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Vernetzte Mobilität im Personenverkehr

Erstellt am: 18.05.2015 | Stand des Wissens: 04.06.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Für eine Effizienzsteigerung im Personenverkehr ist es notwendig, den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmodi für alle Personengruppen zu vereinfachen. Das schließt den Wechsel zwischen verschiedenen Wegen (Multimodalität) sowie innerhalb eines Weges (Intermodalität) ein.

Ziele politischer Maßnahmen zur Förderung der Multi- und Intermodalität sind die Vermeidung von unnötigem Ressourcenverbrauch sowie eine damit einhergehende Entlastung der Straßen und die Verringerung der Luftverschmutzung.

Unter dem Punkt Verkehrswachstum gewährleisten und Mobilität unterstützen bei Erreichung des Emissionsminderungsziels von 60 Prozent formuliert das Weißbuch Verkehr der EU-Kommission von 2011: Systeme für die Online-Information und für elektronische Reservierung und Zahlung, die alle Verkehrsträger einschließen, sollten multimodale Reisen vereinfachen ([EUKO11e, S.7]).

Ziele der Roadmap digitale Vernetzung im Personenverkehr (vgl. [BMVI16g]) sind unter anderem die Integration neuer Mobilitätsformen in den Öffentlichen Verkehr und die Einbindung in einen gesamtheitlichen Mobilitätsansatz sowie die Förderung der Einheitlichkeit von Datenbasis und Abrechnung bei Mobilitätsplattformen und -Apps (vgl. [BMVI16g, S. 31]).

Gegenwärtig agiert eine Vielzahl von Akteuren am Mobilitätsmarkt. Der insgesamt sehr heterogene Markt birgt das Risiko, dass sich zahlreiche nebeneinanderstehende und konkurrierende Einzelsystemen entwickeln. Daher ist eine Vernetzung der Angebote aus Kundensicht zwingend geboten.

Vor diesem Hintergrund stellen sich die Fragen, mit welchen Geschäftsmodellen sich die einzelnen Akteure positionieren, wie angebotsübergreifende Bezahlsysteme gestaltet werden (Wessen Kunde erhält wie Zugang zum System? Wer rechnet wie welche Leistung ab?) und welche Rolle der Öffentliche Personennahverkehr künftig einnehmen wird. Letzterer verfügt mit seinen System- und Netzeigenschaften sowie seiner Vertriebsorganisation über grundsätzlich gute Voraussetzungen, um die Rolle des "Regisseurs" oder "Mobilitätsintegrators" einzunehmen (vgl. [FoPS15/16, S. 2]).
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Vernetzte Mobilität im Personenverkehr (Stand des Wissens: 07.06.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?447113
Literatur
[BMVI16g] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Akteure des Dialog- und Stakeholderprozesses im Rahmen der Initiative Digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr (Hrsg.) Roadmap: Digitale Vernetzung im öffentlichen Personenverkehr, 2016/07
[EUKO11e] Europäische Kommission Weißbuch zum Verkehr: Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen
Verkehrsraum - hin zu einem wettbewerbsorientierten und ressourcenschonenden Verkehrssystem , 2011/03/28
[FGSV15] FGSV-Arbeitskreis 1.2.8 "Multi- und Intermodalität" Arbeitskreis 1.2.8 Multi- und Intermodalität der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, 2015/04/29
[FoPS15/16] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat G 11, Grundsatzfragen der Forschung, Entwicklung, Forschungsförderung Aufstellung des Forschungsprogramms zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden (FoPS 2015/2016), Bonn, 2014/06/12
[ifmo11a] Kuhnimhof, T., Feige, I., Hansen, F., Last, J., Manz, W., Zumkeller, D., Chlond, B., Streit, T., Wirtz, M., Kalinowska, D., Follmer, R., Gruschwitz, D., Ottmann, P., Armoogum, J., Buehler, R., Dargay, J., Denstadli, J.M., Yamamoto, T. Mobilität junger Menschen im Wandel - multimodaler und weiblicher, München, 2011/10, ISBN/ISSN 978-3-86680-192-9
[KoBer13] Koch, H., von Berg, S. Multimodale Mobilitätsangebote. Aktuelle Entwicklungen im Mobilitätsmarkt und Chancen für den ÖPNV, veröffentlicht in Der Nahverkehr. Öffentlicher Personenverkehr in Stadt und Region, Ausgabe/Auflage 4/2013, 31. Jahrgang, Alba Fachverlag, Düsseldorf, 2013/04, ISBN/ISSN 0722-8287
[LiWi15] TU Dresden, Lehrstuhl Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Prof. Dr.-Ing. G.-A. Ahrens, Ließke, F., Wittwer, R. Alles bleibt anders - Aktuelle Erkenntnisse zur Entwicklung des Verkehrsverhaltens auf Basis des Projektes "Mobilität in Städten - SrV 2013", 2015/02/04
[Witt14] Wittwer, R. Zwangsmobilität und Verkehrsmittelorientierung junger Erwachsener: Eine Typologisierung, veröffentlicht in Schriftenreihe des Instituts für Verkehrsplanung und Straßenverkehr, Ausgabe/Auflage Heft 16/2014, Dresden, 2014/12, ISBN/ISSN 1432-550
Weiterführende Literatur
[AhKlWi14] Ahrens, G.-A., Klotzsch, J., Wittwer, R. Autos nutzen statt besitzen. Treiber des multimodalen Verkehrsverbundes, veröffentlicht in ZfAW - Zeitschrift für die gesamte Wertschöpfungskette Automobilwirtschaft, Ausgabe/Auflage 2/2014, 17. Jahrgang, FAW-Verlag, Bamberg, 2014, ISBN/ISSN 1434-1808
[Bure15] Bundesregierung (Hrsg.) Fortschritte der Umsetzung der Digitalen Agenda, 2015
[VCÖ15] VCÖ - Verkehrsclub Österreich Multimodale Mobilität erfolgreich umsetzen, veröffentlicht in Mobilität mit Zukunft, VCÖ, Wien, 2015, ISBN/ISSN 3-901204-84-9
[EuCo14] European Commisson (Hrsg.) Towards a roadmap for delivering EU-wide multimodal travel information, planning and ticketing services, 2014/06/13

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?446808

Gedruckt am Sonntag, 15. September 2019 18:32:09