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Parkverhalten des Einkaufs- und Erledigungsverkehrs

Erstellt am: 23.04.2003 | Stand des Wissens: 06.03.2019
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky

Um die Wirtschaftskraft, die Harmonie der Nutzungsstruktur und das soziale Gefüge in einem von Parkdruck hochbelasteten Gebiet zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass Einkäufe, Erledigungen und Freizeitvorhaben in diesen Gebieten problemlos stattfinden können.
Einerseits sollen die Maßnahmen des innerstädtischen Parkraummanagements das Parken eines Kraftfahrzeuges gegen Gebühr oder durch eine zeitliche Begrenzung gebietsnah ermöglichen. Andererseits ist verstärkt darauf einzuwirken, dass ein größtmöglicher Teil dieser Verkehre mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder als unmotorisierter Verkehr (Rad, Fuß) durchgeführt werden.
Die charakteristische Parkdauer im Einkauf- und Erledigungsverkehr kann dem Kurzzeitparken zugeordnet werden. Die maximale Parkraumnachfrage besteht dabei zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtungen. Bedenken des Einzelhandels, dass durch eine Parkraumbewirtschaftung im öffentlichen Raum Kunden ausbleiben, haben sich nach Einführung des Parkraummanagements in vielen Großstädten nicht bewahrheitet. Aus Sicht der Kunden wird eine gebührenpflichtige Bewirtschaftung grundsätzlich akzeptiert. Hier ist auch festzuhalten, dass die Durchsetzung der Bewirtschaftung durch entsprechende Kontrollen der legitimierten Instanzen deren Erfolg bestimmt. Ein großer Teil der Kunden ist durch Parkleitsysteme, die die Verkehrsströme in die dafür vorgesehenen Parkierungseinrichtungen (Parkhäuser und Tiefgaragen) umleiten, ansprechbar.
Häufig bestehen Differenzen zwischen objektiven Gegebenheiten und subjektiver Wahrnehmung bezüglich Erreichbarkeit und Attraktivität. Im Planungsprozess sind daher beide Seiten zu untersuchen und sind gegebenenfalls die Ursachen für diese Differenzen zu ergründen. Voraussetzung für das Gelingen eines Bewirtschaftungskonzepts sowie für die Akzeptanz ist ferner eine kontinuierliche Rückkopplung zwischen den Beteiligten (Kundenvertretungen und Einzelhandelsverbände) sowie ein professionelles Marketing, das den Schwerpunkt nicht nur auf Bewohnerinformation setzt, sondern auch den Einkaufs- und Erledigungsverkehr berücksichtigt.
Darüber hinaus sind die zunehmenden Lieferungen von Paket-, Kurier- und Expressdiensten an private Haushalte zu beachten. Der dadurch entstehende Lieferverkehr in Wohn- und Mischgebieten wird in Zukunft mehr Raum beanspruchen und ist somit in Planungen einzubeziehen.
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Parkraumnutzer (Stand des Wissens: 08.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?43043
Weiterführende Literatur
[HeSch03] Herry, Max, Dr., Schöbel, Herwig Schöbel, Dipl.-Ing., Schuster, Markus, Dipl.-Ing. Auswirkungen der Parkraumbewirtschaftung auf die Wirtschaftsstruktur, veröffentlicht in STADTPROFIL, Ausgabe/Auflage Band 25, Wien, 2003
[FGSV98a] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. Hinweise zum Einsatz bargeldloser Zahlungsmittel beim Parken, FGSV Verlag GmbH, 1998
[Kirch02a] Kirchhoff, Peter Städtische Verkehrsplanung - Konzepte, Verfahren, Maßnahmen, Ausgabe/Auflage 1. Auflage, Teubner Verlag / Wiesbaden, 2002/05, ISBN/ISSN ISBN 978-3-519-00351-9

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?43022

Gedruckt am Mittwoch, 3. März 2021 19:33:04