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Spezielle Herausforderungen für die Zuverlässigkeit des automatisierten Verkehrs

Erstellt am: 12.06.2017 | Stand des Wissens: 01.06.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka

Neben den Vorteilen des automatisierten Fahrens bestehen Herausforderungen und Fragen, die zunächst bewältigt beziehungsweise geklärt werden müssen, bevor automatisiertes Fahren im Straßenverkehr tatsächlich großflächig implementiert und Zuverlässigkeit sichergestellt werden kann.
Zum einen müssen technische Funktionen weiterentwickelt, zum anderen aber auch die infrastrukturellen Gegebenheiten angepasst werden [Fraun15;VöPf16]. In diesem Kontext sind neue rechtliche Regelungen erforderlich, die sowohl den Verkehr innerhalb Deutschlands als auch länderübergreifend betreffen [BMVI15r].
Auch auf gesellschaftlicher Ebene kann es zur Ablehnung dieser Technologie kommen beziehungsweise können Akzeptanzbarrieren auftreten. Eine stückweise Einführung der neuen Anwendung erlaubt es, der Bevölkerung Zeit zu geben, sich an diese Neuerungen zu gewöhnen. Die notwendige Kommunikation, dass automatisierte Fahrzeuge zuverlässiger agieren als ihnen allgemein nachgesagt wird, ist auf politischer Ebene anzusiedeln. In diesem Zusammenhang sind aber auch Maßnahmen für die psychologischen Herausforderungen, wie möglichen Kompetenzverlusten, zu entwickeln, um diesen beim Eintreten schnellstmöglich entgegenwirken zu können [FrLe15].
Eine große Hürde der nächsten Jahre wird zudem der Hybridverkehr aus herkömmlichen sowie automatisierten Fahrzeugen darstellen. Darüber hinaus muss das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern, wie Fußgängern und Radfahrern, bewerkstelligt werden [AGFo].

Nicht zuletzt wird das Ziel der Kostenminimierung, ohne dabei jedoch Einbußen in der Zuverlässigkeit zu riskieren, weitere Anstrengungen erfordern, um automatisierte Fahrzeuge einer größeren Bevölkerungsgruppe zugänglich zu machen.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Zuverlässigkeit und Sicherheit des automatisierten Straßenverkehrs (Stand des Wissens: 20.06.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?471810
Literatur
[AGFo] Runder Tisch Automatisiertes Fahren Bericht zum Forschungsbedarf
Runder Tisch Automatisiertes Fahren, 2015/07/31
[BMVI15r] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.) Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren -
Leitanbieter bleiben, Leitmarkt werden, Regelbetrieb einleiten, 2015/09
[Fraun15] Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Andrej Caclio, Florian Hermann, Oliver Sawade, Hannes Doderer, Volker Scholz Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen - Industriepolitische Schlussfolgerungen, 2015/11/18
[FrLe15] Eva Fraedrich, Barbara Lenz Gesellschaftliche und individuelle Akzeptanz des autonomen Fahrens, veröffentlicht in Autonomes Fahren / Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte, Springer Vieweg, 2015, ISBN/ISSN ISBN 978-3-662-45853-2
[VöPf16] Christine Völzow, Peter Pfleger, Benedikt Rüchardt Automatisiertes Fahren - Infrastruktur, München, 2016/05
Weiterführende Literatur
[BMBF15] Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.) Mein Auto kann mehr / Forschung für das autonome elektrische Fahren, Druck-und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, 2017/03

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?471471

Gedruckt am Donnerstag, 29. Oktober 2020 18:27:50