Forschungsinformationssystem des BMVI

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Anwendungen im Personenverkehr

Erstellt am: 04.01.2018 | Stand des Wissens: 14.03.2019
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Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Im Zuge einer zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft und damit einhergehend auch des Verkehrssektors, gewinnt die Verkehrstelematik im Personenverkehr zunehmend an Bedeutung, wenn es künftig beispielsweise um Bedienungsfreundlichkeit im öffentlichen Verkehr auf Seiten der Nutzer oder der Optimierung und Verbesserung des Betriebs von Verkehrsnetzen auf Seiten der Betreiber geht.
Im Bereich des Personenverkehrs liegen die Haupteinsatzbereiche der Telematik zum einen im elektronischen Fahrgeldmanagement, aber auch im öffentlichen Verkehr und im motorisierten Individualverkehr.

Im Elektronischen Fahrgeldmanagement (EFM) geht es vorrangig um die Funktionen des elektronischen Bezahlens, des elektronischen Ticketings und die automatische Fahrpreisberechnung. Im dazugehörigen Synthesebericht werden Vorteile und Risiken, aber auch technische Hintergründe erläutert und EFM-bezogene Projekte dargelegt. Dabei wird auch auf die Bestrebungen des Bundes bzw. der verantwortlichen Ministerien  eingegangen, die zum einen darauf abzielen die Entwicklung von EFM-Anwendungen voranzutreiben und zum anderen einen Standard entwickelt haben, auf dem die vorangetriebenen Forschungsprojekte aufgebaut werden können.

Im öffentlichen Verkehr wird zum einen in den Bereichen der Sicherung und Steuerung des Verkehrs (vor allem schienengeführt) auf telematische Systeme zurückgegriffen, aber auch für die betriebliche Leitung anderweitiger öffentlicher Verkehrsmittel (z. B. Buslinien) kommen Telematikanwendungen zum Einsatz. Ein weiteres Einsatzfeld liegt auf der fahrgastzugewandten Seite, hier bilden telematische Anwendungen die Grundlage für Fahrgastinformationssysteme und für den Bezahlvorgang vor allem im Bereich der mobilen Fahrkarte.

Für den motorisierten Individualverkehr (MIV) hat der Einsatz von telematischen Anwendungen zwei wesentliche Ziele: Verkehrssicherheit und Verkehrseffizienz. Zur Umsetzung dieser findet die Verkehrstelematik in unterschiedlichen Anwendungsbereichen des MIV Einsatz. Neben steuernden und leitenden Anwendungen, wie z. B. Lichtsignal- und Parkleitsystemsteuerung, informieren Telematiksysteme den Verkehrsteilnehmer beispielsweise durch straßenparallele Warntafeln über Staubildung und bilden Grundlage für eine Vielzahl anderweitiger z. T. komfortsteigernder Dienste wie z. B. der Diebstallverfolgung.
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Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Glossar
Telematik Der Begriff Telematik ist aus den Worten Telekommunikation und Informatik zusammengesetzt und bezeichnet Technologien, die Datenverarbeitung und Nachrichtentechnik miteinander verknüpfen.
Motorisierter Individualverkehr Als motorisierter Individualverkehr (MIV) wird die Nutzung von Pkw und Krafträdern im Personenverkehr bezeichnet. Der MIV, als eine Art des Individualverkehrs (IV), eignet sich besonders für größere Distanzen und alle Arten von Quelle-Ziel-Beziehungen, da dieser zeitlich als auch räumlich eine hohe Verfügbarkeit aufweist. Verkehrsmittel des MIV werden von einer einzelnen Person oder einem beschränkten Personenkreis eingesetzt. Der Nutzer ist bezüglich der Bestimmung von Fahrweg, Ziel und Zeit frei (örtliche, zeitliche Ungebundenheit des MIV).
Verkehrseffizienz
Beurteilungskriterium, welches beschreibt, inwieweit verkehrliche Maßnahmen, wie beispielsweise Ersparnisse in Fahrzeit, Spritverbrauch und Abgasausstoß, dass vorgegebene Ziel in einer bestimmten Art und Weise erfüllen

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?477800

Gedruckt am Mittwoch, 22. Mai 2019 08:41:28