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Methodenmigration von BIM und deren Hemmnisse

Erstellt am: 09.08.2019 | Stand des Wissens: 08.01.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig

Bei der flächendeckenden Einführung von Building-Information-Modeling (BIM) in Deutschland sind verschiedene Aspekte und Themengebiete zu berücksichtigen, in denen sich Veränderungen ergeben und gegebenenfalls Rahmen und Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um eine umfassende Einführung zu ermöglichen.
Zunächst sind rechtliche Rahmensetzungen zu beachten und teilweise neu zu definieren. Auf internationaler und europäischer Ebene bestehen bereits rechtliche Vorgaben und technische Normen, die die Arbeit mit BIM regeln, etwa die ISO-Normen 16739 und 29481, die Beschaffungsrichtlinie der Europäischen Union oder die britische Publicly Available Specification (PAS) 1192-2 [BoKö15]. Ähnliche Regelungen müssen auch für Deutschland geschaffen oder es muss internationales und vor allem europäisches Recht übernommen werden. Insbesondere bedarf es im Bereich der bundesweit gültigen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) einer abschließenden Klärung, inwiefern diese novelliert werden muss, um den Anforderungen des BIM gerecht zu werden [ScWi16].
Des Weiteren ist ein grundlegendes Verständnis der BIM-Thematik in den Unternehmen der Bauwirtschaft zu schaffen. Hierbei sind insbesondere der integrale Charakter von BIM und die Wichtigkeit des digitalen Bauwerkmodells hervorzuheben. Ebenso wichtig scheinen aber neue Wege im Hinblick auf Kommunikation und Transparenz in der Zusammenarbeit aller Beteiligten zu sein. Darüber hinaus müssen auch digitalisierungsferne Gewerke mit einbezogen sowie Lösungen und Teilhabemöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen gefunden werden [BoKö15].
Daraus ergibt sich zunächst die Notwendigkeit der Schaffung technischer Voraussetzungen bei allen Beteiligten. So werden Investitionen in Hard- und Software ebenso nötig wie Investitionen in die digitale Ausrüstung von Baumaschinen. Hierbei ist erneut die Definition von Normen zu erwähnen, die als Standards für diese technischen Ausstattungen die Interoperabilität aller Beteiligten sicherstellen müssen [Tree16a].
Zuletzt ist auch der Einsatz und damit die Verfügbarkeit von Personal notwendig, das mit den Werkzeugen und den Methoden des BIM vertraut ist. Hierzu sind zielführende Aus- und Weiterbildungsangebote zu schaffen und Vorgaben, welche Qualifikationen erlangt werden können und müssen und welche Erwartungen an neue Berufsbilder, etwa den BIM-Manager, zu stellen sind [HaLi16a].
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Effizientere Fahrwege mittels Bauwerksdatenmodellierung und Anwendung der Methode des Building-Information-Modeling (Stand des Wissens: 11.01.2021)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?502813
Literatur
[BoKö15] Borrmann, A., König, M., Koch, C., Beetz, J. Building Information Modeling - Technologische Grundlagen und industrielle Praxis, Springer Vieweg/Wiesbaden, 2015
[HaLi16a] Hausknecht, Kerstin, Liebich, Thomas BIM-Kompendium - Building Information Modeling als neue Planungsmethode, Fraunhofer IRB Verlag / Stuttgart, 2016
[ScWi16] Schrammel, Florian, Wilhelm, Ernst Rechtliche Aspekte im Building Information Modeling (BIM) - Schnelleinstieg für Architekten und Bauingenieure, Springer Vieweg/Wiesbaden , 2016
[Tree16a] van Treeck, C. Building Information Modeling, veröffentlicht in Gebäude. Technik. Digital. - Building Information Modeling, Springer / Berlin, Heidelberg, 2016

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?502568

Gedruckt am Dienstag, 26. Oktober 2021 04:55:48