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Seehäfen

Erstellt am: 17.07.2003 | Stand des Wissens: 12.04.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Seehäfen lässt sich anhand ihrer Funktionen darstellen:
  • Seehäfen sind Schnittstellen des Land- und Seeverkehrs. Dies gilt für den deutschen Wirtschaftsverkehr wie auch für den internationalen Güterverkehr, in dem die deutschen Seehäfen Transitfunktionen für den Außenhandel europäischer Nachbarländer erfüllen.
  • Seehäfen sind Standorte moderner maritimer Dienstleistungsunternehmen und von Logistikzentren. Sie erbringen vielfältige Dienstleistungen und sind Motor für die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Sie fördern die stabile Wirtschaftsentwicklung der Küstenländer und tragen zur Sicherung und Stärkung von Beschäftigung, Einkommen und Steuerkraft bei.
  • Die deutschen Seehäfen sind bedeutende Standorte der Industrie, beispielsweise der Werften und ihrer Zulieferer, von Kraftwerken, Getreidespeichern und -mühlen, Baustofflagern, Offshore-Windanlagen-Hersteller beziehungsweise Windpark-Betreiber und weitere.
  • Umweltpolitisch kommt den Seehäfen eine besondere Bedeutung bei der Verkehrsverlagerung von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu. Durch die Bündelung von Verkehrsströmen können Häfen zur effizienten Gestaltung umweltfreundlicher Transportketten beitragen [BMVBS09].
Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Seehäfen zeigt sich unter anderem darin, dass 60 Prozent der deutschen Exporte auf dem Seeweg erfolgen. Nahezu 100 Prozent der Rohstoffimporte wie Kohle, Öl und Erze werden über den Seetransport abgewickelt [BMWi11d, S.11], mehr als die Hälfte davon über Rheinmündungshäfen. Darüber hinaus haben die deutschen Seehäfen eine wichtige Stellung im Transitverkehr. Schätzungen des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) zufolge sind etwa 400.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt von deutschen Seehäfen abhängig, wovon mindestens 200.000. direkte und hochqualifizierte Arbeitsplätze sind [MAR18, S. 73].

Zur Stärkung des Hafenstandortes Deutschland hat die Bundesregierung am 17.06.2009 ein Nationales Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen beschlossen [BMVBS09], das 2015 in überarbeiteter Form veröffentlicht wurde [BReg15].

Ziele des Hafenkonzepts sind:
  • Hafenbezogene Infrastrukturen bedarfsgerecht auszubauen,
  • Wettbewerbsfähigkeit der Häfen steigern, Vernetzung von Häfen voranzutreiben,
  • Europäische und internationale Hafenpolitik zu gestalten,
  • Umwelt und Klima zu schützen, Verwendung alternativer Kraftstoffe zu unterstützen, Offshore Energie voranzubringen,
  • Qualifizierte Ausbildung und gute Arbeitsplätze in den Häfen weiterhin zu sichern,
  • Angemessene Sicherheit und Gefahrenabwehr zu gewährleisten und
  • Hafenpolitik besser zu koordinieren.
Auf nationaler und europäischer Ebene wird die Herstellung fairer und gleicher Wettbewerbsbedingungen angestrebt.

Der in dieser Wissenslandkarte gegebene Überblick richtet sich auf die folgenden Schwerpunkte:
  • Verkehrspolitische Rahmenbedingungen
  • Hafeninfrastruktur
  • Hafenorganisation
  • Hafenwettbewerb
  • Schnittstellenproblematik der Seehäfen und Dienstleistungen für die Ladung
  • Dienstleistungen für das Schiff
  • Deutsche Seehäfen
  • Hafenverbände
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Seehäfen (Stand des Wissens: 27.09.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?50780
Literatur
[BMVBS09] o.A. Nationales Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen, 2009/06/17
[BMWi11d] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Maritime Technologien der nächsten Generation. Das Forschungsprogramm für Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik 2011 - 2015, 2011/05
[BReg15] Die Bundesregierung (Hrsg.) Nationales Hafenkonzept für
die See- und Binnenhäfen
2015, 2015
[MAR18] Marinekommando (Hrsg.) Jahresbericht 2018: Fakten und Zahlen zur maritimen Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland, 2018/11/08
Weiterführende Literatur
[BMVBW04d] o.A. Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage zur Zukunftsfähigkeit deutscher Häfen, 2004/05/27
[Stucht05] Holocher, Klaus, Kramer, Holger, Mester, Bernt, Hautau, Heiner Märkte im Wandel - mehr Mut zum Wettbewerb, Festschrift zum 65. Geburtstag von Rolf W. Stuchtey, Peter Lang / Frankfurt a.M., 2005, ISBN/ISSN 3-631-52943-0
[Brei97] Breitzmann, Karl-Heinz, Prof. Dr. Seehafen, veröffentlicht in Vahlens großes Logistiklexikon , Beck / München, 1997, ISBN/ISSN 3-8006-2020-0
[BiAl04] Biebig, P., Althof, W., Wagener, N., Seeverkehrswirtschaft : Kompendium, Ausgabe/Auflage 3., erg. Aufl., Oldenbourg / München u.a., 2004, ISBN/ISSN 3-486-27229-2
Glossar
Transitverkehr Unter Transitverkehr ist vor allem Güterverkehr zu verstehen, der durch ein Land hindurchführt, das nicht Ziel der Warensendung ist.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?50824

Gedruckt am Mittwoch, 7. Dezember 2022 22:05:04