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Fahrzeugbesitz und -verfügbarkeit

Erstellt am: 31.03.2004 | Stand des Wissens: 20.11.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die Pkw-Verfügbarkeit in den Haushalten zeigt gegenüber der Vorgängerstudie "Mobilität in Deutschland 2008" nur leichte Veränderungen auf. Die Zahl der Haushalte ohne Pkw stieg im Vergleich zu 2008 von 17,7 Prozent auf 22 Prozent in 2017, die Zahl der Haushalte mit zwei oder mehr Pkw sank leicht. Gleich geblieben ist die Zahl der Haushalte mit einem Pkw [infas18 | Tab. A H8; infas10].

Es besitzen gemäß [infas18 | Tab. A H8]:
  • 22 Prozent der Haushalte keinen Pkw,
  • 53 Prozent einen Pkw,
  • 21 Prozent zwei Pkw und
  • drei Prozent drei oder mehr Pkw.

Mit höherem ökonomischen Status nimmt die Zahl der Pkw je Haushalt zu. Dies verdeutlicht die Abbildung 1. Unter dem ökonomischen Status eines Haushalts versteht sich hier die Ableitung aus dem Haushaltsnettoeinkommen und der gewichteten Haushaltsgröße gemäß dem Prinzip des Äquivalenzeinkommens [infas18 | Tab. A H8].
79973_pkw_besitz_oekonomischer_status.PNGAbbildung 1: Anzahl der Pkw in den Haushalten nach ökonomischen Status in Prozent [infas18 | Tab. A H8]. Die Angabe "Mittel" bezieht sich auf die mittlere Anzahl der Pkw im Haushalt.
Die Gründe für den Verzicht auf einen Pkw können sehr vielfältig sein und sind auch vom Haushaltstyp (beispielsweise Rentnerhaushalt oder Haushalte mit beziehungsweise ohne Kinder) abhängig. Der Hauptgrund für einen Pkw-Verzicht ist dabei jedoch zumeist die Nichtnotwendigkeit. Danach reihen sich die Gründe der zu hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten, bewusster Verzicht sowie Gesundheits- beziehungsweise des Altersgründe ein [infas18 | Tab. A H9.3]. Dies stellt einen klaren Wandel zum Jahr 2008 dar, da hier der Hauptgrund noch die zu hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten war [infas10, S.59].
Trotzdem verfügen individuell 74 Prozent der Erwachsenen jederzeit über einen Pkw, wobei hier eine eventuelle Carsharing-Mitgliedschaft miteingeschlossen wird. Nur neun Prozent steht kein Pkw zur Verfügung [infas18 | Tab. A P 12]. Die Hauptgründe für das Fehlen der Möglichkeit der Nutzung eines Pkw sind dabei der Nichtbesitz eines Pkw oder der Nichtbesitz einer Fahrerlaubnis. In Deutschland besitzen 13 Prozent der Personen keinen Führerschein [infas18 | Tab. A P10.1]. Den höchsten Anteil an Erwachsenen ohne Pkw-Verfügbarkeit beziehungsweise Führerschein hat die Gruppe der über 75-jährigen (27,6 Prozent keine Verfügbarkeit und 17,2 Prozent keinen Führerschein) [infas10b, Personen, S. 1].
Neben den Pkw besitzen in Deutschland 76 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad, in 24 Prozent der Haushalte sind sogar drei oder mehr Fahrräder vorhanden [infas18 | Tab. A H11.2]. Insgesamt gibt es in den Haushalten Deutschlands 75,5 Millionen. Fahrräder, inklusive E-Bikes [ZIV19a, S.20] (Stand 2018). Damit liegt die Pro-Kopf-Verfügbarkeit von Fahrrädern im Jahr 2018 bei 0,9 Fahrrädern [infas10].



Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Daten zur privaten Autonutzung (Stand des Wissens: 26.11.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?312552
Literatur
[infas10] DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung, infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Mobilität in Deutschland 2008 (MiD 2008) , 2010/02
[infas10b] DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung, infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft , Follmer, R., Gruschwitz, D., Jesske, B., Quandt, S., Nobis, C., Köhler, K. Mobilität in Deutschland 2008 - Tabellenband, 2010/02
[infas18] DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung, infas 360 GmbH, infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft , IVT Research GmbH Mobilität in Deutschland 2017 - Tabellenband, 2018/12
[ZIV19a] Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) Zweirad-Industrie-Verband (ZIV): Wirtschaftspressekonferenz am 21. März 2019 in Berlin | Zahlen, Daten, Fakten zum Fahrradmarkt in Deutschland 2018, 2019/03/21
Weiterführende Literatur
[Dude04] Ferdinand Dudenhöffer, Dr. Die Langfrist-Entwicklung des Automobilmarkts in Deutschland, veröffentlicht in Internationales Verkehrswesen, Ausgabe/Auflage 4, 2004
Glossar
Carsharing
Der Begriff CarSharing stammt aus dem Englischen (car= Auto, to share= teilen) und kann sinngemäß mit der Bedeutung "Auto teilen" übersetzt werden. Er beschreibt die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen, die meist von Unternehmen gegen Gebühr bereitgestellt werden.
Durch einen Rahmenvertrag oder eine Vereinsmitgliedschaft erhalten Kunden flexiblen Zugriff auf alle Kfz eines Anbieters. Die Fahrzeuge können über eine Webseite oder über eine Smartphone-App gebucht werden. Geöffnet werden sie in der Regel mit Hilfe von Chipkarten oder durch ein Zugangscode vermittelt über die Smartphone-App.
Bei dem System des stationsbasierten CarSharing stehen die Fahrzeuge auf reservierten Stellplätzen und werden nach der Nutzung auch wieder dorthin zurückgebracht. Ein anderes Modell ist das free-floating CarSharing. Hier stehen die Fahrzeuge in einem definierten Operationsgebiert verteilt. Sie können per Smartphone geortet werden und nach der Nutzung auf einem beliebigen Stellplatz innerhalb des Operationsgebiets zurückgegeben werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?79973

Gedruckt am Mittwoch, 14. April 2021 19:54:40