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Flugsicherungsanlagen

Erstellt am: 16.01.2004 | Stand des Wissens: 17.09.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Flugsicherungsanlagen werden als technische Hilfsmittel für Kommunikation, Navigation und Überwachung des Luftverkehrs betrieben. Die Flugsicherungsanbieter unterhalten daher in unterschiedlichem Umfang Kommunikations-, Funknavigations- und Radaranlagen (Communication, Navigation, Surveillance, CNS).

Mit Funknavigationshilfen werden Streckenführungen durch den nationalen Luftraum festgelegt und Anflugverfahren für die Flughäfen definiert. Zu den wichtigsten, weltweit einheitlichen Funknavigationshilfen zählen ungerichtete Funkfeuer (Non-Directional Beacon NDB), Drehfunkfeuer (Very high frequency Omnidirectional Radio range - VOR), (Schräg)entfernungsmessanlagen (Distance Measuring Equipment - DME), sowie Leitstrahlverfahren zur Präzisionsanflugführung (Instrumentenlandesystem - ILS). Bereits seit mehreren Jahren werden diese bodengestützten Anlagentechniken durch satellitenbasierte Navigationsmittel ergänzt.

Mit Hilfe von Radaranlagen am Boden kann eine Überwachung und Leitung des Luftverkehrs erfolgen. Durch Darstellungseinheiten wird ein Abbild der Verkehrssituation am Himmel geschaffen. Der Umfang und die Qualität der Ausrüstung der Flugsicherungsunternehmen variiert international erheblich. Die Spanne reicht von mehrfacher Radarüberdeckung innerhalb eines Flugüberwachungsgebietes in den meisten großen Industrienationen bis zu gar nicht vorhandener Radarüberwachung in Drittweltländern. Eine Entwicklungstendenz besteht darin, den aufwendigen Unterhalt der aktiven bodenseitigen Radarüberwachung dadurch zu ersetzen, dass Flugzeuge mit Hilfe der Satellitennavigation selbstständig ihre Position ermitteln und an Bodenstationen übermitteln. Zudem werden für die Überwachung des Rollverkehrs derzeit alternative Systeme zur Positionsbestimmung der Luftfahrzeuge am Boden (beispielsweise mit Hilfe der Multilateration) getestet.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Sicherheitsaspekte der Flugsicherung (Stand des Wissens: 19.09.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?87935
Weiterführende Literatur
[DFS99] DFS Deutsche Flugsicherung GmbH Ortung im Luftverkehr-Ein Beitrag zur Sicherheit und Kapazitätssteigerung, Deutsche Flugsicherung GmbH, Offenbach, 1999/05
Glossar
HF High Frequency (HF) ist der Frequenzbereich zwischen 3 und 30 Megahertz.
VHF Very High Frequency (VHF) ist der Frequenzbereich zwischen 30 und 300 Megahertz.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?70822

Gedruckt am Mittwoch, 5. August 2020 15:10:30