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Belastungseinrichtung Mobile Load Simulator MLS30

Erstellt am: 24.07.2017 | Stand des Wissens: 24.07.2017
Auftraggeber / Förderer:   Bundesanstalt für Straßenwesen
Auftragnehmer:   Bundesanstalt für Straßenwesen
Projektnummer:   3413000
Laufzeit:   bis 2016
Projektstand:   abgeschlossen
Webseite:   http://www.bast.de/DE/Publikationen/Berichte/unter ...
Raumbezug:   Bundesrepublik Deutschland
Veröffentlichung:   [WaSc16] Belastungseinrichtung Mobile Load Simulator MLS30
Ein funktionstüchtiges und qualitativ hochwertiges Fernstraßennetz ist für das Transitland Deutschland elementar. Im zusammenwachsenden Europa werden viele Güter über die Straße transportiert. Dabei verlaufen maßgebende transeuropäische Verkehrsachsen über das deutsche Fernstraßennetz. Es gilt, das Fernstraßennetz so auszulegen, dass die Belastungen aus dem Güterverkehr dauerhaft ertragen werden können. Grundlage für die Dimensionierung des Straßenaufbaus bilden dabei wissenschaftliche Erkenntnisse aus Untersuchungen zur Beschreibung des Baustoffverhaltens, sowie langjährige Erfahrungen beim Bau und der Nutzung von Straßenbefestigungen. Einen wichtigen Baustein für Untersuchungen zum Gebrauchsverhalten des gesamten Straßenaufbaus bilden zeitraffende Belastungsversuche im Maßstab 1:1. Dazu betreibt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Asphaltmodellstraße, die nach anerkannten Dimensionierungs- und Ausführungsregeln gebaut wurde. Für eine realitätsnahe, zeitraffende Belastung wurde der Mobile Load Simulator MLS30 durch die BASt beschafft. Diese Belastungseinrichtung stellt einen Meilenstein für die Dauerbelastung von Straßenkonstruktionen jeglicher Bauweisen im Großversuch dar.

Durch den ersten Einsatz des Mobile Load Simulator MLS30 wurden wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. Hierzu wurden Dehnungs-, Druckspannungs- und Temperatursensoren der instrumentierten Asphaltmodellstraße der BASt verwendet. Deutlich wurde das zueinander proportionale Verhalten der Dehnungen und Druckspannungen zur Temperatur im Straßenaufbau. Die Sensoren detektierten neben der strukturellen Reaktion innerhalb des Belastungsbetriebes auch Veränderungen der Reaktion des Straßenaufbaus auf zerstörungsfreie Prüfungen mit dem Falling Weight Deflectometer (FWD). Weitere Erkenntnisse wurden bezüglich einer Überwachung des Mobile Load Simulator MLS30 gewonnen. Die im Versuchsfeld integrierten Sensoren konnten Veränderungen der Lasteinleitung detektieren. Zusätzlich wurden erste Erfahrungen zur Temperaturerhöhung durch den MLS30 gemacht.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem ersten Versuchsbetrieb werden bei zukünftigen Projekten in der Straßenbauforschung einfließen und die realitätsnahe Simulation von Verkehrsbelastungen weiter prägen. Mit Hilfe von ausgereiften Sensorkonzepten, entsprechender Messwerterfassung und Software ist es möglich, in Großversuchen das Gebrauchsverhalten von Straßenaufbauten zu analysieren. Seit der technischen Abnahme im Frühjahr 2013 wurden durch den Mobile Load Simulator MLS30 rund 4,8 Millionen Überrollungen auf Asphalt- und innovativen Betonaufbauten realisiert.
Glossar
Ansprechpartner
Bundesanstalt für Straßenwesen
Literatur
[WaSc16] Bundesanstalt für Straßenwesen, Bastian Wacker , Michael Scherkenbach , Rolf Rabe , Gudrun Golkowski Belastungseinrichtung Mobile Load Simulator MLS30 , Fachverlag NW in der Carl Schünemann Verlag GmbH, 2016/12, Online-Referenz http://bast.opus.hbz-nrw.de/frontdoor.php?source_opus=1758, ISBN/ISSN 978-3-95606-267-4
Glossar
BASt Bundesanstalt für Straßenwesen

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?472894

Gedruckt am Sonntag, 25. August 2019 02:17:55