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Förderung von Open-Access-Modellen

Erstellt am: 09.06.2015 | Stand des Wissens: 24.01.2019
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Investitionen in Breitbandinfrastruktur in Deutschland werden in zunehmendem Maße von einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure getätigt. Neben etablierten Telekommunikationsunternehmen investieren beispielweise Energieversorger, Stadtwerke oder regionale Kleinstanbieter in hochleistungsfähige Breitbandnetze der nächsten Generation ("Fiber To The Building" (FTTB), "Fiber To The Home" (FTTH)) [KrSc14].
Dies kann zu einem größeren Angebot als auch einer größeren Nachfrage auf der Vorleistungsebene der Breitbandinfrastruktur führen: Nicht mehr nur die Deutsche Telekom AG könnte ein Anbieter von Vorleistungen sein, sondern eine Vielzahl von Akteuren könnten Vorleistungen sowohl anbieten als auch Nachfragen, um eigene Infrastruktur sinnvoll auszunutzen beziehungsweise um neue Kunden zu erreichen.
Unter dem Begriff "Open Access" (Offener Zugang) werden deshalb Konzepte diskutiert, wie verschiedene Marktteilnehmer beim Auf- und Ausbau von Netzen der nächsten Generation sich wechselseitig freiwillig, transparent und diskriminierungsfrei zu angemessenen Preisen einen Zugang zu Infrastrukturelementen gewähren können. Unter einem solchen Szenario könnte beispielweise auch das bisher regulierte Unternehmen, die Deutsche Telekom AG, als Nachfrager von Vorleistungen auftreten [BNetzA11a]. Bisher gibt es allerdings noch keine feste Definition des Open-Access-Begriffs [KrSc14].
"Open Access"-Regeln sollen insbesondere die Profitabilität von Ausbauprojekten steigern, da sie die potentielle Netzauslastung durch Vergrößerung der Kundenbasis erhöhen können. Hierzu ist eine umfangreiche Standardisierung von technischen Schnittstellen und Prozessen (Interoperabilität) erforderlich. Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen des ""Next Generation Access" (NGA) -Forums" zusammen mit Marktteilnehmer umfangreiche Eckpunkte, Musterverträge und technische Spezifikationen für mögliche Vorleistungsprodukte erarbeitet [BNetzA15e].
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Regulatorische Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in Breitbandinfrastruktur (Stand des Wissens: 24.01.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?451248
Literatur
[BNetzA11a] Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen Bericht des NGA-Forums, 2011/11/08
[BNetzA15e] Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen NGA-Forum, 2015
[KrSc14] Krämer, J., Schnurr, D. A unified framework for open access regulation of telecommunications infrastructure: Review of the economic literature and policy guidelines, veröffentlicht in Telecommunications Policy, Ausgabe/Auflage Volume 38, Issue 11, December 2014, 2014/12
Glossar
FTTH FTTH - Fiber To The Home (Glasfaser bis zur Wohnung) bezeichnet eine Glasfaseranschlusstechnik, bei der der Glasfaserausbau bis zur Wohneinheit erfolgt. Das heißt die Glasfaserleitung endet nicht im Verteilkasten am Bordstein (FTTC) oder im Technikraum beziehungsweise im Keller eines Gebäudes (FTTB), sondern wird bis in die Wohnung geführt. Diese Technologie ermöglicht Highspeed-Internet, digitales Fernsehen in hochauflösender Qualität (sogenanntes HDTV - High Definition Television) und höchste Sprachqualität beim Telefonieren.
FTTB FTTB - Fiber To The Building (Glasfaser bis zum Gebäude) bezeichnet eine Glasfaseranschlusstechnik, bei der der Glasfaserausbau bis zum Gebäude erfolgt. Die weiterführenden Verbindungen im Gebäude bis zum Teilnehmeranschluss werden über die vorhandenen Kupferkabel realisiert. Diese Technologie wird für das VDSL- und VDSL2 Verfahren benutzt.
Szenarien Ein Szenario ist ein Bild der Zukunft, das sich aus einer bestimmten Kombination von relevanten Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen entwickelt. Das grundsätzliche Anliegen von Szenarien besteht darin, verschiedene Handlungsoptionen zu verdeutlichen und ihre Folgewirkungen transparent zu machen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?450083

Gedruckt am Samstag, 28. Januar 2023 04:50:56