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Landesplanung - Raumordnung

Erstellt am: 13.08.2003 | Stand des Wissens: 09.01.2020
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die Landesplanung ist die Raumordnungskompetenz auf Länderebene, sie hat eine raumbezogene, flächenübergreifende und überörtliche Koordinierungskompetenz.
Die Entwicklung, Ordnung und Sicherung der Teilräume unter Berücksichtigung der auf Bundesebene formulierten Grundsätze und Leitbilder ist Aufgabe der Landesplanung. Folglich kann die Raumentwicklung auf Länderebene gezielt gesteuert und es können unerwünschte Entwicklungen vermieden werden.
Als rahmensetzend fungiert das Bundesraumordnungsgesetz (ROG), das durch die Landesplanungsgesetze länderspezifisch konkretisiert wird [ROG08a].
Auf Grundlage der Landesplanungsgesetze werden Raumordnungspläne der Landesplanung erstellt, die die angestrebte strukturelle und räumliche Entwicklung des jeweiligen Bundeslandes aufzeigen. Die Bezeichnung der Raumordnungspläne der Länder variiert je nach Bundesland. Folglich werden diese unter den Namen "Landesentwicklungspläne", "Landesraumordnungsprogramme", "Landesentwicklungsprogramme" oder ähnliche geführt [ARL10].
Die Raumordnungspläne der Länder haben einen stark programmatischen Charakter und geben für die jeweiligen Länder sowohl sehr generelle Ziele, wie zum Beispiel die schonende und sparsame Inanspruchnahme von Naturgütern an. Es können aber auch für konkrete Räume zum Beispiel erwünschte Siedlungsentwicklungen vorgegeben werden, um die vorhandenen Wohnungen und Arbeitsstätten günstig auszulasten.
Eine kartographische Darstellung der landesplanerischen Ziele und auch deren Erläuterung wird erst mit der Erstellung des Landesentwicklungsplanes geschaffen. In diesem kann beispielsweise für die verschiedenen Gemeinden erkannt werden, welche Stellung und Aufgabe sie in der vorhandenen Städtehierarchie haben und welchem siedlungsräumlichen Typus sie angehören. Zudem kann in dem Landesentwicklungsplan auch die Lage von Naturschutzgebieten, Grundwasserschutzgebieten und ähnlichem ausgewiesen werden.
Neben den oben genannten Instrumenten der Landesplanung gibt es das Raumordnungsverfahren, das in den meisten Bundesländern zur Landesplanung gehört (zum Beispiel Niedersachsen). "Das Raumordnungsverfahren ist ein Abstimmungsverfahren eigener Art. Es untersucht, inwieweit ein Vorhaben mit den Zielen, Grundsätzen und Erfordernissen der Raumordnung übereinstimmt und wie solche Planungen und raumordnerischen Gesichtspunkte aufeinander abgestimmt werden können" [ROV11]. Zudem hat es fachübergreifenden Charakter und wird vor allem bei der Vereinigung unterschiedlicher Nutzungsansprüche und Planungen verwendet [ROV11].
Zudem haben sich in den letzten Jahren einige neue Instrumente herausgebildet, die bundesweit eingesetzt werden. Beispielsweise gehören dazu raumordnerische und grenzüberschreitende Entwicklungskonzepte, Teilraumgutachten, Regionalmanagement als auch Regionalmarketing. Diese sollen unter anderem die Kooperation von Akteuren anregen, regionale Kräfte bündeln als auch die Identität und das Selbstbewusstsein der Region stärken. Sie besitzen keine Rechtsverbindlichkeit [Bay11].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Raumordnung und Raumentwicklung (Stand des Wissens: 09.01.2020)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?45947
Literatur
[ARL10] Akademie für Raumforschung und Landesplanung Landesentwicklungsprogramm / Landesentwicklungsplan, 2010
[Bay11] Bayrisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Teilraumgutachten und raumordnerische Entwicklungskonzepte, 2011/05/09
[ROV11] Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Raumordnungsverfahren, 2011/05/09
Weiterführende Literatur
[BRBS93] Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Bonn Raumordnungspolitischer Orientierungsrahmen - Leitbild für die räumliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, 1993
[ROG08a] Raumordnungsgesetz (ROG)

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?53285

Gedruckt am Mittwoch, 27. Oktober 2021 08:20:13