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Strategisch-konzeptionelle Ebene der Verkehrsentwicklungsplanung

Erstellt am: 14.08.2013 | Stand des Wissens: 11.07.2018
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die strategisch-konzeptionelle Ebene unterstützt die verkehrsplanerische Maßnahmenebene und andere verkehrsrelevante kommunale Fachplanungen, indem sie aus übergeordneter Sicht folgende aktuelle Vorgaben und Arbeitsgrundlagen bereitstellt [FGSV13, S. 23]:
  • Zielvorstellungen
  • Strategien und Handlungskonzepte
  • Basisdaten
  • Kenngrößen der Verkehrsnachfrage
Zielvorstellungen und Handlungskonzepte sollten mit Fachplanungen, anderen Verwaltungen, Politik und sogenannten "Stakeholdern" erörtert und abgestimmt werden. Eine verkehrsträgerübergreifende Beachtung der Wechselwirkungen, welche durch rechnergestützte Verkehrsmodelle untersucht werden können, ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel [FGSV13, S. 23 f.].
Aus pragmatischen Gründen wird die strategisch-konzeptionelle Ebene nochmals in periodische und kontinuierliche Aufgaben unterteilt, wobei letztere die kontinuierliche Datenbereitstellung (Monitoring), das Vorhalten von aktuellen Verkehrsmodellen und die Evaluation des Planungsprozesses und der Wirkungen abdecken [FGSV13, S. 24].
Die periodischen Aufgaben (Entwicklung/Anpassung von Leitbildern, Strategien und Konzepten) [FGSV13, S. 24] werden entsprechend der ersten vier Phasen des klassischen Verkehrsplanungsprozesses [vgl. FGSV01c, S. 15] abgearbeitet. Die Phase der Umsetzung wurde dabei auf die Maßnahmenebene ausgelagert, sodass diese zeitlich unabhängig von der strategischen Ebene sukzessiv durchgeführt wird [FGSV13, S. 14, S. 22 Bild 9, S. 25f.].

Nachdem sich die Aufgaben der strategisch-konzeptionellen Ebene als ein kontinuierlich zu betreibendes rollendes System etabliert haben, sollte der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) in regelmäßigen Abschnitten fortgeschrieben werden [FGSV13, S. 23]. Dabei müssen die Ziele zeitnah an veränderte Rahmenbedingungen und Machbarkeit angepasst werden. Gleichzeitig muss auf der Maßnahmenebene genügend Zeit zur Verfügung stehen, um verwertbare Ergebnisse liefern zu können. Deshalb sollte das Fortschreibungserfordernis in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel ausgehend von neuen Ergebnissen des Berichtswesens, öffentlich diskutiert und von der Politik beschlossen werden [FGSV13, S. 23 f., S. 26].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Bearbeitungsebenen der Verkehrsentwicklungsplanung (Stand des Wissens: 11.07.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?415020
Literatur
[FGSV01c] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. Leitfaden für Verkehrsplanungen, FGSV Verlag, Köln, 2001
[FGSV13] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. , Ahrens, G.-A., Beckmann, K. J., Fleischer, A., Gertz, C., Hubrich, S., Jansen, U., Kemming, H., Kleinwächter, E., Koch, M., Koppen, G.-F., Lorenz, K., Meißner, A., Noßwitz, U., Ohm, D., Ott, R., Polzin, G., Schnüll, R., Thiemann-Linden, J., Wagner, V., Waßmuth, V., Hinweise zur Verkehrsentwicklungsplanung, Ausgabe/Auflage 2013, FGSV-Nr. 162, FGSV Verlag, Köln, 2013, ISBN/ISSN 978-3-86446-058-6

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?414948

Gedruckt am Mittwoch, 27. Oktober 2021 08:42:27