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Technologischer Standard

Erstellt am: 14.11.2010 | Stand des Wissens: 15.06.2015
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Ein Technologischer Standard setzt innerhalb des Regulierungsrahmens einen für alle beteiligten Produzenten verbindlichen technologischen Standard fest. Im Energiesektor ist dies zum Beispiel die Anwendung der Rauchgasentschwefelung und Rauchgasentstickung zur Vermeidung des sauren Regens. Im KFZ Bereich kann beispielsweise die verpflichtende Anwendung des Katalysators genannt werden.
Generell ist die ökologische Treffsicherheit eines technologischen Standards als sehr hoch anzusehen, da der Regulierer eine Technologie vorgibt, die in der Regel den Nachweis ihrer Eignung bereits erbracht hat. Bei neuen Technologien besteht hingegen die Gefahr, dass eine langfristig nicht optimale Technologie zum Standard erklärt wird. Dies kann damit begründet sein, das die vollständigen Kosten noch unbekannt sind, oder in der Zukunft geeignetere Technologien zur Verfügung stehen könnten. Ein Standard führt zu einer hohen Investitionstätigkeit in diesem Sektor. Diese Investitionen würden dann im Falle eines Wechsels des Standards wertlos werden. Es ist aus diesem Grund davon abzusehen, innovative Technologien zu einem verbindlichen Standard zu erklären.
Problematisch ist in der Regel auch die dynamische Anreizwirkung. Es besteht zwar noch ein hoher Forschungs- und optimierungsbedarf innerhalb des Standards, aber insgesamt ist mit einer Reduktion der Forschungstätigkeit zu rechen da das Suchen nach Alternativen nicht mehr notwendig ist.
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?333538

Gedruckt am Montag, 13. Juli 2020 06:57:21
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Internalisierung negativer externer Effekte (Stand des Wissens: 19.08.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?333625