehe Synthesebericht "Stufen des automatisierten Fahrens") vom automatisierten zum autonomen Fahren ebenso von der Ausstattungsrate des Gesamtverkehrs einschließlich der Infrastruktur abhängig. Insbesondere bei Systemen, welche auf Car-2-X-Informationen (Informationen durch Kommunikation von Fahrzeugen mit ihrer Umgebung) zugreifen, wird davon ausgegangen, dass die Zuverlässigkeit des Systems wesentlich beeinflusst wird durch die zur Verfügung stehenden Informationsquellen in Form von anderen Fahrzeugen oder Ausstattungselementen entlang der Straße. Der Zustand, in dem im Gesamtverkehr konventionell und automatisierte Fahrzeuge verkehren, wird Hybridverkehr genannt [BFU16].
Auch wenn in der Diskussion zum automatisierten Fahren derzeitig vorrangig der Straßenverkehr thematisiert wird, so ist das Thema auch bei anderen Verkehrsträgern relevant. So existieren bereits Systeme, welche es ermöglichen, dass seit 30 Jahren führerlose U-Bahnen in Städten verkehren [ApS16a], fahrerlose Fahrzeuge in abgeschlossenen Bereichen das Transportsystem ergänzen [Flä15], Prototypen für unbemannte Schiffe getestet werden können [Roß17] und das Fliegen eines Flugzeugs durch Autopiloten zunehmend automatisiert wird [BAL11].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Zuverlässigkeit und Sicherheit des automatisierten Straßenverkehrs (Stand des Wissens: 20.06.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?471810
Literatur
[ApS16a] Allianz pro Schiene e.V. Selbstfahrende Metros in Europa: Eine Milliarde Fahrgäste jedes Jahr, 2016
[BAL11] Rudolf Brockhaus, Wolfgang Alles, Robert Luckner Flugregelung, 2011, ISBN/ISSN 978-3-642-01442-0
[BFU16] Andrea Uhr Automatisiertes Fahren, 2016
[Flä15] Heike Flämig Autonome Fahrzeuge und autonomes Fahren im Bereich des Gütertransportes, veröffentlicht in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte, 2015, ISBN/ISSN 978-3-662-45853-2
[Roß17] Hendrik Roß Geht der Kapitän von Bord?, veröffentlicht in Deutsche Verkehrs Zeitung, Ausgabe/Auflage 9/2017, 2017

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?471055

Gedruckt am Sonntag, 15. September 2019 18:39:52