Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Nationale Deregulierung und Liberalisierung des Luftverkehrs

Erstellt am: 06.02.2018 | Stand des Wissens: 07.05.2019
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland die Lufthoheit entzogen. Deswegen begann der kommerzielle Luftverkehr in Deutschland verspätet mit deren Wiedererlangung durch die Pariser Verträge am 5. Mai 1955. In der Folge wurde der kommerzielle Verkehr in Europa und am 1. Juni der kommerzielle Transatlantikverkehr (v.a. in die USA) auf Basis bilateraler Verträge genehmigt. In Westdeutschland etablierte sich die Deutsche Lufthansa AG als staatlich geführter National Carrier (bis zum Jahr 1987 hielt der Staat noch 80 Prozent der Anteile) und behielt diesen Status anders als die ostdeutsche Interflug auch nach der Wiedervereinigung.
Der amerikanischen Deregulierungspolitik in den 1970er Jahren folgte die Deregulierung in Europa in drei Liberalisierungsschritten (in den Jahren 1987, 1990 und 1992). Zuvor führten in Deutschland private Luftverkehrsunternehmen neben der staatlichen Lufthansa international meist nur Charterflüge durch. Das erste Liberalisierungspaket und die darauffolgende sukzessive Privatisierung der Lufthansa AG bewirkten dann den verstärkten Wettbewerb im nationalen und internationalen Linienverkehr.
Der deutsche Luftverkehr wird auf europäischer Ebene durch den europäischen Binnenmarkt reguliert (Open-Skies-Abkommen aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, EU). Bezüglich außereuropäischer Staaten gelten bilaterale Abkommen, die entweder durch Deutschland selbst oder diesen übergeordnet durch die EU ausgehandelt wurden. Insgesamt verfügt Deutschland über weit mehr als 100 bilaterale Abkommen, die beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur öffentlich einsehbar sind [BMVI19c]. Für die Entwicklung des deutschen Luftverkehrs waren die Open-Skies-Abkommen zwischen der USA und EU-Mitgliedern, darunter im Jahr 1992 auch mit Deutschland, besonders wichtig, da sie der heimischen Luftverkehrsindustrie Transatlantikflüge ermöglichten. Im Jahr 2008 ersetzte ein Open-Skies-Abkommen zwischen der EU und den USA diese Abkommen.
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Luftverkehrspolitik (Stand des Wissens: 06.05.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?184144
Literatur
[BMVI19c] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Übersicht der Luftverkehrsabkommen, 2019

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?478932

Gedruckt am Mittwoch, 1. April 2020 19:35:01