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Flughafenfernbahnhof Stuttgart 21

Erstellt am: 15.07.2019 | Stand des Wissens: 15.07.2019
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Im Rahmen der Neugestaltung des Bahnknotens Stuttgart sollen auch Änderungen bei der Anbindung des Flughafens und der Messe Stuttgarts durch die Bahn geschehen. Es ist geplant, dass neben dem Ausbau des bestehenden Regionaltiefbahnhofs ein weiterer unterirdisch gelegener Fernbahnhof entstehen soll, welcher über einen direkten Anschluss zur Schnellfahrstrecke Stuttgart - Ulm verfügt.
Per Schiene ist der Flughafen Stuttgart bisher nur über zwei S-Bahn-Linien erschlossen. Es wird prognostiziert, dass mit dem neuen Bahnhof künftig neben 62 Regionalzügen auch 50 Fernzüge halten werden. In vielen Fällen ist der Flughafen somit ohne Umstiege zu erreichen. Täglich werden etwa 25.000 Menschen die Bahnhöfe nutzen, wovon knapp 4.000 Fluggäste des Flughafens sind und 10.000 Reisende den Fernbahnhof nutzen. Mitte 2020 begannen die Bauarbeiten für den Fernbahnhof. 2025 soll der Um- und Neubau des Bahnhofes mit der Inbetriebnahme des gesamten Bauvorhabens zur Umgestaltung des Stuttgarter Bahnknotens beendet sein [DBPS18, DBPS18b].
Der neue Flughafenbahnhof - der sogenannte Filderbahnhof - soll 27 Meter unter der Messepiazza liegen. Im Planfeststellungsabschnitt 1.3a ist festgehalten, dass der Bahnhof über die beiden unterirdischen Flughafentunnel angeschlossen wird, die von der Neubaustrecke abzweigen.

Neben dem neuen Fernbahnhof wird auch die bestehende S-Bahn-Station ausgebaut werden. Sie soll ein drittes Gleis parallel zur bestehenden Station erhalten sowie über die unterirdisch liegende Flughafenkurve an die Schnellfahrstrecke zwischen Stuttgart und Ulm angeschlossen werden. Die Station Terminal soll zukünftig eine Kapazität von täglich 27.000 Reisenden aufweisen.

Mit dem neuen Anschluss soll die Region verkehrstechnisch aufgewertet werden.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Verknüpfung Schiene und Luft (Stand des Wissens: 17.07.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?289095
Literatur
[DBPS18] DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (Hrsg.) Bahn will Bauzeit für Gäubahn-Anbindung des Flughafens um ein Jahr verkürzen , 2018/12/19
[DBPS18b] DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (Hrsg.) Der Bahnhof Flughafen/Messe, 2018
Weiterführende Literatur
[DBPS18a] DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (Hrsg.) Gäubahn-Anbindung des Flughafens, 2018
Glossar
Neubaustrecke Als Neubaustrecken bezeichnet man gänzlich neu errichtete Verkehrswege, die einem bestehenden Netz hinzugefügt werden. Im Eisenbahnwesen findet der Begriff zumeist auf für den Hochgeschwindigkeitsverkehr gebaute Strecken Anwendung, wobei diese entweder exklusiv durch Personenbeförderungsangebote oder gemeinsam mit dem Güterverkehr genutzt werden. Das konstruktive Anforderungsniveau von Neubaustrecken reicht dabei gemeinhin über die für Ausbaustrecken (ABS) geltende Anforderungen hinaus.
Schnellfahrstrecke
Eine Schnellfahrstrecke (SFS) ist eine Eisenbahnstrecke, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h oder mehr befahren werden kann. Der Begriff entstand im Rahmen der technischen Entwicklung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs (HGV). Er ist nicht geschützt beziehungsweise einheitlich definiert. Die obere Geschwindigkeitsgrenze von SFS schwankt daher zwischen 160 und 200 km/h. Zu beachten ist, dass ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h statt der punktförmigen (PZB) eine linienförmige Zugbeeinflussung (LZB) zur Zugsicherung notwendig ist!

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?500861

Gedruckt am Montag, 4. Juli 2022 14:46:14