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Richtlinien für Lastzüge und Lastzugkombinationen im Überblick

Erstellt am: 11.06.2010 | Stand des Wissens: 10.10.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig

Der Güterverkehr auf der Straße bewältigt mit deutlichem Abstand den größten Teil des Güterverkehrsaufkommens in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Effizienz und intermodale Wettbewerbsfähigkeit des Lkw wird durch Längen- und Gewichtsvorgaben bestimmt, die in Deutschland durch die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung [StVZO] vorgeschrieben werden. Auf europäischer Ebene sind die Richtlinien [92/106/EWG] und [96/53/EG] von Bedeutung. Der sogenannte Lang-Lkw ist mit einer Gesamtlänge von 25,25 Metern in Deutschland durch eine deutliche Verlängerung im Vergleich zum Standard-Gliederzug mit 18,75 Metern Länge gekennzeichnet [Helm13]. Diskussionen über den Lang-Lkw wurden in der Vergangenheit insbesondere zwischen den Interessenvertretern des Straßen- und Schienengüterverkehrs geführt. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen befürchten eine Verkehrsverlagerung auf die Straße, da der Lang-Lkw seit dem 1.1.2017 streckenbezogen zulässig ist [ApS16]. Dem Lkw ist damit zwar eine zusätzliche Länge, jedoch kein höheres Gewicht erlaubt [BMVI18e]. Veränderungen der Lkw-Maße und -Gewichte können Auswirkungen auf folgende Bereiche haben:
  • Senkung der Transportpreise für den Lkw
  • Veränderung der CO2-Belastung
  • Unfallzahlen
  • Verkehrsfluss
  • Verschleiß der Infrastruktur (insbesondere für Brücken) [Helm13a]
  • Erforderliche Investitionen für die Infrastruktur [Wagn13a].
In den nachfolgenden Syntheseberichten wird detailliert auf die Richtlinien für Lastzüge und Lastzugkombinationen eingegangen, die in Deutschland und der Europäischen Union gelten. Die Berichte sollen ein grundlegendes Verständnis über die derzeit wirksamen Rechtsgrundlagen und die damit verbundenen Diskussionen liefern.
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Lastzugkombinationen im Straßengüterverkehr (Stand des Wissens: 15.08.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?221041
Literatur
[ApS16] Allianz pro Schiene (Hrsg.) Stellungnahme
zur Siebten Verordnung zur Änderung der Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge, 2016/12
[BMVI18e] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Lang-LKW fahren dauerhaft auf geeigneten Strecken, 2018
[Helm13] Björn Helmke Höher, länger und breiter, veröffentlicht in Verkehrsrundschau, Ausgabe/Auflage Nr. 39, 2013
[Helm13a] Björn Helmke Brücken bestimmen Gewichtsfrage, veröffentlicht in Verkehrsrundschau, Ausgabe/Auflage Nr. 43, 2013
[Wagn13a] Kay Wagner Gute Noten für den Lang-LKW, veröffentlicht in Verkehrsrundschau, Ausgabe/Auflage Nr. 37, 2013
Weiterführende Literatur
[BDI08] Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Effizienzsteigerungen im Straßengüterverkehr, 2008/10/27
[92/106/EWG] Richtlinie 92/106/EWG des Rates
[96/53/EG] Richtlinie 96/53/EG
[StVZO] Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
Glossar
Lkw Lastkraftwagen (Lkw) sind Kraftfahrzeuge, die laut Richtlinie 1997/27/EG überwiegend oder sogar ausschließlich für die Beförderung von Gütern und Waren bestimmt sind. Oftmals handelt es sich dabei um Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 und 12 Tonnen. In Einzelfällen kann die zulässige Gesamtmasse diese Werte jedoch auch unter- beziehungsweise überschreiten, sofern das Kriterium der Güterbeförderung gegeben ist. Lastkraftwagen können auch einen Anhänger ziehen.
Verkehrsfluss
Unter Verkehrsfluss versteht man die Anzahl der Fahrzeuge, die eine vordefinierte Verkehrs(quer)fläche pro Zeiteinheit durchfährt.
CO2
Kohlenstoffdioxid. Ein Gas, welches zu ca 0,4% in der Erdatmosphäre vorkommt, bildet den Grundstock für pflanzliches Leben und pflanzliche Biomasse. Es entsteht z.B. bei der Verbrennung (Oxidation) von Kohlenstoff mit Sauerstoff. Durch seine Wirkung als Treibhausgas und der massiven Freisetzung bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit der wichtigste Auslöser des Klimawandels.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?322022

Gedruckt am Freitag, 18. Oktober 2019 10:40:51