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Kostenwirkungen der PPP-Projektrealisierung

Erstellt am: 27.02.2010 | Stand des Wissens: 28.11.2019
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Betrachtete Themen:

In den folgenden Wissensbausteinen wird die Entwicklung der Kosteneffizienz von PPP-Projekten beleuchtet, wobei unter Kosteneffizienz die Minimierung des Barwertes der Ausgaben der öffentlichen Hand bei einem gegebenen Leistungsumfang bzw. Qualitätsniveau verstanden wird. Dieses Ziel harmoniert auch mit den gesetzlichen Vorgaben der Bundes- und Landeshaushaltsordnung(en) für die Beschaffung von Leistungen der öffentlichen Hand, welche die Gebietskörperschaften zu Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit bei der Aufgabenerfüllung verpflichten. [Vgl. Bundeshaushaltsordnung (BHO) Teil I, §7 sowie z. B. die Landeshaushaltsordnung (LHO) von Nordrhein-Westfalen Teil I, §7]


Inhaltlicher Aufbau:

Im Folgenden wird detailliert auf die einzelnen Kostenwirkungen der Projektrealisierung nach dem PPP-Ansatz eingegangen, wobei die Risikokosten der beteiligten öffentlichen und privaten Partner gesondert untersucht werden. Der Inhalt dieses Abschnitts gliedert sich zunächst in folgende Wissensbausteine:
  • Kostenreduzierende Wirkungen
  • Kostensteigernde Wirkungen
  • Nicht-eindeutige Wirkungen
In einem weiteren Wissensbaustein wird das Querschnittsthema der "Risikokosten der öffentlichen und privaten Akteure als Einflussfaktor auf die Effizienz" untersucht.


Zentrale Schlussfolgerungen aus den Darstellungen in den weiteren Wissensbausteinen:

Auf Basis der theoriegeleiteten Diskussion der mit der Projektrealisierung nach dem PPP-Ansatz einhergehenden einzelnen Kostenwirkungen kann aufgrund gegenläufiger Kostentendenzen keine übergreifende Aussage zur Kosteneffizienz des PPP-Ansatzes abgeleitet werden. Um den gesamten Kosteneffekt einschätzen zu können, müssten die quantitative Bedeutung der einzelnen Effekte und die relative Bedeutung der einzelnen Kostenkategorien bekannt sein. Die Ausprägung der einzelnen Kosteneffekte und somit auch des Gesamtkosteneffekts hängen jedoch von den spezifischen Charakteristika eines Projekts ab.

Es existieren kaum völlig unabhängig durchgeführte empirische Studien zu PPP-Vorhaben. Die verfügbaren Studien sind häufig nicht repräsentativ, da sie nur einen begrenzten Ausschnitt der Projekte untersuchen, unter methodischen Defiziten leiden oder nicht alle benötigten Daten verfügbar sind. Weiterhin leiden empirische Studien häufig unter der Unklarheit über zentrale Gestaltungsparameter der PPP-Projekte, die nicht aus den veröffentlichten Informationen hervorgehen. Somit sind oftmals keine Schlüsse auf die Kostensituation der Gesamtprojekte möglich, sondern allenfalls Teilbereiche vergleichbar.

Aus den Darstellungen kann dennoch geschlussfolgert werden, dass das größte Potenzial des PPP-Ansatzes bei Projekten vorliegt, bei denen aufgrund der Projektcharakteristika insbesondere die kostenreduzierenden Wirkungen zum Tragen kommen können. Dies dürften vor allem Projekte mit einem großen Spielraum zur wertschöpfungsstufenübergreifenden Optimierung sein. Demgegenüber sollten die kostensteigernden Wirkungen eine begrenzte Relevanz haben. Die Bedeutung der einzelnen Effekte kann zumindest teilweise über die letztendliche Ausgestaltung des Projekts beeinflusst werden. Insofern hängt die Kosteneffizienz eines PPP-Projekts auch wesentlich von der konkreten Projektausgestaltung ab.
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Potenziale und Erfolgsfaktoren des PPP-Ansatzes (Stand des Wissens: 28.11.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?294833
Glossar
PPP Public Private Partnership beschreibt Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen. Normalerweise findet diese über eine Kapitalverflechtung bei den auszuführenden Projekten statt. Eine Gewinnerzielung ist durchaus erwünscht, um Anreize für das private Unternehmen zu schaffen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?288947

Gedruckt am Montag, 24. Februar 2020 06:40:29