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Bearbeitungsebenen der Verkehrsentwicklungsplanung

Erstellt am: 14.08.2013 | Stand des Wissens: 11.07.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Nachdem in den letzten Jahren auf kommunaler Planungsebene neue, verbindliche (formelle) Pläne wie unter anderem die Nahverkehrsplanung (NVP), die Lärmminderungsplanung (LMP) und die Luftreinhalteplanung (LRP) sowie diverse informelle Pläne (Klimaschutz) hinzugekommen sind, besteht im Verkehrsbereich auf unterschiedlichen Ebenen ein verstärktes Koordinations- und Integrationserfordernis [FGSV13, S. 28].
Die neuen "Hinweise zur Verkehrsentwicklungsplanung" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) [FGSV13] empfehlen deshalb statt der bisher eigenständigen und umfangreichen Gesamtverkehrspläne, welche in großen Zeitabständen von 10-15 Jahren aufgestellt wurden, in Zukunft die Koordinations- und Planungsaufgaben zeitlich differenziert auf zwei Ebenen anzusiedeln [FGSV13, S. 23; Schnüll09, S. 508]:
  • der strategische-konzeptionellen Ebene und
  • der Maßnahmenebene.
Dabei sind auf der strategisch-konzeptionellen Ebene die Aufgaben periodisch zu bearbeiten, um für die weiteren verkehrlichen Maßnahmenpläne abgestimmte Ziele, Strategien und Maßnahmenkonzepte zu entwickeln [FGSV13, S. 23, S. 29].

Die Maßnahmenebene konkretisiert die Strategien, Rahmenpläne und Konzepte der strategischen Ebene und führt sie zur Umsetzung bzw. entwickelt Maßnahmen entsprechend der Zielvorstellungen und der strategischen Vorgaben. Abbildung 1 verdeutlicht diese Zusammenhänge sowie die Organisation der Aufgaben als einen Prozess, der in Teilen periodisch, sukzessiv und kontinuierlich zu bearbeiten ist [FGSV13, S. 22 f.].

Ebenen der VerkehrsentwicklungsplanungAbb. 1: Ebenen der Verkehrsentwicklungsplanung [FGSV13, S. 22]
Zu den kontinuierlichen Aufgaben gehören die Datenaktualisierung, Modellpflege, das Berichtswesen sowie die Prozess- und Wirkungsevaluation. Daneben sollten Politik, Verwaltung und Bürger informiert und beteiligt werden [FGSV13, S. 22 f.].
Durch die Differenzierung der beiden Ebenen soll die Verkehrsentwicklungsplanung künftig folgende Ansprüche besser erfüllen [FGSV13, S. 23]:
  • Etablierung als kontinuierlicher Prozess
  • Koordinierung kurz- und langfristiger Planung
  • Übereinstimmung der Maßnahmen mit aktuellen Zielen
  • Einheitlichkeit der Datenbasis für verschiedene Planwerke
  • Einbindung und Koordinierung der anderen Pläne
  • Informierung über Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Bearbeitungsebenen der Verkehrsentwicklungsplanung (Stand des Wissens: 11.07.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?415020
Literatur
[FGSV13] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. , Ahrens, G.-A., Beckmann, K. J., Fleischer, A., Gertz, C., Hubrich, S., Jansen, U., Kemming, H., Kleinwächter, E., Koch, M., Koppen, G.-F., Lorenz, K., Meißner, A., Noßwitz, U., Ohm, D., Ott, R., Polzin, G., Schnüll, R., Thiemann-Linden, J., Wagner, V., Waßmuth, V., Hinweise zur Verkehrsentwicklungsplanung, Ausgabe/Auflage 2013, FGSV-Nr. 162, FGSV Verlag, Köln, 2013, ISBN/ISSN 978-3-86446-058-6
[Schnüll09] Schnüll, R. Brauchen wir eine neue Art von Verkehrsentwicklungsplänen?, veröffentlicht in Straßenverkehrstechnik, Ausgabe/Auflage 08/2009, Kirschbaum Verlag, Bonn, 2009/08

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?414943

Gedruckt am Mittwoch, 5. August 2020 15:28:59