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Technische Entwicklungen bei der Flughafeninfrastruktur

Erstellt am: 20.03.2018 | Stand des Wissens: 18.01.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka

Insbesondere der Anflugbereich und das Rollfeld eines Flugplatzes haben sich in der ersten Hälte des 20. Jahrhunderts in Bezug auf Entwurf und Umsetzung sehr verändert. Bis in die 1930er Jahre wurden Flugplätze eher als formschönes Gesamtkonzept geplant und Start- und Landebahnen kunstvoll angelegt. Die Luftfahrzeuge benötigten aufgrund der noch geringen Motorleistungen und des Propellerantriebs nicht die Bahnlänge, die heute erforderlich ist. [GrSeT00] Daher wurde die Anordnung der Start- und Landebahnen bis zur Einführung der strahlgetriebenen Luftfahrzeuge eher nach ästhetischen als nach funktionalen Gesichtspunkten geplant. In der heutigen Zeit verlangt der Entwurf eines Anflug- und Rollfeldes kaum noch Kreativität. Die Konzeption dieses Flugplatzbereichs erfolgt zum größten Teil nach vorgebenen Richtlinien und Sicherheitsbestimmungen. Die Veränderung der Landseite eines Flugplatzes geht einher mit den fortschreitenden Technologien. Während beim ersten Flugplatz Königsberg in Berlin noch Pferdekutschen und so gut wie gar keine motorisierten Fahrzeuge vor dem Terminal wahrnehmbar waren, so bestimmen der motorisierte Individualverkehr (MIV) das Bild der heutigen Landseite. Dementsprechend wird eine bestimmte Anzahl von Parkplätzen in die Planung einbezogen. Ebenso ist eine immer komplexere Infrastruktur zu erkennen, welche die Flugplätze an andere Verkehrsträger wie Bahn, öffentliche Personennahverkehr (ÖPVN) oder das Autobahnnetz anbinden. [Mens13, S. 645 f.]

Die Flugplatzarchitektur orientiert sich heutzutage in erster Linie an Funktion und Konstruktion. Sie besticht durch schlichtes Design mittels hauptsächlicher Verwendung von Materialien wie Stahl und Kunststoff. Beispielsweise vermittelt das Design des Flughafens Bangkok in Thailand trotz seiner enormen Größe eine gewisse Schwerelosigkeit. Die Transparenz in der Funktion und der Gestalt erfüllt diese Ansprüche. Aus funktionaler Sicht heißt das für den Nutzer Klarheit, sinnfällige Orientierung und eine einfache verständliche Abfolge von Funktionen. Gestalterisch lässt sich dieses durch eine Bauweise realisieren, die eine Leichtigkeit mittels hochwertiger Materialien im Auge des Betrachters erzeugt.
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TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Notwendigkeit der Anpassung von Flughafeninfrastrukturen an sich verändernde Bedingungen (Stand des Wissens: 10.01.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?85777
Literatur
[GrSeT00] Joachim Grenzdörfer, Karl-Dieter Seifert, Werner Treibel Berliner Flughäfen im Wandel - Schönefeld Tegel Tempelhof, Bernard & Graefe Verlag Bonn, 2000
[Mens13] Heinrich Mensen Handbuch der Luftfahrt, veröffentlicht in VDI-Buch, Ausgabe/Auflage 2. Auflage, Springer-Verlag / Berlin, Heidelberg, 2013, ISBN/ISSN 978-3-642-34401-5
Weiterführende Literatur
[JaHe91] Helmut Jahn Airports, 1991, ISBN/ISSN 0-8176-2613-1
[CuMa02] Manuel Cuadra World Airports, Junius Verlag GmbH, 2002, ISBN/ISSN 3-88506-519-3
Glossar
Motorisierter Individualverkehr Als motorisierter Individualverkehr (MIV) wird die Nutzung von Pkw und Krafträdern im Personenverkehr bezeichnet. Der MIV, als eine Art des Individualverkehrs (IV), eignet sich besonders für größere Distanzen und alle Arten von Quelle-Ziel-Beziehungen, da dieser zeitlich als auch räumlich eine hohe Verfügbarkeit aufweist. Verkehrsmittel des MIV werden von einer einzelnen Person oder einem beschränkten Personenkreis eingesetzt. Der Nutzer ist bezüglich der Bestimmung von Fahrweg, Ziel und Zeit frei (örtliche, zeitliche Ungebundenheit des MIV).

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?481857

Gedruckt am Freitag, 18. Oktober 2019 11:43:37