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Befeuerung an Windenergieanlagen

Erstellt am: 16.03.2013 | Stand des Wissens: 17.05.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

In der Luftfahrt werden ortsfeste Licht- oder Funksignale zur Kennzeichnung, Navigation und Orientierung als Befeuerung bezeichnet. Befeuerungen sind grundsätzlich in nachfolgende Kategorien zu unterscheiden:
  • Start- und Landebahnbefeuerung,
  • Anflugbefeuerung,
  • Hindernisbefeuerung,
  • Codeleuchtfeuer (Lichtzeichen der Kennbuchstaben des Flugplatzes),
  • weitere Befeuerungen.

Die Befeuerung von Windenergieanlagen zählt zur Kategorie Hindernisbefeuerung. Ziel der Hindernisbefeuerung ist es, mögliche Gefahren für den Luftverkehr zu reduzieren [Annex14]. Es soll verhindert werden, dass Luftfahrzeuge mit einem Hindernis kollidieren. In Abhängigkeit der Größe des Objektes werden von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO sechs charakteristische Typen von Befeuerung definiert:
  • Niederleistungsfeuer (Low Intensity Obstacle Light) Typ A: rotes Dauerlicht der Stärke 10 Candela als Nachtbefeuerung,
  • Niederleistungsfeuer (Low Intensity Obstacle Light) Typ B: rotes Dauerlicht der Stärke 32 Candela als Nachtbefeuerung,
  • Mittelleistungsfeuer (Medium Intensity Obstacle Light) Typ A: weißes Blinklicht der Stärke 20.000 Candela als Tagbefeuerung,
  • Mittelleistungsfeuer (Medium Intensity Obstacle Light) Typ B: rotes Blinklicht der Stärke 2.000 Candela als Nachtbefeuerung,
  • Hochleistungsfeuer (High Intensity Obstacle Light) Typ A: weißes Blinklicht der Stärke 200.000 Candela als Tag- oder Nachtbefeuerung,
  • Hochleistungsfeuer (High Intensity Obstacle Light) Typ B: weißes Blinklicht der Stärke 100.000 Candela als Tag- oder Nachtbefeuerung.
Ab 100 Meter Gesamthöhe ist eine Windenergieanlage wie ein Luftfahrthindernis zu behandeln und zu kennzeichnen. Abweichend zu den oben definierten Typen von Befeuerungen kann bei der Nachtkennzeichnung einer Windenergieanlage die Befeuerung W Rot zum Einsatz kommen [DStGB12].

Mit der Errichtung neuer Windenergieanlagen gewinnt die Befeuerung dieser Anlagen zunehmend an Bedeutung. Die Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Nabenhöhe von Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland.
Onshore Groessenentwicklung.PNGAbb. 1: Entwicklung der durchschnittlichen Nabenhöhe von deutschen Windenergieanlagen in Meter (eigene Darstellung nach [Stat16d][BWE15a])
Die sehr häufige Übersteigung der 100 Meter Gesamthöhe bei neuen Windenergieanlagen hat eine Zunahme der Lichtemissionen zur Folge, da diese Anlagen gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) zu kennzeichnen sind. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Bundesregierung durch das Energiekonzept 2010 die Lichtemissionen, welche unter anderem mit dem Feuer W Rot bereits reduziert wurden, weiter zu senken [DStGB12].
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Befeuerung an Windenergieanlagen (Stand des Wissens: 17.05.2021)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?475771
Literatur
[BWE15a] Bundesverband WindEnergie e.v. (Hrsg.) Bundesverband Windenergie: A bis Z - Fakten zur Windenergie, Bundesverband WindEnergie e.V. Neustädtische Kirchstraße 6 10117 Berlin, 2015
[DStGB12] Bernd Neddermann, Christian Brietzke, Marcel Raschke, Gundula Hübner, Professor Dr. Willhelm Söfker, Hans-Ludwig Rau, Jürgen Stahl, Bettina Bönisch Kommunale Handlungsmöglichkeiten beim Ausbau der Windenergie unter besonderer Berücksichtigung des Repowering , 2012/09
[Stat16d] Statista (Hrsg.) Größenentwicklung von Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2015 (in Meter) , 2016/01/2
Rechtsvorschriften
[Annex14] ICAO-Annex 14 (Aerodrome Design and Construction)
Glossar
ICAO
Die International Civil Aviation Organization (ICAO) ist die Internationale Zivilluftfahrtorganisation zur Vereinheitlichung und Regelung der Zivilluftfahrt durch Veröffentlichungen von Richtlinien und Empfehlungen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?407780

Gedruckt am Freitag, 27. Mai 2022 09:19:16