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Instrumente des Mobilitätsmanagements

Erstellt am: 12.11.2002 | Stand des Wissens: 11.07.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Im Mobilitätsmanagement  (MM) haben sich spezifische "Instrumente" herausgebildet, mit denen der Ansatz in die Praxis umgesetzt wird. Diese Instrumente lassen sich grundsätzlich wie folgt unterscheiden [BMVBW04a]:
  • Mobilitätsmanager, -berater, -koordinator: Teilaufgabe oder volle Aufgabe von einer oder mehreren Personen
  • Mobilitätszentralen und -büros: räumliche und funktionale Einheiten
  • Mobilitätsplan für bestimmte Standorte, angelehnt an stadtweite Verkehrsentwicklungspläne: Dokument mit Handlungsanleitung zur Umsetzung.
Die Instrumente sind auf verschiedenen Ebenen (politische Ebene, Managementebene, Nutzerebene) angesiedelt. Sie übernehmen jeweils spezifische Aufgaben (siehe Abbildung 1). Die Managementebene wird in eine städtische/ regionale Ebene ("öffentlich") und in eine betriebliche Ebene ("teilöffentlich/ privat") unterteilt. Die Nutzerebene klassifiziert sich in Personen- und Güterverkehr. Da sich das Aufgabenspektrum in den einzelnen Ebenen, Instrumenten und Maßnahmen stark unterscheiden kann, sind für eine effektive Etablierung sowie Umsetzung eines MM einheitliche Begriffsbestimmungen und Best-Practice-Erfahrungen für Mobilitätsberater und -manager hilfreich. [LWFB03]. Die Instrumente des MM sind dabei zu unterscheiden von Maßnahmen im MM, worunter verkehrlich-organisatorische Aktivitäten zu verstehen sind, die zu einer effizienteren Nutzung des Verkehrssystems beitragen sollen, zum Beispiel Parkraumbewirtschaftung von Firmenparkplätzen oder Job-Tickets [StöBo05].
Konzept MM.pngAbbildung 1: Konzept des Mobilitätsmanagements [ILSISB00]
In Deutschland lag der Fokus in den letzten Jahren  in der Verbesserung der Verkehrsorganisation und der -infrastruktur vor allem für den öffentlichen Verkehr (zum Beispiel mittels Mobilitätszentralen), während in den europäischen Nachbarländern Mobilitätsmanager und Mobilitätspläne eine größere Rolle spielen [LWFB03; EPOMM13].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Mobilitätsmanagement (Stand des Wissens: 12.07.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?20082
Literatur
[BMVBW04a] Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, RWTH Aachen, IVV-Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung Mobilitätsmanagement - Ziele, Konzepte und Umsetzungsstrategien, veröffentlicht in direkt, Ausgabe/Auflage Heft 58, Wirtschaftsverlag NW, 27564 Bremerhaven, 2004/04, ISBN/ISSN 3-86509-100-8
[EPOMM13] European Platform on Mobility Management (Hrsg.) Mobility management: The smart way to sustainable mobility in European countries, regions and cities, 2013/09
[ILSISB00] Konsortium MOMENTUM und MOSAIC Mobilitätsmanagement Handbuch, Ausgabe/Auflage 1, Dortmund, Aachen, 2000, ISBN/ISSN 3-8176-1097-1
[LWFB03] Beckmann, Klaus, Finke, Timo, Krug, Stephan, Langweg, Armin, Meinhard, Dirk, Witte, Andreas Mobilitätsmanagement in Deutschland und im Ausland, Stand von Theorie und Praxis, Aachen, 2003, ISBN/ISSN 3-88354-145-1
[StöBo05] TRANSVER GmbH, Dr.-Ing. K. Bogenberger, Christoph Stöberl, Rupert Bobinger Wirkungen des Mobilitätsmanagements - Strukturierte Recherche bisheriger Forschungsergebnisse, 2005/04
Weiterführende Literatur
[uba01] Planungsgesellschaft Verkehr Köln, Hoppe, R. Mobilitätsmanagement zur Bewältigung kommunaler Verkehrsprobleme, Ausgabe/Auflage 1, 2001
Glossar
Mobilitätsplan
Der Mobilitätsplan ist das Planungsinstrument für die Einführung von Mobilitätsmanagement an bestimmten Standorten (zum Beispiel in Betrieben, Verwaltungen, Schulen). Manchmal wird er auch Betriebsverkehrsplan genannt.
Im Mobilitätsplan werden im Sinne eines Businessplanes Zeithorizonte, Zielsetzungen, Verantwortlichkeiten (betriebsintern und extern) und Ablauf der Umsetzung festgesetzt. 
Ziel ist die Umsetzung eines maßgeschneiderten Mobilitätskonzeptes für den Standort. Dazu bedarf es nicht notwendigerweise umfangreicher Pläne, sondern viel mehr eines strukturierten Herangehens. Der Mobilitätsplan schafft Transparenz für alle Beteiligten und hat eine koordinierende Funktion.
In abgeänderter Form kann ein Mobilitätsplan auch für ein ganzes Quartier oder bestimmte Zielgruppen aufgestellt werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?19996

Gedruckt am Montag, 6. April 2020 06:45:30