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Hans-Böckler-Stiftung

Änderungsdatum: 23.09.2004
Anschrift: Hans-Böckler-Stiftung Hans-Böckler-Straße 39 40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/7778-0
Fax: 0211/7778-120
Webseite: http://www.boeckler.de/
Mitarbeiter:
  • Gerlach, Frank, Dr.
  • Hein, Eckhard, Dr.
  • Mülhaupt, Bernd
  • Truger, Achim, Dr.
Die Hans-Böckler-Stiftung ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des DGB. Sie ist in allen ihren Aufgabenfeldern der Mitbestimmung als Gestaltungsprinzip einer demokratischen Gesellschaft verpflichtet. Sie wirbt für diese Idee, unterstützt Mandatsträger in Mitbestimmungsfunktionen und tritt für erweiterte Mitbestimmungsrechte ein.

Gegründet wurde die Stiftung im Juli 1977 durch den Beschluss des Deutschen Gewerkschaftsbundes, die Vorläuferorganisationen "Hans-Böckler-Gesellschaft" und "Stiftung Mitbestimmung" zusammenzuschließen. Im Jahre 1995 wurde das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) als Forschungsabteilung in die Stiftung integriert.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) ist ein gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut, das praxisrelevante Fragestellungen wissenschaftlich bearbeitet. Sein Arbeitsfeld erstreckt sich von der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik bis zur Sozial-, Tarif- und Mitbestimmungspolitik.
Der Schwerpunkt der WSI-Forschungsarbeit liegt auf der Untersuchung von ökonomischen und sozialen Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen und politischer Entscheidungen. Das Institut erarbeitet wirtschafts- und sozialwissenschaftlich fundierte Vorschläge zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme. Forschungsergebnisse und Konzepte werden der Öffentlichkeit, der Politik und der Wissenschaft vorgestellt.

Geschichte

Zum Neuaufbau demokratischer Gewerkschaften nach dem Zweiten Weltkrieg zählte auch das Projekt, eine "Gewerkschaftliche Planungs- und Forschungsstelle für Wirtschaft" zu gründen. Dieses "Wirtschafts-Wissenschaftliche Institut (WWI)" wurde bereits 1946, noch vor der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), ins Leben gerufen.
1972 änderte es seinen Namen in "Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI)".
1995 wurde das WSI in die Hans-Böckler-Stiftung eingegliedert.

Arbeitsstrukturen

Das WSI ist als Forschungsabteilung in die Hans-Böckler-Stiftung, das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des DGB, integriert. Die Kooperation mit den anderen Abteilungen der Stiftung stärkt wechselseitig die Kompetenz.

Die Zusammenarbeit mit der Beratungsabteilung Mitbestimmungsförderung dient einem produktiven Austausch zwischen Theorie und Praxis der Interessenvertretung.

Mit der Abteilung Forschungsförderung wird ein intensiver Diskurs über neue Entwicklungen in den arbeitsorientierten Wissenschaftsbereichen geführt. Dies sorgt auch für einen fruchtbaren internen Wettbewerb der beiden Abteilungen hinsichtlich der Qualität ihrer Forschungsarbeit.

Ein "Wissenschaftlicher Beirat" berät die Gremien der Stiftung in allen Fragen ihrer Forschungs- und Wissenschaftspolitik. Insbesondere begleitet er die Aktivitäten des WSI und der Abteilung Forschungsförderung.

Forschungsschwerpunkte

Die Arbeit des WSI ist nach Forschungsschwerpunkten gegliedert:

Globalisierung, Beschäftigung und institutioneller Wandel
Arbeit, Verteilung und soziale Sicherung, Arbeitsbeziehungen und Tarifpolitik

I. Globalisierung, Beschäftigung und institutioneller Wandel

Im Mittelpunkt des Forschungsschwerpunkts steht die Aufgabe, den Prozess des Wirtschaftswandels, vor dem Hintergrund einer immer wieder zu überprüfenden Globalisierungstendenz und deren Ausprägungen, in seinen Auswirkungen auf das Institutionen- und Regulationsgefüge der Bundesrepublik Deutschland und der europäischen Ebene zu untersuchen. Vorrangig geht es um den Beschäftigungsaspekt in qualitativer und quantitativer Hinsicht sowie um die Entwicklung der Einkommensverteilung.

Themenkomplexe in diesem Schwerpunkt sind:

Globalisierung: Mythos oder die Wirtschaftspolitik beschränkende Realität?: In Form regelmäßiger Standortanalysen werden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die daran orientierten politischen Entscheidungen untersucht.
Grundlagen einer beschäftigungsorientierten Wirtschaftspolitik: Neben der Arbeit über die theoretischen Grundlagen einer beschäftigungsorientierten Wirtschaftspolitik fällt in dieses Aufgabengebiet die laufende Analyse der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die Auseinandersetzung mit der aktuell betriebenen Wirtschaftspolitik sowie der wissenschaftlichen Politikberatung. Die Forschungsergebnisse bilden die Basis für wirtschaftspolitische Empfehlungen, die in erster Linie die Interessen der Beschäftigten im Auge haben.
Institutioneller Wandel und Beschäftigung: Untersucht werden die Bedeutung verschiedener Regulationen und Institutionen für die Beschäftigungs- und Verteilungsentwicklung. Dies gilt erstens für die auf der Makro-Ebene bestimmte gesamtwirtschaftliche Performance und zweitens für die Handlungsbereiche der Arbeitsmarkt-, der Regional- und Struktur- sowie der Steuer- und Finanzpolitik.

II. Arbeit, Verteilung und soziale Sicherung

In den zentralen Handlungsfeldern stellt der Forschungsschwerpunkt die geltenden Konzeptionen und Institutionen auf den Prüfstand. Ziel ist es, neue Ansätze zu entwickeln, die stärker als heute Erwerbsarbeit, kollektive Sicherung und individuelle Wahlfreiheit bei verschiedenen Lebens(phasen)optionen vereinbaren und ermöglichen können. Es gilt dabei, die reale Ebene in Form von bezahlter und unbezahlter Beschäftigung mit den Verteilungsebenen von Geld und Zeit zu verknüpfen.

Themen in diesem Schwerpunkt sind:

Betriebliche Beschäftigungspolitik und Arbeitsmarktforschung: Vor dem Hintergrund der aktuellen Deregulierungsdebatte befassen sich die Arbeiten mit der Entwicklung von Beschäftigung auf betrieblicher und gesamtwirtschaftlicher Ebene und entwerfen konzeptionelle Gestaltungsalternativen.
Verteilungspolitik: Die Differenzierung der personellen Beschäftigungsverhältnisse findet ihre Entsprechung in den Erwerbseinkommen und den Erwerbsersatzeinkommen der Personen und der zugehörigen privaten Haushalte.
Sozialpolitik: Facetten der Flexibilisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse werden in ihrer Wechselwirkung mit sozialer Sicherung untersucht.
Frauen- und Geschlechterpolitik: Die gesellschaftliche Organisation und Gestaltung von Arbeit, und zwar sowohl von Erwerbsarbeit als auch von gegenwärtig nicht als Erwerbsarbeit organisierter Arbeit (im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und in sozialen Netzwerken), wird in ihren Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis analysiert.

III. Arbeitsbeziehungen und Tarifpolitik

In diesem Forschungsschwerpunkt werden die Auswirkungen der Veränderungen untersucht, denen die Arbeitsbeziehungen in Deutschland seit mehr als einem Jahrzehnt unterliegen.

Themen in diesem Schwerpunkt sind:

Arbeitspolitik, Arbeitsbeziehungen und gewerkschaftliche Organisation: Neue Arbeitsverhältnisse und ihre Konsequenzen für die Beschäftigtenstrukturen stehen hier ebenso im Mittelpunkt wie die daraus erwachsenden Anforderungen an die betriebliche und gewerkschaftliche Interessenvertretung.
Zukunft des Tarifsystems: Gewerkschaften wie Arbeitgeberverbände arbeiten an einer Neujustierung des Tarifsystems. Hierfür liefert das WSI Entscheidungshilfen durch Analyse der Veränderungsprozesse, ihrer inhaltlichen Ergebnisse und ihrer betriebpraktischen Umsetzung.
Europäische Arbeitsbeziehungen: Die Entwicklung grenzüberschreitender europäischer Arbeitsbeziehungen ist eine Chance für die Wiedergewinnung betriebs-, tarif- und gewerkschaftspolitischer Gestaltungsspielräume jenseits der Globalisierungszwänge.

EIRO

Das WSI analysiert die Entwicklung europäischer Betriebsräte und ihrer Arbeit. Es beteiligt sich als deutscher Partner am "European Industrial Relations Observatory (EIRO)", einem seit 1997 bestehenden Informationsnetzwerk namhafter Institute aus allen 15 EU-Staaten und Norwegen, das von der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Dublin koordiniert wird.

Das wichtigste Ziel von EIRO ist die Erstellung eines aktuellen Informationsdienstes EIROnline, in dem Monat für Monat bis zu 80 neue Beiträge zu den aktuellen Entwicklungen in den nationalen und europäischen Arbeitsbeziehungen erscheinen und der kostenlos via Internet genutzt werden kann unter www.eiro.eurofound.ie.

Das Tarifarchiv des WSI

Das WSI-Tarifarchiv hat als zentrale Dokumentationsstelle der gewerkschaftlichen Tarifpolitik die Aufgabe, das laufende Tarifgeschehen umfassend zu dokumentieren und auszuwerten. Neben seinen regelmäßigen Tarifberichten veröffentlicht das Tarifarchiv zahlreiche Sonderauswertungen. Im Tarifarchiv stehen aktuelle Informationen über Tarifabschlüsse und Übersichten über die Tarifentwicklungen in allen wichtigen Branchen im Internet zur Verfügung. Eine umfangreiche Analyse aktueller tarifpolitischer Entwicklungen veröffentlicht das Archiv jährlich mit dem "WSI-Tarifhandbuch".

Publikationen

Seine Forschungsergebnisse und Expertisen veröffentlicht das WSI vornehmlich in der wissenschaftlichen Buchreihe "Hans-Böckler-Forschung" bei der "edition sigma rainer bohn verlag" in Berlin. Veröffentlichungen des Instituts erscheinen jedoch auch im Programm verschiedener anderer Verlage.

Monatszeitschrift "WSI-Mitteilungen"

Die "WSI-Mitteilungen" ist eine Monatszeitschrift, die aktuell über wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitische Themen informiert. Sie wendet sich an Leserinnen und Leser in Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik.
 

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?99118

Gedruckt am Dienstag, 26. Mai 2020 13:35:19