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Herausforderungen der digitalen Vernetzung im Güterverkehr

Erstellt am: 12.01.2018 | Stand des Wissens: 05.04.2019
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig

Die Umsetzung der digitalen Vernetzung in Güterverkehr und Logistik stellt die beteiligten Akteure in verschiedener Hinsicht vor neue Herausforderungen. Um die Chancen, die sich aus dem "intelligenten" Güterverkehr ergeben, realisieren zu können, sind eine digitale Infrastruktur, funktionsfähige Informationstechnik (IT)-Systeme und ein klarer rechtlicher Rahmen von großer Bedeutung.
Die Arbeitsgruppe "Digitale Netze und Mobilität" des 8. Nationalen IT-Gipfels im Jahr 2014 (seit 2016 Digital-Gipfel) gliedert die Anforderungen, die die digitale Infrastruktur sowie die Nutzung und den Austausch von Daten betreffen, in drei übergeordnete Themenkomplexe. Hierzu zählen steigende technische Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur, die sich aus dem wachsenden Datenverkehr ergeben. Dies umfasst die Verfügbarkeit von ausreichenden Frequenzen im Mobil- und Rundfunknetz sowie für die direkte Fahrzeugkommunikation, die Sicherstellung einer garantierten Übertragungsqualität und die Verfügbarkeit von Breitbandinternet auch in peripheren Räumen [NaIT14].

Des Weiteren ergeben sich bei der informatorischen Erschließung der großen Datenmengen (Big Data) Herausforderungen hinsichtlich der rechtlichen Rahmensetzung, die einerseits die Nutzung von Mobilitätsdaten ermöglichen soll, gleichzeitig jedoch auch den Datenschutz und die Datensicherheit gewährleisten muss. Die Datennutzung ist insbesondere durch die fehlende Harmonisierung auf europäischer Ebene sowie zwischen Branchen eingeschränkt. So gelten etwa für Telekommunikationsbetreiber Sonderrechte bei der Verwendung von Nutzerdaten. Die rechtlichen Regelungen der Datensicherheit sollen einen Schutz personenbezogener und -beziehbarer Mobilitätsdaten vor Missbrauch gewährleisten sowie die Verkehrssignalanlagen und die Daten der Fahrzeugtelemetrie vor Manipulation schützen. Zudem bestehen aufgrund der Vielzahl und Diversität der Teilnehmer an der vernetzten Gütermobilität neue Anforderungen hinsichtlich der Interoperabilität von Diensten, Systemen und deren Schnittstellen. Herausforderungen bestehen hier im Hinblick auf die Entwicklung von Standards für Datenformate, für den Datenaustausch und für Prozesse, damit eine reibungslose Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern, Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur erfolgen kann [NaIT14].

Die Abbildung 1 zeigt, welche Komponenten in Verbindung zueinander stehen. Die Netzinfrastruktur (1) muss sicherstellen, dass die dezentral gewonnenen Fahrzeugdaten an die zentralen Dienstanbieter übertragen werden. Diese stehen vor der Herausforderung, unter Berücksichtigung des Datenschutzes die relevanten Informationen aus den großen Datenmengen (2) auszuwerten und zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig muss die Interoperabilität (3) der Systeme unterschiedlicher Akteure gewährleistet werden.
Voraussetzungen fuer intelligente Mobilitaet_2.pngAbb. 1: Voraussetzungen für intelligente Mobilität [nach NaIT14] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Nutzen und Herausforderungen der digitalen Vernetzung in Güterverkehr und Logistik (Stand des Wissens: 05.04.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?478030
Literatur
[NaIT14] Nationaler IT Gipfel, Arbeitsgruppe 8 (Hrsg.) Anforderungen an die digitale Infrastruktur für intelligente Mobilität, 2014/10

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?478006

Gedruckt am Samstag, 20. Juli 2019 09:57:56