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Stand der Standardisierung bei Elektromobilität

Erstellt am: 28.02.2014 | Stand des Wissens: 26.11.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Für die Bereitstellung von Systemgütern ist Kompatibilität zwischen den einzelnen Teilleistungen erforderlich. Um Kompatibilität zwischen Teilleistungen herzustellen, sind deren Schnittstellen mit entsprechenden (Kompatibilitäts-)Standards auszugestalten.
Grundsätzlich lassen sich proprietäre und offene Standards unterscheiden. Proprietäre Standards sind durch einen Akteur bzw. Eigentümer gekennzeichnet, der über die Verwendung des Standards entscheiden kann. Beispielsweise kann der Eigentümer des Standards Entgelte für die Verwendung verlangen oder Akteure von der Verwendung ausschließen, vgl. [SWAN00, S. 5]. Demgegenüber können offene Standards grundsätzlich von allen Akteuren verwendet werden. Außerdem lassen sich verschiedene Standardisierungsprozesse unterscheiden, wie wettbewerbliche Prozesse, die häufig zu proprietären Standards führen, sowie Kooperationen in Standard-Komitees, die i. d. R. eher zu offenen Standards führen. Neben diesen Fällen besteht die Möglichkeit, dass die öffentliche Hand einen Standard festlegt, was insbesondere relevant sein dürfte, wenn die Etablierung eines (offenen) Standards aus gesamtwirtschaftlicher Sicht vorteilhaft erscheint. Dabei kann die öffentliche Hand zu Beginn eines Standardisierungsprozesses einen eigenen Standard definieren oder auf bestehende Standards zurückgreifen.
Das Systemgut Elektromobilität lässt sich in verschiedene Subsysteme unterteilen. Zentrale Güter können dem System Batterie und Fahrzeug, dem Verkehrssystem (mit Straße und Parkraum), sowie dem energiewirtschaftlichen System (Netz und Erzeugung) zugeordnet werden. Ladeinfrastruktur lässt sich als Schnittstelle zwischen den Subsystemen einordnen. Diese Schnittstellen müssen standardisiert werden, um ein effiziente Bereitstellung des Gesamtsystems Elektromobilität zu gewährleisten.

Schnittstellen_Ladeinfrastruktur.jpgAbb. 1: Subsysteme des Systemguts Elektromobilität (Quelle: eigene Darstellung)

Wichtige Aspekte beim Stand der Standardisierung bei Elektromobilität sind die Entwicklungen bei Steckern und Kabeln einerseits, sowie der Kommunikation zwischen Ladeeinheit und Fahrzeug andererseits, auf die jeweils in gesonderten Syntheseberichten detaillierter eingegangen werden soll.

Disclaimer: Teile dieses Syntheseberichts stammt aus der Dissertation "Bereitstellung öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge - Eine ökonomische Analyse" von Justus Reinke, die am Fachgebiet für Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) der TU Berlin von Prof. Thorsten Beckers betreut wurde.
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Grundlagen der Elektromobilität (Stand des Wissens: 27.11.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?426933
Literatur
[SWAN00] Swann, P.G. Ökonomie der Normung, 2000/12/11
Weiterführende Literatur
[Rein14] Justus Reinke Bereitstellung öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge - Eine ökonomische Analyse, 2014
Glossar
Elektromobilität
Die Elektrifizierung der Antriebe durch Batterie- und die Brennstoffzellentechnologien. Im Kontext des "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" wird der Begriff auf den Straßenverkehr begrenzt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Personenkraftwagen (PKW) und leichte Nutzfahrzeuge, ebenso werden aber auch Zweiräder (Elektroroller, Elektrofahrräder) und Leichtfahrzeuge einbezogen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?426748

Gedruckt am Montag, 6. April 2020 07:32:40