Forschungsinformationssystem des BMVI

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Individuelle Information über das Parkraumangebot

Erstellt am: 16.04.2003 | Stand des Wissens: 24.01.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka

Informationen über das vorhandene Parkraumangebot sind eine grundlegende Voraussetzung für das direkte Auffinden und die effiziente Nutzung von Parkeinrichtungen. Neben statischen und dynamischen Parkleitsystemen gewinnen individuell nutzbare Informationsquellen zunehmend an Bedeutung. Neben Parkbauten mit Zufahrtsbeschränkung werden zunehmend auch öffentlich bewirtschaftete Stellplätze am Straßenrand in solche Parkleitsysteme integriert, in dem Parkautomaten mit einer Zentrale vernetzt werden und an diese Daten zur Auslastung übermitteln.
Dynamische Parkleitsysteme deutscher Großstädte sind inzwischen größtenteils auch online beziehungsweise über das mobile Internet abrufbar oder können in Navigationssystemen integriert werden. Verschiedene Smartphone-Apps erobern ebenso den Markt. Voraussetzung für eine effiziente Parkplatzsuche unter Zuhilfenahme derartiger mobiler datenbankbasierter Anwendungen ist, dass diese möglichst vollständig die vorhandenen Parkeinrichtungen abbilden und auf aktuelle Informationen zur Parkplatzbelegung zugreifen können. Zum Beispiel bietet die auf dem in Köln durchgeführten Projekt stadtinfoköln aufbauende Initiative parkinfo.com der BMW Group eine deutschlandweite Parkplatzsuche für nahezu allen deutschen Städte über 100.000 Einwohner an. Der Nutzer greift über Internet durch Eingabe der Stadt und eines Stadtteils oder eines (touristisch) interessanten Ortes auf die Datenbank zu und erhält eine Liste der vorhandenen Parkierungsanlagen. Statische Daten wie Lage, Stellplatzzahl, Preise, Öffnungszeiten und weitere Besonderheiten sind für sämtliche Anlagen verfügbar. Sofern die Belegungszahlen von Einzelanlagen oder Parkleitzentralen fortlaufend an das System übertragen werden (zum Beispiel Parkleitzentralen Köln, Regensburg: standardisierte Datensätze per E-Mail; Einzelanlagen Berlin: Kommunikation über Parkdatenübertragungsgerät), stehen dem Nutzer auch diese aktuellen Daten für seine Entscheidung bei der Parkplatzsuche zur Verfügung. Außerdem ist auch die Einbindung der Daten in dynamische Navigationssysteme möglich.
Bei den verfügbaren Apps für mobile Endgeräte werden dem Nutzer nicht nur statische Daten zu Parkmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern es wird die aktuelle Parkraumbelegung im Zielgebiet im Hintergrundsystem analysiert. Der Fahrer bekommt die schnellste oder kürzeste Route zum nächstgelegenen freien Parkplatz angezeigt und wird zu diesem navigiert. Bei der zur Zeit kostenpflichtigen ADAC Parkinfo App (für IPhone und Android - einmaliger Preis 1,59 EUR, Stand Januar 2019) werden gegenwärtig aktuelle Belegungsdaten von über 900 Parkanlangen berücksichtigt.
Grundsätzliche Untersuchungen zu Reservierungssystemen und mit deren Hilfe erzielbaren Auslastungsgraden wurden im Forschungsprojekt stadtinfoköln durchgeführt. Probleme bei Reservierungsansätzen können vor allem dadurch entstehen, dass bei hoher Stellplatznachfrage aufgrund von Reservierungen eigentlich verfügbare freie Stellplätze blockiert werden und dadurch das jeweils momentan vorhandene Stellplatzangebot reduziert wird [koeln03].
Der Aufbau eines funktionierenden Parkinformationssystems ist mit nicht unerheblichem Aufwand bei der Konzeption, der Datenaufbereitung sowie insbesondere bei der Erweiterung des Kunden- und Anbieterkreises (Nutzer und Parkhausbetreiber) verbunden. Neben der regelmäßigen Prüfung der Datenaktualität verursacht die Datenübertragung bei dynamischen Systemen einen kontinuierlichen Kostenfaktor.



Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Harmonisierung der Parkraumauslastung (Stand des Wissens: 08.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?42701
Literatur
[koeln03] Hasberg, Peter stadtinfoköln - Entwicklungen, Produkte, Ergebnisse, Köln, 2003
Weiterführende Literatur
[Mahn11] Studierende des Studienganges Verwaltungsinformatik B.A. der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Elektronische Reservierung von Parkplätzen für Menschen mit Handicap, Berlin, 2011/09, ISBN/ISSN 978-3-940056-66-5
[BMBF03h] Dirschl, Andreas , Höhn, Gunther , Böhnke, Peter, Dr. , Walther, Heiner , Thomä, Frank, Dr. , Ziegler, Nicolas , Ramachers, Ludwig , Ortgiese, Michael, Dr. , Kuck, Detlef, Baum, Herbert, Prof. Dr., Hasberg, Peter, Serwill, Dirk, Dr.-Ing., Steinauer , B., Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Projektschlussbericht stadtinfoköln - Mobilität im Ballungsraum, 2003/08
[GEVAS03] Wulffius, Herwig;, Mertz, Joachim, Dr.;, Schön, Thilo;, Ganser, Michael Schlussbericht BMBF-Leitprojekt MOBINET - AP B und E, 2003/12/30
[Schü05] Schüler, T. Strategiemanagement in München - Ergebnisse aus dem Projekt MOBINET, veröffentlicht in Straßenverkehrstechnik, Ausgabe/Auflage 7, 2005
Glossar
App
Ist eine Abkürzung für den Fachbegriff Applikation (App) und bezeichnet eine Anwendungssoftware, die für mobile Endgeräte, wie Smartphone oder Tablet-PC entwickelt wurde. Apps können als Zusatzsoftware auf mobilen Endgeräten installiert werden und erweitern dadurch deren Funktionsumfang. Je nach Betriebssystem kann der Nutzer auf eine Vielzahl von mobilen Applikationen auf dem vom Betriebssystem bereitgestellten Marktplatz kostenpflichtig oder kostenlos zugreifen.
ADAC = Allgemeine Deutsche Automobil Club e. V.. Der ADAC nimmt für sich in Anspruch, die Interessen deutscher Auto-, Motorrad- und Bootfahrer zu vertreten. Er bietet - direkt oder über Tochterfirmen - Dienstleistungen an und produziert Stadtpläne sowie Straßenkarten. Außerdem betreibt er mehrere Fahrsicherheitszentren. Die ursprüngliche und bekannteste Dienstleistung des Clubs ist die Pannenhilfe.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?42446

Gedruckt am Samstag, 8. August 2020 11:32:55